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Das letzte Evangelium Historischer Krimi von Goldstein, Barbara (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das letzte Evangelium

Alessandra d'Ascoli auf der Jagd nach der Wahrheit 1453, eine verlassene Abtei in den verschneiten Abruzzen. Sie ist verletzt, erinnert sich an nichts. Nicht einmal an den Menschen, der ihr am nächsten stehen sollte: ihren Ehemann, der sich liebevoll um sie bemüht. Doch Alessandra traut ihm nicht, läuft vor ihm davon. Als sie auf ein Grab mit ihrem Namen stößt, beginnt für sie eine Reise in die Vergangenheit - eine Reise in die Hölle. Wer ist sie? Warum ist sie hier? Schatten huschen nachts durch die Abtei. Was suchen sie? Und wer ist der Tote, der in der Kapelle aufgebahrt liegt? Auch in den folgenden weiteren historischen Romanen von Barbara Goldstein bei beTHRILLED löst Alessandra d'Ascoli spannende Rätsel: Der vergessene Papst Der Gottesschrein Der Ring des Salomo Das Testament des Satans. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung. Barbara Goldstein, geb. 1966, arbeitete zunächst in der Verwaltung von Banken und nahm dann ein Studium der Philosophie und der Sozialen Verhaltenswissenschaften auf. Später machte sie sich als Autorin historischer Romane selbstständig und nahm ihre Leser u.a. mit in die Welt von Alessandra d'Ascoli, einer florentinischen Buchhändlerin. Barbara Goldstein verstarb im März 2014 nach langer Krankheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 523
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732553013
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 3403 kBytes
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Das letzte Evangelium

Alessandra
Kapitel 1

In der Zelle des Abtes
21. Dezember 1453
Nach dem Stundengebet der Laudes im Morgengrauen

Schlaf, dem Tode nah ...

Die Finsternis des Vergessens umgibt mich wie ein undurchdringlicher Nebel. Zwei Hände ragen daraus hervor. Blut rinnt von ihnen herab. Sind es meine Hände? Eine Hand wühlt in Fleisch und Blut, die andere umklammert den blutigen Dolch. Jemand schluchzt und schreit. Bin das ich?

Und wer ist der andere, dessen Körper verdreht auf dem Marmorboden liegt? Was ich da vor mir sehe, wird auch mit mir geschehen.

Wie ein scharfer Schmerz durchzuckt mich die Ahnung der Gefahr, die hinter mir lauert. Mein Blut gefriert zu Eiskristallen. Mit dem Dolch in der Hand wirbele ich herum. Ein schwarzer Schemen, der die Finsternis in sich aufzusaugen scheint, kommt langsam und bedrohlich auf mich zu ...

Mit einem Ruck werde ich fortgerissen. Wohin jetzt? Ich weiß es nicht. Wieder nur Finsternis um mich herum. Und immer noch das zutiefst verstörende und doch befreiende Gefühl, keinen Körper mehr zu haben, der Schmerz empfinden kann, die Qualen des Todeskampfes oder die Wonnen der sinnlichen Vereinigung mit dem Geliebten.

Ist Sterben wie Einschlafen ohne Träumen? Aber was war das eben? Eine Erinnerung? Oder ein Albtraum?

"Komm zurück!"

Wie dieser Zustand angefangen hat? Es begann mit einem Schmerz, der mich durchzuckte und dann ganz plötzlich verschwand. Dann hatte ich das Gefühl, über einem finsteren Abgrund zu schweben, erfüllt von einem überwältigenden Empfinden von Wärme, Freude und Zufriedenheit. Ich kann mich erinnern, dass ich dachte, ich wäre tot.

"Komm zurück!"

Woher kommt die Stimme? Ich lausche, doch außer dem leisen Glockenläuten, das wie von einem Wind aus weiter Ferne zu mir herübergeweht wird, kann ich nichts hören. Abwartend schwebe ich in der schwarzen Leere.

"Komm zurück! Du kannst es, wenn du es willst!"

Da ist es wieder!

Eine tiefe, samtige Stimme. Eine tröstende Stimme, in die man sich einwickeln könnte wie in eine wärmende Decke, um sicher und geborgen darin zu sein.

Ein Mann, er ist ganz nah. Als ob er neben mir steht. Als ob er mich gleich berührt. Doch ich kann nichts spüren. Wo ist er? Ist er auch gestorben?

"Komm zurück zu mir!"

Wieder ein Ruck. Dann habe ich das Gefühl, aus großer Höhe zu fallen. Von panischem Schrecken ergriffen, denke ich: Ich stürze ab!

Der Schmerz des Aufpralls lässt mich aufstöhnen. Von den herrlichen Gefühlen von Frieden und Ruhe, die mich dort erfüllt hatten, bringe ich nichts mit zurück. Sie sind fort, geblieben sind nur die Schwere und der Schmerz.

"Dieu soit avec nous!", ruft eine andere Stimme. Sie ist rau und durchdringend wie eine knarrende Tür aus altem Holz. "Fra Gil, sieh doch nur!", wechselt er ins Lateinische. "Sie hat die Augen geöffnet!" Leise raschelt Stoff. Bekreuzigt er sich?

Wie kann er mich sehen?, frage ich mich verwirrt. Es ist doch noch immer finster um mich herum! Ich kann keinen Lichtschimmer erkennen. Ein leises Knacken und Knistern, der Duft von brennendem Holz und eine glühende Hitze lassen mich auf ein flackerndes Kaminfeuer schließen, das die eisige Winterkälte vertreiben soll. Das Gemäuer oberhalb meines Kopfes strahlt eine feuchte Kälte aus, die ein entsetzliches Gliederreißen verursacht. Ein eisiger Luftzug dringt vom Ende meines Bettes zu mir. Wo bin ich?

"Allahu akbar!", flüstert die sanfte Stimme, die offenbar Fra Gil gehört. Wieder raschelt Stoff. Bekreuzigt er sich auch? Dann kann ich einen warmen Atem auf meinem Gesicht spüren. Jemand beugt sich über mich.

Seine Stimme klingt sanft und tröstend, doch ich spüre seinen Hass und seine Verachtung. Wieso hasst er mich? Was habe ich ihm getan? Panik steigt in mir auf, und ich atme tief durch, um mich zu beruhigen. Ich versuche mich zu bewegen, aber ich schaffe es nicht. Sind meine Hände gefesselt?

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