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Das Leben ist kein Streichelzoo Fiese Fabeln von Sedaris, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2011
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Das Leben ist kein Streichelzoo

Als die Tiere den Wald aufmischten: Fabelhaftes von David Sedaris Er hat 'einen Sinn für die schrägen, einsturzgefährdeten Seiten des Daseins' (SPIEGEL ONLINE). Die Bücher über sein Leben hat Bestsellerautor David Sedaris längst als eigenes literarisches Genre etabliert. Aber er kann auch anders. Das Leben ist kein Streichelzoo: Davon können die Tiere, die Sedaris in seinen sechzehn subtil fiesen und wahrhaft komischen Fabeln auftreten lässt, ein Lied singen. Bleischwer senkt sich peinlich berührtes Schweigen über den Friseursalon des Pavians, der seine Kundin, eine Katze, gerade leichtfertig durch eine Bemerkung über Körperpflege mit der Zunge verstört hat. Guten Mutes folgt das Schaf auf der Weide den Meditationsübungen einer Krähe, nicht ahnend, dass die Sache für sein kleines Lämmchen nicht gut enden wird. Ungläubig lauscht die Laborratte im Käfig den Theorien eines Neuzugangs, wonach körperliche Gesundheit lediglich eine Frage der positiven Einstellung ist. In diesen virtuosen Fabeln leuchtet Sedaris zielsicher und haarsträubend witzig die kleinen Peinlichkeiten und großen Katastrophen des Lebens aus, denen kein Tier - und kein Mensch - entrinnen kann. David Sedaris, geboren 1956 in Johnson City, New York, aufgewachsen in Raleigh, North Carolina, lebt in England. Er schreibt u. a. für den New Yorker und BBC Radio 4. Mit seinen Büchern Naked, Fuselfieber, Ich ein Tag sprechen hübsch und Schöner wird's nicht wurde er zum Bestsellerautor. Zuletzt erschienen im Blessing Verlag Das Leben ist kein Streichelzoo. Fiese Fabeln (2011) und Sprechen wir über Eulen - und Diabetes (2013) sowie 2017 seine vielbeachteten Tagebücher Wer's findet, dem gehört's.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 13.04.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641064563
    Verlag: Blessing
    Originaltitel: Squirril seeks Chipmunk
    Größe: 1521 kBytes
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Das Leben ist kein Streichelzoo

Die Kuh und der Truthahn (S. 51-52)

Die Kuh war für ihre Sturheit bekannt, weshalb es alle überraschte, als sie dem geheimen Weihnachtswichteln zustimmte. Als das Pferd den Vorschlag machte, war sie sofort dafür und sagte: "Ich nehme den Truthahn." Das Schwein, das sich auf dem Gebiet des Schenkens als Autorität verstand, räusperte sich. "So geht das nicht", sagte es. "Es soll ja geheim bleiben. Jeder von uns zieht einen Zettel mit einem Namen und behält ihn bis zum Weihnachtsmorgen für sich. "

"Musst du dich überall einmischen?", fragte die Kuh, und die Ente seufzte: "Da wären wir wieder.""Erst willst du, dass ich jemandem ein Weihnachtsgeschenk mache", fuhr die Kuh fort, "und dann heißt es, dass ich mich nach deinen Vorstellungen richten muss. "Oh, ich habe vier Beine, also bin ich klüger als alle anderen."" "Hast du nicht auch vier Beine?", fragte das Schwein. Die Kuh machte ein Geräusch, das irgendwo zwischen Stöhnen und Seufzen lag.

"Also gut, dann eben, weil du einen Ringelschwanz hast", sagte sie. Das Schwein drehte den Kopf nach hinten, sah aber nur seine Flanken. "Ist er gelockt geringelt? ", fragte es den Hahn. "Oder gewellt geringelt? " "Ich bin es jedenfalls leid, von dir herumkommandiert zu werden", sagte die Kuh. "Und ich glaube, da bin ich nicht die Einzige. " So ging das immer, und um sich nicht eine Woche lang ihre Beschwerde anhören zu müssen, wurde beschlossen, die Kuh solle den Truthahn bewichteln, und alle anderen würden ihre Namen geheim halten. Auf dem Hof gab es natürlich keine Geschäfte, was ein Jammer war, da alle Tiere Geld besaßen, Münzen, die dem Bauern und seinen dicken, launischen Kindern bei der Arbeit aus der Tasche gefallen waren. Die Kuh hatte einmal knapp drei Dollar besessen und sie einem Kalb gegeben, das der Bauer mit in die Stadt nehmen wollte.

"Ich möchte, dass du mir davon einen Rucksack kaufst", hatte sie ihm erklärt. "So einen, wie die Bauerstochter hat, nur ein bisschen größer und in Grün anstatt in Blau. Kannst du das behalten?" Das Kalb hatte sich das Geld in die Backentaschen gesteckt, bevor es aus der Scheune geführt wurde. "Und was hab ich Glückspilz wieder davon? ", jammerte die Kuh später, "natürlich taucht das Kleine nie wieder auf." Die ersten Tage hatte die Kuh in ständiger, beinahe schwindelerregender Vorfreude verbracht. Sie hatte das Scheunentor angestarrt, auf das Brummen des Viehtransporters gehorcht und dem Rucksack entgegengefiebert, etwas, das ganz allein ihr gehören würde. Als das Warten keinen Zweck mehr hatte, war sie zuerst selbstmitleidig und dann wütend geworden.

Das Kalb hatte sie reingelegt. Es hatte sich von ihrem Geld eine Busfahrkarte gekauft und sich gedacht: Tschüss, du Blödmann. Es war daher ein Trost gewesen, als sie den Bauern mit seiner Frau reden hörte und erfuhr, dass "ein Tier mit in die Stadt nehmen" eine schönfärberische Bezeichnung dafür war, ihm mit dem Elektrohammer eins auf den Schädel zu geben. Tschüss, du Blödmann. Das Melken brachte die Kuh in engen Kontakt mit den Menschen, viel enger als die anderen Tiere, und indem sie die Ohren spitzte, brachte sie eine Menge in Erfahrung: Wer mit wem ausging, wie teuer eine Tankfüllung war, alle möglichen nützlichen Neuigkeiten.

So auch den Plan für den Weihnachtsfestschmaus. An Thanksgiving hatte die Bauernfamilie die Mutter des Bauern im Altenheim besucht und dort etwas vorgesetzt bekommen, das wie in Hühnerfett getr&au

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