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Das Mädchen mit dem Edelweiß Roman von Cantor, Jillian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Mädchen mit dem Edelweiß

Ein fast vergessener Brief, der Mut zweier Menschen und eine grenzenlose Liebe
Schon als Kind war Katie mit ihrem Vater auf Flohmärkten, um nach Briefmarken zu suchen. Immer hoffte er, eines Tages einen ganz besonderen Schatz unter ihnen zu finden. Doch daran erinnert er sich schon lange nicht mehr. Um ihrem an Alzheimer erkrankten Vater eine Freude zu bereiten, bringt Katie seine Sammlung zu dem Philatelist Benjamin. Er soll herausfinden, ob sich unter den vielen Marken eine ganz besondere befindet. Und tatsächlich entdeckt Benjamin einen ungeöffneten Brief, der mit einer seltenen Briefmarke aus den Dreißigerjahren versehen ist. Darauf zu sehen: der Stephansdom, in den ein Edelweiß eingelassen ist. Katie und Benjamin beschließen, dem Geheimnis des Briefs auf die Spur zu gehen und dessen Adressaten zu finden. Doch was sie nicht ahnen: Ihre Suche wird sie ins Österreich des Jahres 1938 führen. An den Ort, wo ein junges Paar sich einst begegnete und sich ewige Liebe versprach.
"Jillian Cantor hat mich von der ersten bis zu letzten Seite in ihren Bann gezogen." - Jerusalem Post

Jillian Cantor studierte Englisch an der Penn State University, bevor sie mit dem Schreiben begann. Für ihre Romane wurde sie in den USA bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Söhnen in Arizona.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219369
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher .42238
    Originaltitel: The Lost Letter
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Das Mädchen mit dem Edelweiß

Österreich, 1938

Zu Beginn wusste Christoph nichts über die Kraft des Stichels. Er verstand nicht, dass das kleine Gravurwerkzeug sie am Ende retten konnte. Oder umbringen. Er wusste bloß, dass man mit dem Stichel nicht sauber arbeiten konnte. Er eignete sich nicht für Stahl, nur für Leinwand.

Es gefiel ihm nicht, wie er in seiner Hand lag. Ungewöhnlich schwer, kaum zu beherrschen. Er hätte sich gewünscht, damit so leicht Linien ziehen zu können wie mit einem Pinsel oder einem Stück Kreide, doch er blieb ständig hängen. Es frustrierte ihn, dass er den Stahl nicht so elegant bearbeiten konnte wie sein Lehrmeister Friedrich.

Vielleicht würde Friedrich ihn ja hinauswerfen? Dann müsste er sich nicht nur eine neue Arbeit, sondern auch eine neue Unterkunft suchen. Als Lehrling von Friedrich bekam Christoph Kost und Logis bei der Familie Faber in deren wunderschönem Haus außerhalb von Großenburg - und zusätzlich noch fünf Schilling die Woche.

Was allerdings noch wichtiger war, er bekam die Gelegenheit, das Handwerk zu erlernen, für das Friedrich Faber in ganz Österreich bekannt war: die Briefmarkengravur. Sein größtes Werk war die beliebteste und nach Christophs Meinung auch die künstlerisch wertvollste Briefmarke des Landes, die 12-Groschen-Edelweiß. Die Marke zeigte eine atemberaubende Darstellung der schönen weißen Blume. Friedrich hatte sie im Jahr 1932 sowohl entworfen als auch graviert.

Christoph erinnerte sich genau daran, wie er diese Marke einmal auf einen Brief an seine Mutter geklebt, diesen jedoch nie abgeschickt hatte. Man konnte keine Briefe an Menschen schicken, die es nicht gab oder deren Aufenthaltsort trotz aller Mühe nicht zu ermitteln war. Schon mit dreizehn hatte Christoph die Schönheit der Marke bewundert, die perfekten Schwünge der Blütenblätter.

Er hatte immer davon geträumt, seinen Lebensunterhalt als Künstler zu verdienen. Als er im vorigen Herbst von einem anderen Straßenkünstler in Wien gehört hatte, dass Friedrich Faber, der Friedrich Faber, einen neuen Lehrling suchte, hatte er sein Arbeitszeug zusammengepackt und sein Erspartes für die zweihundert Kilometer weite Fahrt nach Großenburg geopfert. Als er dort angekommen war, hatte er Friedrich davon überzeugt, ihm die Stellung zu geben, indem er ihm einige seiner Kreidezeichnungen von Wien vorlegte.

"Du hast ein gutes Auge", hatte Friedrich gesagt, als er das Werk betrachtete, das Christoph für sein bestes hielt. Den Stephansdom, herausgearbeitet in feinstem Detail. Friedrich hob eine seiner grauen Augenbrauen. "Aber was verstehst du von Stahl, mein Junge?"

"Ich lerne schnell", hatte Christoph darauf geantwortet, und das schien Friedrich überzeugt zu haben.

Leider hatte sich bald herausgestellt, dass das nicht stimmte, jedenfalls, was das Gravieren anging.

Den Umgang mit dem Grabstichel beherrschte Christoph noch lange nicht, aber wenigstens zwei Dinge hatte er in den ersten paar Wochen begriffen. Erstens: Friedrich war älter, als Christoph ihn anfangs eingeschätzt hatte. Manchmal zitterten ihm die Hände, wenn er Christoph zeigte, wie man mit den Werkzeugen umging.

Friedrich hatte Christoph erklärt, er brauche einen Lehrling, weil genügend Arbeit für zwei Graveure anfiel, aber inzwischen vermutete Christoph, der wahre Grund für seine Einstellung war, dass Friedrich sein Handwerk bald aufgeben musste. Friedrich hatte keine Söhne.

Zweitens: Friedrich hatte zwei Töchter. Elena war siebzehn, ein Jahr jünger als Christoph, und erinnerte ihn an ein Edelweiß. Sie hatte schneeweiße Haut, lange, hellbraune Locken und strahlend grüne Augen. Miriam war dreizehn. Wenn Elena eine Blume war, dann war Miriam die summende Biene, die die Blume nicht in Ruhe ließ. Frau Faber verdrehte manchmal genervt die grünen Augen und nannte Miriam einen Irrwisch. Christoph fand Miriam unterhaltsam, ganz im Gegensatz zu ihrer Familie.

Er gewöhnte sich schnell an da

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