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Das Licht der Toskana Roman von Mayes, Frances (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.06.2019
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Das Licht der Toskana

Von ihrem friedlichen toskanischen Grundstück aus beobachtet die Schriftstellerin Kit Raine die chaotische Ankunft dreier amerikanischer Frauen mit regelrechten Gepäckbergen und einem Hund im Schlepptau. Kit ist fasziniert. Das ist kein gewöhnlicher Urlaub, vermutet sie. Benvenute, herzlich willkommen. Die drei Frauen haben sich in North Carolina kennengelernt. Susan, die Verwegenste des Trios, hat die zwei anderen dazu überredet, ihre Aussichten auf einen respektablen Ruhestand sausen zu lassen und stattdessen die großzügige, verwunschene Villa Assunta zu mieten. Die Freundinnen sind aufgeschlossen und neugierig, müssen sich jedoch zuerst in der fremden Kultur zurechtfinden. Susan macht sich daran, den verwilderten Garten in eine romantische Oase zu verwandeln. Julia, ohnehin eine begnadete Köchin, ist fest entschlossen, eine Meisterin der italienischen Küche zu werden. Und Camille, die sich vor langer Zeit gegen eine Karriere als Künstlerin entschieden hat, um für ihre Familie da zu sein, überkommt bei den neuen und überwältigenden Eindrucken das Bedürfnis, wieder zu malen. Kit begleitet die drei Freundinnen auf ihrem Weg und stellt dabei fest, dass auch ihr eigenes Leben noch einige Überraschungen bereithält ... Das Licht der Toskana Rückkehr ins Paradies (2001), Unser Jahr in der Toskana Das Paradies heißt Bramasole Unter der Sonne der Toskana wurde 2003 erfolgreich verfilmt. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann, dem Dichter Edward Mayes, in der Toskana und in North Carolina. Karin Dufner, geboren 1962, hat Amerikanistik und Literarisches Übersetzen studiert. Seit 1989 ist sie als Übersetzerin tätig und hat u.a. Claudia Carroll, Patricia Cornwell, Vanessa Diffenbaugh, Mhairi McFarlane und Edward Rutherfurd ins Deutsche übertragen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 14.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184636
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: 'Women in Sunlight'
    Größe: 1252 kBytes
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Das Licht der Toskana

Ankünfte

Zufällig beobachtete ich die Ankunft der drei Amerikanerinnen. Ich las schon seit einigen Stunden im Garten, machte mir ein paar Notizen und malte schwarze Punkte an die Seitenränder, damit ich spannende Sätze später wiederfand, ohne dabei das Buch zu verunstalten. An Tagen wie diesen, an denen es immer früher dunkel wird, bekommt man gegen halb fünf plötzlich Lust aufs Abendessen, und meine Gedanken wanderten zu den Kalbsschnitzeln im Kühlschrank, und ich überlegte, dazu ein Büschel des Mangolds abzuschneiden, der noch im orto wucherte. Mangold mit Rosinen, Knoblauch und Orangenschale. Thymian und Petersilie für die kleinen Kartoffeln, die Colin am Ende des Sommers ausgegraben hatte. Da die Abende sich allmählich abkühlten, legte ich das Buch weg, holte den Holzkorb aus dem Haus und ging in den Schuppen, um Olivenästchen für den Grillkamin einzusammeln.

Wieder ein Vorwand. Ich schiebe es vor mir her, über Margaret zu schreiben, meine anstrengende und rechthaberische Freundin, deren Werk ich bewundert habe. Oh, das ich noch immer bewundere. Nur, dass sich dieses Projekt anfühlt, als wolle man modrige Streichhölzer anzünden. Anstatt etwas zu schreiben, lese ich die Romane immer wieder. Ihr Treppen zum Palazzo del Drago habe ich schon ein dutzend Mal gelesen.

Ein Buch kann eine Pforte sein. Jedes von meinen schottete eine nautilusartige Kammer fest ab (gibt es das Wort nautilusartig? In der Bedeutung, dass es sich auf ein U-Boot bezieht?) und öffnete sich dann auf den nächsten bewohnbaren Raum. Früher haben meine Themen stets mich ausgewählt. Ich folge gern schemenhaften Gestalten, die mir, manchmal knapp außer Sichtweite, vorauseilen. Zeilen, die plötzlich kehrtmachen und brechen wie die Zacken einer Herzkurve. Ist Boustrophedon nicht ein fließender Schreibstil, der die Wendungen eines pflügenden Ochsen nachahmt?

Manchmal lodert mein Schreiben auf wie ein Feuer, angezündet von Lausbuben auf einem Stoppelfeld. Dann bin ich überglücklich. Diesmal jedoch habe ich meine Freundin zum Thema auserkoren. Ich fühle mich wie auf dem College, als ich mich mit einer Seminararbeit über "Das Konzept der Zeit in T. S. Eliots Vier Quartette " herumschlug. Die Arbeit machte mir Spaß und beschämte mich zugleich, zeigte sie mir doch meine Grenzen auf.

Ich lasse mich leicht ablenken. Die verschrumpelten Äpfel auf der dritten Terrasse, die noch immer golden strahlend baumeln wie im Mythos der drei Grazien, verlocken mich, eine Galette zu backen. Fitzy hat Kletten in seinem seidigen Fell und muss gebürstet werden. Meine eigenen Haare sind zerzaust. Ich würde gern ein paar Freunde zu Polenta mit Steinpilzen einladen, denn zurzeit wachsen die funghi porcini unter jeder Eiche. Mein Geist schweift in unzählige Richtungen ab.

Wenn einen das Pflichtgefühl antreibt, ist man mühelos aus der Bahn zu werfen.

Während ich trockene Zweige vom Holzhaufen nehme, spähe ich von der oberen Oliventerrasse hinunter, als Gianni, der örtliche Taxifahrer, scharf in die lange Auffahrt des Anwesens der Malpiedis gegenüber einbiegt. Die Räder seines weißen Transporters knirschen auf trockenem Gras. Malpiedi - schlechte Füße. Ich habe italienische Namen schon immer geliebt, denn sie erinnern mich an die, die meine Freunde und ich angenommen haben, als wir auf der Brachfläche neben dem Haus meiner Familie in Coral Gables Indianer spielten. Wandering Bear, Deer Heart, Straight Arrow. Einer entschied sich sogar für Flushing Toilet - gespültes Klo. Hier jedoch gibt es Bucaletto: Loch im Bett. Zappini: Kleine Hacke. Tagliaferro: Eisenschneider. Und, noch seltsamer, Tagliagamba: Er schneidet das Bein ab. Vielleicht ein auf Lammkeulen spezialisierter Metzger? Cipollini: Kleine Zwiebel. Tagliasopra: Schneidet oben. Bellocchio: Schönes Auge. Wie lebendig diese Namen sind.

In meinen ersten Jahren in Italien, fasziniert

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