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Das Leben ist zu kurz für irgendwann Roman von Geraghty, Ciara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.03.2021
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
15,99 €
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Das Leben ist zu kurz für irgendwann

Weil jeder Tag mit dir zählt.
Terry und Iris sind beste Freundinnen und würden durchs Feuer füreinander gehen. Aber Iris ist krank. So krank, dass sie sich heimlich entschließt, ihr Leben in der Schweiz zu beenden, solange sie es noch kann. Als Terry feststellt, dass Iris auf dem Weg dorthin ist, zögert sie keine Sekunde. Mit ihrem betagten Dad im Auto holt sie Iris gerade noch am Hafen von Dublin ein. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch England und Frankreich, und was die schlimmsten Tage in Terrys Leben hätten werden können, werden ihre besten. Denn durch Iris entdeckt sie ungeahnte Seiten an sich - und dass es ein Geschenk ist, unser Leben zu leben, jeden Tag und bis zum letzten Tag.

»Sehr lustig, sehr bewegend und ohne jegliche Sentimentalität.« Irish Times


Ciara Geraghty lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Dublin. 'Das Leben ist zu kurz für irgendwann' eroberte die Herzen der Leserinnen und Leser im Sturm und stand unter den Top Ten der Irish-Times-Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 22.03.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641252915
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Rules of the Road
    Größe: 2256 kBytes
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Das Leben ist zu kurz für irgendwann

2
WER EIN FAHRZEUG FÜHRT, DARF NUR SO SCHNELL FAHREN, DASS DAS FAHRZEUG STÄNDIG BEHERRSCHT WIRD

»Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen beträgt achtzig Stundenkilometer«, sagt Dad.

»Tut mir leid, aber ... ich hab's eilig.« Ich schaue in den Rückspiegel. Hatte geglaubt, ein Martinshorn zu hören, aber ich sehe weit und breit kein Polizeiauto.

Meine liebste Terry,

als Erstes sollst du wissen, dass du nichts hättest ändern können. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Die Angst jagt meine Gedanken im Kreis herum, immer schneller, bis ich keinen einzigen mehr zu fassen kriege.

»Hab ich dir schon mal erzählt, wie Frank Sinatra in mein Taxi gestiegen ist?«, fragt Dad.

»Nee, hast du nicht.« In den Gesprächen mit meinem Vater lüge ich ziemlich häufig.

»Es war Freitagnacht, und ich fuhr die Harcourt Street entlang. Der Verkehr war furchtbar wegen diesem Zeug ... diesem ... Wasser ...«

»Regen?«

»Ja, Regen und ...«

Und als Zweites sollst du wissen, dass du nichts hättest ändern können. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Die Ampel wird rot, und ich halte abrupt. Die Bremsen quietschen. Nächsten Monat muss der Wagen zum Verkehrstest, ich muss ihn vorher noch zur Inspektion bringen. Brendan meint, ich soll mir ein neues Auto zulegen, so einen kleinen Flitzer, mit dem ich leichter einen Parkplatz finde. Aber ich mag den wuchtigen Volvo. Stimmt natürlich, dass er sich demnächst nicht mehr gut verkaufen lässt. Aber ich fühle mich so sicher darin, und er hat mich noch nie im Stich gelassen.

»Und ich hab zu Frank gesagt, ich kenne die Texte von all Ihren Songs und ...«

Aus dem Augenwinkel sehe ich Iris' Brief auf meiner Handtasche liegen. Ich habe ihn zusammengeknüllt.

... Aber bitte akzeptiere, dass ich diese Entscheidung lange und ausführlich erwogen habe. Und ich werde sie nicht bereuen ...

Ich war noch nie zuvor am Hafen von Dublin und parke auf einem Behindertenparkplatz, obwohl ich keine Erlaubnis dafür habe.

»Dad, bleibst du bitte im Wagen? Ich ... ich muss schnell was erledigen.«

»Natürlich, Liebes, kein Problem.«

»Versprichst du mir ganz fest, dass du hier sitzen bleibst?«

»Holst du deine Mutter ab?«

»Schwör, dass du hierbleibst, bis ich wieder da bin.«

... und es mag zu viel verlangt sein, dich zu bitten, diesen Schritt zu verstehen. Aber ich hoffe, dass es dir gelingt, denn deine Meinung ist mir wichtig, und ...

Mein Vater betrachtet mich so forschend, als versuche er sich zu erinnern, wer ich bin, und vielleicht ist es auch so. Manchmal ist es schwierig zu erkennen, wann er sich wirklich an etwas erinnert und wann er nur so tut.

Ich lege ihm die Hand auf die Schulter. »Bin wirklich gleich wieder da, ja?«

Er lächelt mich zahnlos an, was bedeutet, dass er wieder sein Gebiss rausgenommen hat. Einmal habe ich es in einem alten Sportschuh von Anna im Kofferraum wiedergefunden.

»Du bist gleich wieder da«, sagt Dad, und ich bestätige das noch mal. Dann steige ich aus und schließe ihn im Auto ein.

... mit der Klinik in der Schweiz ist alles geregelt, die Papiere liegen hier bei ...

Wenn im Auto Feuer ausbricht, wird Dad nicht rauskommen und bei lebendigem Leib verbrennen. Oder an Rauchvergiftung sterben. Aber in meinem Auto hat es noch nie gebrannt, wieso soll das ausgerechnet jetzt passieren? Ich zögere. Brendan würde das als »herumeiern« bezeichnen.

... ist ja nur eine Frage der Zeit, bis es ohnehin so weit ist, und deshalb soll es jetzt passieren, bevor ich nicht mehr in der Lage bin ...

Ich rase über den Parkplatz auf die Abfertigungshalle zu und versuche dabei, an nichts zu denken. Konzentriere mich auf das Klatschen meiner Schuhe, mein hektisches Keuchen, das dröhnende Pochen meines Herzens.

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