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Das Mädchen aus der Metro Roman von Jeunet, María (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2018
  • Verlag: Thiele Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Das Mädchen aus der Metro

Zimmer mit Aussicht: Während Nicolas Cambrils, ein ehemals sehr erfolgreicher Kinderbuchautor Anfang Dreißig, versucht, das Leben seiner Freunde in Ordnung zu bringen, geht sein eigenes den Bach runter: Seit Jahren hat er nichts Brauchbares mehr geschrieben, sein Verleger droht, den Vertrag aufzukündigen, und Nico zieht mit seiner alten Olivetti Lettera in eine staubige Mansarde, die immerhin einen wunderbaren Blick über Paris bietet. Doch das ist lange her, und Nicolas muss sich inzwischen mit einem Job beim Sicherheitsdienst der Pariser Metro über Wasser halten. Eines Tages fällt ihm auf dem Monitor am Bahnsteig der Haltestelle La Concorde eine junge blonde Frau mit einem gelben Mantel und einer grünen Tasche auf, die ihn sofort verzaubert. Sie hinterlässt rätselhafte handgemalte Zettel in den Papierkörben der Metro. Nachdem Nico die erste Botschaft gelesen hat, weiß er, dass er diese Frau unbedingt wiederfinden muss. Denn ihre märchenhaften Zeichnungen inspirieren ihn zum Schreiben. Und er hat er sich hoffnungslos in sie verliebt ... MarÍa Jeunet wurde 1983 in Salamanca geboren. Seit 2013 ist sie nicht nur Geschäftsführerin ihres eigenen Unternehmens, sondern auch Autorin. Ihre ersten beiden Romane waren so erfolgreich, das María Jeunet von Lesern und Kritikern zur "Literarischen Neuentdeckung 2014" gewählt wurde. Mit Das Mädchen aus der Metro reüssierte sie bei einem der größten Verlagshäuser Spaniens. Seit 2016 hat sie in eine eigene Kolumne in der Sonntagsausgabe der Zeitung El día de Salamanca, in der sie über Bücher, Literatur und ihre Erfahrungen in der Verlagswelt schreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 420
    Erscheinungsdatum: 01.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783851794151
    Verlag: Thiele Verlag
    Größe: 728 kBytes
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Das Mädchen aus der Metro

I

SO WAR MEIN LEBEN. BIS JETZT.

1

"Es war einmal in einer unglaublichen Stadt voller Licht. Dort lebte ein sehr unglücklicher junger Mann. Er wohnte in einer kleinen Wohnung in friedlicher Nachbarschaft mit einer Mäusefamilie und verdiente gerade so viel, dass er zweimal am Tag etwas essen und einmal im Monat ins Kino gehen konnte. Doch eines Tages sorgte das Schicksal dafür, dass sich all dies änderte."

So beginnt meine Geschichte, liebe Freunde. Nur dass es sich dabei nicht um ein Märchen handelt, sondern dass alles wirklich geschehen ist, und wenn ihr es mir erlaubt, würde ich euch meine Geschichte gern erzählen.

Ich bin zweiunddreißig Jahre alt und schreibe Kinderbücher. Also, um die Wahrheit zu sagen, habe ich nur eines geschrieben, und das ist schon einige Jahre her. Es ist gut möglich, dass ihr schon mal davon gehört oder die Geschichte euren Kindern vorgelesen habt. In den letzten Jahren habe ich leider nichts Gutes mehr zustande gebracht oder zumindest nichts, was gut genug war, dass mein Verleger es veröffentlichen wollte. Wobei ich ihm das nicht vorwerfen kann, denn jede Seite, die ich seit meiner wunderbaren Geschichte geschrieben habe, ist großer Mist, wie ich leider zugeben muss. Aber was soll ich machen, ... Manchmal ist die Inspiration da, und dann verlässt sie einen wieder. Und wenn das Leben einem Zitronen gibt, kann man nicht immer Limonade daraus machen, stimmt's? In den letzten Jahren habe ich mein Leben hauptsächlich mit tränengetränkten Taschentüchern, Ärzten und Krankenschwestern verbracht. Aber ich will euch nicht deprimieren, indem ich euch etwas vorjammere. Ich werde euch lieber meine ganz eigene Geschichte erzählen.

Ich bin ein Einzelkind, dabei hätte ich immer gern einen Bruder oder eine Schwester gehabt, doch meine Eltern waren schon ziemlich alt, als ich geboren wurde, so alt, dass ihr Arzt damals meinte, dass meine Geburt schon mehr als ein Wunder gewesen sei.

"Monsieur und Madame Cambril, ich weiß nicht, wie ich es Ihnen sagen soll ..."

"Kommen Sie, Sie brauchen nichts zu beschönigen, wir können die Wahrheit ertragen. Was ist es, was da wächst? Ein Tumor? Bitte sagen Sie es uns, denn der Bauch meiner Frau wird immer dicker."

"Aber nicht doch, Monsieur und Madame Cambril, Sie werden Eltern."

"Wie bitte? Aber ... das kann nicht sein!"

"Herr Doktor, ich bin dreiundfünfzig Jahre alt und mein Mann ist sechzig. Entschuldigen Sie, dass ich das so frank und frei sage, aber das ist unmöglich."

"Ich bin mir absolut sicher. Ich habe sogar einen Kollegen hinzugezogen, und wir sind beide der Meinung, dass es ... Na ja, wie soll ich es sagen ... Es ist wirklich ... ein Wunder. Herzlichen Glückwunsch, meine Herrschaften."

An jenem Tag beschlossen meine Eltern, Paris zu verlassen, weil "das Leben dort sehr gefährlich ist", und ließen sich in einem kleinen Ort nieder, der etwa hundertfünfzig Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt. Dort waren die Straßen unregelmäßig mit grauen und sandfarbenen Steinen gepflastert. Der Name dieses Ortes ist Mont des Fleurs. Wenn man sich dort fortbewegen wollte, musste man einen steilen Hügel nach dem anderen überwinden, die alle mit Töpfen voller Blumen geschmückt waren, die die Einwohner vor ihren Häusern hegten und pflegten. Und es gab etwas, was diesen Ort zu einem ganz besonderen machte und was ich, dumm wie ich damals war, genau so in allen anderen Orten der Welt vermutete: Die Fensterläden und die Türen eines jeden Hauses waren in einer jeweils anderen leuchtenden Farbe gestrichen - indigoblau, lachs- oder senffarben, kirschrot, lindgrün ... In Mont des Fleurs brauchte man keine Adresse, man sagte einfach: "Ich wohne in dem Haus mit den smaragdgrünen Fensterläden."

Mein Irrtum wurde mir schlagartig bewusst, als ich zum ersten Mal den Nachbarort besuchte und feststellte, dass man dort tatsächlich eine korrekte Adresse w

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