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Das kleine Hotel in der Provence Roman von Stieglitz, Marion (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Das kleine Hotel in der Provence

Wo findet man die Liebe, wenn nicht in der Provence? Lilly glaubt nicht mehr an die Liebe, seit ihr Freund Jan sie von heute auf morgen sitzen gelassen hat. Um ihn zu vergessen, beschließt sie nach Südfrankreich zu ziehen und ein kleines Hotel zu eröffnen: nur für Single-Frauen! In der Provence angekommen, erweist sich die charmante Villa, die Lilly kurzentschlossen gekauft hat, als Bruchbude, und auch sonst scheint alles viel komplizierter als gedacht. Dann taucht auch noch der attraktive Antiquitätenhändler Olivier auf und wirbelt ihren Traum vom Single-Leben gehörig durcheinander. So romantisch wie eine französische Sommernacht. Marion Stieglitz wurde 1981 in Cham im Bayerischen Wald geboren. Nach dem Studium der Neueren deutschen Literatur in München zog sie ins badische Offenburg an der französischen Grenze. Dort absolvierte sie ein Volontariat an der "Burda Journalistenschule" und arbeitet seither als Redakteurin für verschiedene Wohn- und Gartenzeitschriften wie "Wohnen & Garten", "Landhaus" und "WohnenTräume".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 01.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216472
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2156 kBytes
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Das kleine Hotel in der Provence

1. Kapitel

"Und jetzt ein bisschen Zauberei", murmelte Lilly und starrte auf den Bildschirm.

Mit einem Mausklick versetzte sie das Hochzeitspaar in die Vergangenheit zurück. Von der grellbunten Gegenwart in jene Zeit, in der alles in weichen Pastelltönen gezeichnet schien. Als die Frauen so ladylike aussahen wie Audrey Hepburn und Elisabeth Taylor. Und die Männer so lässig wie Cary Grant und der junge Sean Connery. Als es keine Falten und störende Pickel zu geben schien, weil die Kameras großzügig über derartig unwichtige Details hinwegsahen. Natürlich nicht absichtlich. Die Fototechnik war damals einfach nicht weit genug entwickelt, um jede Hautpore millimetergenau wiederzugeben. Heute brauchte man dafür nur den Retro-Farbfilter eines Bildbearbeitungsprogramms. Wenige Momente später legte sich ein wundersamer Farbschleier über Markus und Solveig, über den cremeweißen Petticoat der Braut und die blauen Hosenträger des Bräutigams. Alles Schöne wurde in sanfte Farben getaucht und alles Störende verschwand. Selbst die von der Sonne und der Aufregung glänzende Haut des Paares. Als sei das Foto nicht vor ein paar Tagen aufgenommen worden, sondern in der Hochphase von Elvis, Twist und Rock 'n' Roll. Das Paar hatte im Look der Fünfzigerjahre gefeiert: in einer Hafenkneipe mit einer Jukebox, Toast Hawaii, Kartoffelsalat und süßer Erdbeerbowle. Lilly hatte von beiden den Auftrag bekommen, möglichst stilechte Fotos von dem Fest zu machen. Für sie war das mittlerweile ein Kinderspiel. Sie hatte schon unzählige Brautpaare an ihrem großen Tag fotografiert. Sogar bereits in der gleichen Hafenkneipe und mit einem Brautpaar, das sich ein ähnliches Motto ausgesucht hatte.

Obwohl Lilly erst vor einem knappen Jahr nach Rostock gezogen war, lief es für sie in ihrem Job als Hochzeitsfotografin richtig gut. Ihr Neustart im Norden hätte eigentlich kaum besser sein können. Zugegeben - sie war immer noch kein großer Fan des stürmischen Nieselwetters und der zu kurz geratenen Sommermonate. Außerdem vermisste sie die Weinberge ihrer badischen Heimat und ihre alten Freunde aus Freiburg. Aber dafür hatte sie Jan. Ihre große Liebe. Ihn musste sie sich nicht mit ihrem Bildbearbeitungsprogramm schöner zaubern. Er sah immer so sensationell gut aus wie Sean Connery als unverwechselbar lässiger James Bond. Nur in Blond natürlich. Und statt Anzügen trug er lieber wasserfeste Allwetter-Jacken. Jan war Segellehrer. Weswegen nie die Frage im Raum gestanden hatte, ob ihre gemeinsame Zukunft im Südschwarzwald liegen würde. Ohne Meer konnte Jan nicht arbeiten. So fotografierte Lilly ihre Hochzeitspaare seit einigen Monaten also am Hafen und in den Dünen. Und irgendwann würde sie sich hier auch voll und ganz wie zu Hause fühlen. Davon war sie überzeugt.

"Bist du immer noch hier?", riss sie Maike aus ihren Gedanken.

"Mist, ich habe die Zeit völlig vergessen", antwortete Lilly und warf einen Blick auf die kleine Digitaluhr ihres Monitors. Es war schon 15.12 Uhr. Eigentlich musste sie dringend los. "Wie gut, dass du kommst. Sonst wäre ich hier noch ewig in den Fünfzigerjahren versumpft", sagte sie und lächelte Maike an.

Ihre Kollegin war gerade dabei, ihren grünen Regenhut mit seiner breiten Krempe auf den Garderobenhaken zu hängen. Das große Plastik-Ungetüm hatte sie immer beim Fotografieren dabei, um auch bei Regenwetter beide Hände für ihre Kamera frei zu haben. Außerdem hielt er ihre Brille trocken. Seit ein paar Monaten teilten sich beide die Räume. Maike hatte auf einer Online-Plattform eine Partnerin für ihr Studio gesucht. Für Lilly war es die perfekte Gelegenheit gewesen, nach dem Umzug schnell wieder in ihrem alten Job Fuß zu fassen. Beide konnten sich Ausrüstung und Miete teilen - ebenso wie Geschichten über Pannen und Erfolgserlebnisse ihres gemeinsamen Berufs.

Maike beugte sich über Lillys Schulter. "Da hast du ja wieder mal ganze Arbeit geleistet! Wenn ich das Paar hier nicht

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