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Das Leben ist kein Punschkonzert Ein Weihnachtsroman von Wanner, Heike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Das Leben ist kein Punschkonzert

Drei Schwestern, Kartoffelpuffer im Advent und jede Menge Sternschnuppenwünsche Die selbstsichere Carolin hat Karriere gemacht, aber Pech in der Liebe. Die durchorganisierte Dreifach-Mutter Melanie wünscht sich ihr eigenes Leben zurück. Und Julia, die jüngste der drei Schwestern, weiß mit Anfang zwanzig immer noch nicht so recht, wohin sie im Leben will. Fürs erste betreibt sie den alten Kartoffelpufferstand der Familie und tingelt damit von Markt zu Markt. Doch so richtig gut läuft das Geschäft nur im Winter. Und ausgerechnet kurz vor Beginnder Weihnachtssaison kommt es zur Katastrophe: Julia rutscht auf dem Glatteis aus und bricht sich das Handgelenk. Einen verzweifelten Hilferuf später finden sich ihre beiden älteren Schwestern im Imbisswagen auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt wieder, um Julias Jahresumsatz zu retten. Familie verpflichtet eben. Doch zwischen Pufferteig und Punschtopf fliegen bald schon die Fetzen ... Heike Wanner arbeitet als Angestellte bei einer Fluggesellschaft und lebt in der Nähe von Wiesbaden. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 13.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843716079
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3540 kBytes
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Das Leben ist kein Punschkonzert

Ich hätte gern ein Stück von meinem alten Leben zurück.

Kaum war der Gedanke da, bekam Melanie Matthiesen ein schlechtes Gewissen. Hatte sie sich das gerade wirklich gewünscht? Was war denn das für eine seltsame Idee? Das klang ja so, als ob sie mit ihrem Leben unzufrieden wäre.

Das stimmte doch gar nicht.

Oder doch?

Nein. Natürlich nicht!

Es musste am Apfelweinpunsch liegen, den ihre Schwester nach dem Abendessen serviert hatte. Dieses süße Gesöff brachte ihre Gedanken völlig durcheinander.

Denn eigentlich war es doch gar keine Frage. Selbstverständlich war sie glücklich, sehr glücklich sogar. Wie sollte sie auch nicht? Sie hatte einen tollen Mann, drei gesunde Kinder, ein schönes Haus mit Garten und genug Geld, um sich alles kaufen zu können, was sie haben wollte.

Ein rundherum perfektes Leben.

Kein Vergleich zu früher, als sie sich mehr schlecht als recht durch ihr Französisch-Studium gemogelt hatte - chronisch pleite, aber sorglos und immer auf der Suche nach einem Abenteuer.

Dann hatte sie Ole Matthiesen getroffen. Groß, blond und gutaussehend war er in ihr Leben getreten und hatte sie mit einem einzigen Blick aus seinen meergrünen Augen verzaubert. Ein Abendessen mit selbstgekochten Spaghetti, einen Kinobesuch und einen atemberaubenden Abschiedskuss vor der Haustür - viel mehr brauchte es nicht, und schon waren sie beide ein Paar.

Mit Ole kehrten Verlässlichkeit und Ruhe in Mellys Alltag ein. Gemeinsam machten sie ihren Abschluss und heirateten noch im selben Jahr. Zogen in eine kleine Wohnung, fanden einen Job und freuten sich über das erste Gehalt. Waren voller Pläne, herrlich verliebt und immer noch ein bisschen verrückt und spontan.

Zumindest so lange, bis es mit Oles Karriere steil bergauf ging. Kurz darauf kamen ihre Kinder zur Welt, zuerst ein Mädchen und dann zwei Jungen. Wunderbare kleine Wesen, die ihr ganzes Glück bedeuteten - die aber auch ihre ganze Aufmerksamkeit forderten.

Plötzlich war Mellys Leben fremdbestimmt.

Mehr noch: völlig durchgeplant.

Termine für Kinderarzt, Babyschwimmen, Ballett, Frühenglisch, Elternabend und Flötenstunde diktierten ihren Tagesablauf. Von früh bis spät war sie damit beschäftigt, an alles zu denken. Und wenn sie die Kinder abends in der Obhut eines Au-pair-Mädchens ließ, warteten weitere Pflichten auf sie. An Oles Seite nahm sie an Geschäftsessen teil, ging zu Opernpremieren und besuchte diverse Firmenveranstaltungen, wo sie als Ehefrau des Geschäftsführers ein gerngesehener Gast war.

Melly seufzte.

Ja, dies alles war stressig, das ließ sich nicht leugnen. Aber trotzdem perfekt. Warum also gab es solche Momente wie diesen, wo sie sich die Zeit zurückwünschte, als ihr Leben noch wesentlich verrückter und spontaner gewesen war?

Das konnte - das musste! - am Alkohol liegen.

Verstohlen warf sie einen Blick zur Seite. Hatten die anderen beiden etwas von ihrer eigenartigen Stimmung bemerkt?

Nein, anscheinend nicht.

Ihre Schwestern waren vollauf mit sich selbst beschäftigt. Caro hatte den Kragen ihres roten Wollmantels hochgeklappt, putzte sich lautstark die Nase und starrte missmutig in den Schnee, der in diesem Jahr ungewöhnlich früh gefallen war. Und Julchens Gesicht war unter ihrer unförmigen Fellmütze kaum zu erkennen. Sie war sowieso meistens mit ihren Gedanken woanders. Wo genau, das wusste Melly nicht. Das wusste wahrscheinlich selbst Julchen nicht immer.

Kein gutes Thema!

Wenn sie jetzt auch noch anfing, sich um ihre jüngere Schwester zu sorgen, bräuchte ihr Tag mehr als 24 Stunden. Das wäre doch mal ein guter Wunsch für eine Sternschnuppe gewesen: genügend Zeit, um sich in Ruhe Gedanken über alles machen zu können.

Aber jetzt war es leider zu spät.

Ich wünsche mir zur Abwechslung endlich mal einen Mann, der mich versteht.

Wie bitte?

Bein

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