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Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals von Strübing, Volker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2013
  • Verlag: Voland & Quist
eBook (ePUB)
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Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals

Volker Strübing ist Geschichtenerzähler, er tritt auf Lesebühnen, Poetry Slams, Literaturfestivals sowie in Kabaretts und Comedy Clubs auf. Seine Texte sind rasant und witzig; es sind Alltagsgeschichten, die einem ernsthaften Nachdenken über die Umwelt entspringen, aber mit viel schwarzem Humor, Sprachwitz und ungewöhnlichen Blickwinkeln erzählt werden. Volker Strübing ist 'ein differenzierter Erklärer der Zeitläufte und zum Totlachen komisch'. (Gießener Anzeiger) Man fragt sich mit Volker Strübings Alter Ego, wie es wäre, wenn Facebook unsere Profile via Algorithmus selber ausfüllen könnte ('Man kann ja alles ändern') und leidet mit ihm in den 'Knochenmühlen der Fitness-Industrie'. Man lacht über den V-Mann wieder Willen, der ein florierendes Geschäft aus seinem 'Beruf' macht oder über die beiden Fahnder auf der Suche nach dem 'verheerendsten Rauschgift in der Geschichte der Menschheit' - nämlich Geld.

Volker Strübing, 1971 in Sondershausen geboren, ist in Sachsen-Anhalt und Berlin-Marzahn aufgewachsen. Er ist ausgebildeter Facharbeiter für Datenverarbeitung. Über viele Jahre war er Mitglied der Lesebühnen LSD - Liebe statt Drogen sowie der Chaussee der Enthusiasten. Er gewann 2005 bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften den Einzelwettbewerb und 2006 gemeinsam mit Micha Ebeling den Team-Wettbewerb. Sein Roman 'Das Paradies am Rande der Stadt' ist im yedermann Verlag erschienen. Mit 'Ein Ziegelstein für Dörte' erschien bei Voland & Quist eine Auswahl seiner Kurzgeschichten. Zusammen mit Kirsten Fuchs schrieb er das Buch zur 3sat-Doku 'Nicht der Süden'. Im Jahr 2010 erschien mit 'Mr. & Missis.Sippi' ein weiterer Reisebericht, der ebenfalls im Fernsehen zu sehen war. Im selben Jahr erschienen Volker Strübings Trickfilme rund um 'Kloß & Spinne' erstmals auf DVD. 2013 veröffentlichte er die Kurzgeschichtensammlung 'Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 12.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863910303
    Verlag: Voland & Quist
    Größe: 373 kBytes
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Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals

KAFKAS KOFFER

"Ich kaufe nichts, und ich will auch nicht über Gott sprechen!", schnauzte ich die beiden Idioten an, die mich aus dem Mittagsschlaf geklingelt hatten. Als ich ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen wollte, stoppte sie der größere der beiden mit seiner Möbelträgerpranke. Er schüttelte den Kopf.

"Nicht über Gott sprechen, soso", sagte der andere, ein abgebrochenes Männchen mit Mantel und Hut. "Worüber denn dann? Über Allah? Über den Propheten?"

"Über Odin?", grunzte der Schrankwandtyp und trat drohend einen Schritt nach vorn. Das Männchen legte ihm beruhigend eine Hand auf den Rücken. "Am besten, Herr S., Sie lassen uns erst einmal herein", sagte er zu mir.

"Das werde ich selbstverständlich nicht tun!"

Die beiden glotzten sich an. "Hui, das fängt ja gut an. Widerstand gegen die Staatsgewalt ..."

"Welche Staatsgewalt?"

Sie griffen in ihre Manteltaschen, holten irgendwelche Plastikkarten mit Bundesadler hervor und fuchtelten mir damit kurz vor dem Gesicht herum. "Schrader mein Name, Staatsschutz, und das hier ist mein Kollege Schlobach. Lassen Sie uns jetzt herein, oder bestehen Sie auf einer Zuführung durch ein SEK?"

Schrader fixierte mich mit leicht zusammengekniffenen Augen über den Küchentisch hinweg, Schlobach - Grobschlacht, wie ich ihn insgeheim getauft hatte - saß neben ihm und grabbelte mit seinen Wurstfingern ungeniert in meiner Obstschale.

"Darf ich vielleicht erfahren, worum es geht?", fragte ich, kleinlauter, als ich eigentlich wollte. Schrader antwortete nicht.

"Was habe ich denn getan?"

Er seufzte: "Sehen Sie, Herr S., das ist genau die Frage, die uns umtreibt. Was haben Sie getan? Oder auch: Was planen Sie zu tun? Wir hatten gehofft, Sie könnten ein wenig Licht in diese Angelegenheit bringen."

"Wie bitte? Ich habe Mittagsschlaf gehalten. Und ich plane, einkaufen zu gehen, sobald wir das hier hinter uns gebracht haben."

Schrader grinste. "Sehr witzig", sagte er. Und, zu Grobschlacht: "Ein echter Scherzkeks, nicht wahr?!"

"Lange nicht mehr so gelacht", brummte Grobschlacht ohne eine Miene zu verziehen.

Ich rutschte unruhig auf meinem Stuhl herum. "Sagen Sie doch bitte einfach, was mir vorgeworfen wird! Sicher ist es nur ein Missverständnis oder eine Verwechslung!"

"Herr S., wenn wir wüssten, was Sie getan haben oder zu tun beabsichtigen, dann säßen wir nicht hier in Ihrer Küche beim gemütlichen Plausch, sondern in Verhörraum drei, und Ihre Hände wären an die Stuhlbeine gefesselt."

"Ähm, heißt das, mir wird gar nichts vorgeworfen?"

"Noch nicht, Herr S., noch nicht!"

"Und was soll das Ganze dann? Was wollen Sie von mir?"

"Es gab Hinweise. Ein, nun, sagen wir: 'wachsamer Bürger' hat uns auf Sie aufmerksam gemacht. Und dem müssen wir natürlich nachgehen. Nicht, dass es am Ende wieder heißt, die Sicherheitsbehörden hätten versagt und Hinweise ignoriert."

"Ja, gut, aber was für Hinweise denn? Was hat Ihnen dieser 'wachsame Bürger' denn über mich erzählt?" Mir fielen eine ganze Reihe Verfehlungen ein, aber beim besten Willen keine, für die sich irgendein Geheimdienst interessieren würde. "Habe ich den Müll falsch getrennt?"

"Haben Sie das, Herr S.?"

"Was weiß ich! Aber Sie sind ja wohl nicht deswegen hier."

"Nicht direkt, aber selbstverständlich interessieren uns alle Puzzlestücke, die unser Bild vervollständigen könnten." Schrader nickte seinem Kollegen zu, der aufstand, um meine Mülleimer zu inspizieren. "Aber unser Zuträger hat uns etwas anderes über Sie verraten ..."

"Und zwar?"

Er lächelte. "Immer schön den Ahnungslosen spielen was?! Jaja, nun gucken Sie nicht so, ich habe schon bessere Schauspieler als Sie gesehen! Unser Informant jedenfalls beschreibt Sie als freundlichen, unauffälligen, alleinstehenden Mann, Herr S.!"

"Ja, na und?" Ich brach ab,

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