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Das Licht des Nordens Roman von Donnelly, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2012
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Das Licht des Nordens

Der 12. Juli 1906 ist ein schöner, sonniger Tag. Bis man die ertrunkene Grace Brown auf die Veranda des vornehmen Glenmore Hotel legt. Für die junge Mattie, die die Briefe der Toten an ihren Geliebten aufbewahrt, ändert sich mit diesem tragischen Ereignis das ganze Leben ... Jennifer Donnelly, die sich von einem wahren Mordfall zu diesem Roman inspirieren ließ, erzählt die ergreifende Geschichte eines jungen Mädchens, das der ländlichen Enge ihrer Heimat zu entfliehen versucht - fesselnder Entwicklungsroman, Kriminalgeschichte und tragischer Liebesroman zugleich. Jennifer Donnelly wuchs im Staat New York auf. Mit ihrer 'Rosentrilogie' begeisterte sie in Deutschland unzählige Leserinnen. Auch ihre anderen Romane 'Das Licht des Nordens', 'Das Blut der Lilie' und 'Straße der Schatten' wurden preisgekrönt und ernteten bei Presse und Lesern großen Beifall. Jennifer Donnelly, deren Familie aus Schottland stammt, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Brooklyn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 20.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492960380
    Verlag: Piper Verlag
    Originaltitel: A Northern Light
    Größe: 1192 kBytes
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Das Licht des Nordens

Reiz - bar

Meine jüngste Schwester, Beth, ist fünf und wird sicher eines Tages am Fluß arbeiten - flußaufwärts oben auf dem Damm stehen und die Männer unten lauthals warnen, daß Stämme runterkommen. Die Lunge dafür hat sie.

Es war ein Frühlingsmorgen Ende März, noch keine vier Monate her, obwohl es schon viel länger zurückzuliegen scheint. Wir waren zu spät dran für die Schule, und es gab noch einiges im Haushalt zu tun. bevor wir uns auf den Weg machten, was Beth aber nicht weiter kümmerte. Sie saß einfach da, ignorierte den Maisbrei, den ich ihr gemacht hatte, und sang aus voller Kehle wie eine der Opernsängerinnen aus Utica. die in den Hotels auftreten. Bloß daß keine Opernsängerin je "Los, Harry" zum besten gab. Jedenfalls meines Wissens nicht.

Los, Harry und Tom oder Dick oder Joe

Geht mir Wasser holen!

Sie nehmen den Eimer und trödeln herum

Und tun nicht wie befohlen.

Mitten in der Wasserschlacht ruft die Köchin

" Essen " !

Und schon geht das Gerenne los,

Aus Angst man wird vergessen.

"Beth, jetzt sei still und iß deinen Brei", schimpfte ich und flocht ihr das Haar. Aber sie hörte nicht, denn sie sang ihr Lied nicht für mich oder jemand anderen von uns. Sie sang es für den leblosen Schaukelstuhl am Ofen und für den verbeulten Fischkorb an der Schuppentür. Sie sang es, um all die leeren Plätze in unserem Haus zu füllen, um die Stille zu vertreiben. Meistens machte mir ihre Krakeelerei am Morgen nichts aus, aber an diesem Morgen hatte ich mit Pa etwas zu besprechen, etwas sehr Wichtiges, und war furchtbar genervt. Wenigstens einmal wollte ich Ruhe haben. Ich wollte, daß alles in Ordnung war und alle sich gut benahmen, wenn Pa hereinkam, damit auch er in guter Stimmung wäre und sich wohlwollend anhörte, was ich zu sagen hatte.

Es gibt schwarzen Sirup und Hörnchen wie Stein,

Der Tee stinkt nach Socken, doch wir hauen rein.

Die Bohnen sind sauer, das Porridge eiskalt,

Es schmeckt wieder prima, ab geht's in den Wald.

Die Küchentür flog auf, und Lou mit ihren elf Jahren ging mit einem Eimer Milch am Tisch vorbei. Sie hatte vergessen, ihre Stiefel auszuziehen, und hinterließ eine Spur aus Mist auf dem Boden.

"Wir ziehen unsre Träger hoch und binden unsre Schuh! "

"Beth, bitte!" sagte ich und band ihr eine Schleife um den Zopf. "Lou, deine Stiefel! Du hast noch deine Stiefel an!"

"Und nehmen unsre Äxte ..."

"Was? Ich kann dich nicht verstehen, Matt", sagte Lou. "Mann, jetzt halt doch mal die Klappe", schrie sie und schlug Beth auf den Mund.

Beth kreischte auf, wand sich und warf sich gegen die Stuhllehne. Der Stuhl kippte um und prallte gegen Lous Eimer. Die Milch schwappte über, und Beth stürzte zu Boden. Sie begann zu brüllen, Lou schrie. und ich wünschte, meine Mutter wäre hier, wie ich es mir jeden Tag wünsche. Mindestens hundertmal am Tag.

Als Mama noch lebte, konnte sie für sieben Leute Frühstück machen, unsere Hausaufgaben abhören. Pas Hosen flicken, unsere Henkelmänner füllen, die Milch zum Sauerwerden ansetzen und Pastetenteig ausrollen. Alles gleichzeitig und ohne die Stimme zu heben. Ich kann von Glück reden, wenn mir der Brei nicht anbrennt und ich Lou und Beth davon abhalten kann, sich gegenseitig zu massakrieren.

Abby, die vierzehn ist, kam herein, und brachte in ihrer Schürze vier braune Eier mit. Vorsichti

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