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Das Mädchen von Treppi Novelle von Heyse, Paul (eBook)

  • Verlag: Null Papier Verlag
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Das Mädchen von Treppi

Neue Deutsche Rechtschreibung Paul Johann Ludwig von Heyse (15.03.1830-02.04.1914) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer. Neben vielen Gedichten schuf er rund 180 Novellen, acht Romane und 68 Dramen. Heyse ist bekannt für die 'Breite seiner Produktion'. Der einflussreiche Münchner 'Dichterfürst' unterhielt zahlreiche - nicht nur literarische - Freundschaften und war auch als Gastgeber über die Grenzen seiner Münchner Heimat hinaus berühmt. 1890 glaubte Theodor Fontane, dass Heyse seiner Ära den Namen 'geben würde und ein Heysesches Zeitalter' dem Goethes folgen würde. Als erster deutscher Belletristikautor erhielt Heyse 1910 den Nobelpreis für Literatur. Null Papier Verlag Paul Heyse (1830-1914) ist ein Mitglied der Riege deutscher Literaturnobelpreisträger. Er bekam den Preis 1910 als erster deutscher Dichter überhaupt verliehen - Mommsen (1902) war Historiker. Theodor Fontane glaubte 1890, dass Heyse seiner Epoche 'den Namen geben' und ein 'Heysesches Zeitalter' dem Goetheschen folgen werde. Heyse war Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer. Er pflegte zahlreiche Freundschaften und war auch als Gastgeber berühmt. Viele seiner Novellen siedelte Heyse in seiner Wahlheimat Italien an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 63
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962811259
    Verlag: Null Papier Verlag
    Größe: 1059 kBytes
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Das Mädchen von Treppi

Das Mädchen von Treppi

(1855)

Auf der Höhe des Apennin, wo er sich zwischen Toskana und dem nördlichen Teil des Kirchenstaats hinzieht, liegt ein einsames Hirtendorf, Treppi genannt. Die Pfade, die hinaufführen, sind für Wagen unzugänglich. Viele Stunden weiter nach Süden in großem Umweg überschreitet die Straße der Posten und Vetturine 1 das Gebirge. Treppi vorüber ziehen nur Bauern, die mit den Hirten zu handeln haben, selten ein Maler oder ein landstraßenscheuer Fußwanderer, und in den Nächten die Schmuggler mit ihren Saumtieren, die das öde Dorf, wo sie kurze Rast machen, auf noch viel raueren Felswegen zu erreichen wissen, als alle andern.

Es war erst gegen die Mitte Oktobers, eine Zeit, wo die Nächte in dieser Höhe noch von großer Klarheit zu sein pflegen. Heute aber hatte sich nach dem sonnenheißen Tage ein feiner Nebel aus den Schluchten heraufgewälzt und breitete sich langsam über die edel geformten nackten Felszüge des Hochlandes. Es mochte gegen neun Uhr abends sein. In den zerstreuten niedrigen Steinhütten, die über Tag nur von den ältesten Weibern und jüngsten Kindern bewacht werden, glommen nur noch schwache Feuerscheine. Um die Herde, über denen die großen Kessel wankten, lagen die Hirten mit ihren Familien und schliefen; die Hunde hatten sich in die Asche gestreckt; eine schlaflose Großmutter saß wohl noch auf einem Haufen Felle und bewegte mechanisch die Spindel hin und her, Gebete murmelnd, oder ein unruhig schlafendes Kind im Korbe schaukelnd. Die Nachtluft zog feucht und herbstlich durch die handgroßen Lücken in der Mauer, und der Rauch der ruhig ausbrennenden Herdflamme, der jetzt vom Nebel gedrängt wurde, schlug schwerfällig zurück und floss an der Decke der Hütte hin, ohne dass es der Alten beschwerlich ward. Hernach schlief auch sie mit offenen Augen, soviel sie konnte.

Nur in einem Hause war noch Bewegung. Es hatte auch nur ein Stockwerk wie die andern; aber die Steine waren besser gefugt, die Tür breiter und höher, und an das weite Viereck, das die eigentliche Wohnung ausmachte, lehnten sich mancherlei Schuppen, angebaute Kammern, Ställe und ein gut gemauerter Backofen. Vor der Haustür stand ein Trupp beladener Pferde, denen ein Bursch eben die geleerten Krippen wegriss, während sechs bis sieben bewaffnete Männer aus dem Hause traten, in den Nebel hinaus, und eilig ihre Tiere rüsteten. Ein uralter Hund, der neben der Tür lag, bewegte nur leicht den Schweif, als sie aufbrachen. Dann erhob er sich müde von der Erde und ging langsam in das Innere der Hütte, wo das Feuer noch hell brannte. Am Herde stand seine Herrin, dem Feuer zugewendet, die stattliche Gestalt regungslos, die Arme an den Hüften herabhängend. Als der Hund mit der Schnauze sanft gegen ihre Hand rührte, wandte sie sich, als schrecke sie aus Träumen auf. "Fuoco", sagte sie, "mein armes Tier, geh schlafen, du bist krank!" - Der Hund winselte und bewegte den Schweif dankbar. Dann kroch er auf ein altes Fell neben dem Herd und streckte sich hustend und winselnd nieder.

Indessen waren auch einige Knechte hereingekommen und hatten sich um den großen Tisch an die Schüssel gesetzt, welche die abziehenden Schmuggler soeben verlassen hatten. Eine alte Magd füllte sie aus dem großen Kessel von neuem mit Polenta, und setzte sich nun ebenfalls mit ihrem Löffel zu den andern. Während sie aßen, wurde kein Wort laut; die Flamme knisterte, der Hund stöhnte heiser aus dem Schlaf, das ernsthafte Mädchen saß auf den Steinplatten des Herdes, ließ das Schüsselchen mit der Polenta, das ihr die Magd besonders hingestellt hatte, unberührt und sah in der Halle umher, ohne Gedanken in sich versunken. Vor der Tür stand der Nebel jetzt schon wie eine weiße Wand. Aber zugleich ging der halbe Mond eben hinter dem Rand des Felsens in die Höhe.

Da kam es wie Hufschlag und Menschentritte die Straße herauf. - "Pietro!" rief die junge Hausherrin mit ruhig erinnerndem Ton. Ein langer Bursch s

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