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Das neue Leben der Ärztin Cassiopeiapress Arztroman von Stirling, Glenn (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Das neue Leben der Ärztin

Arztroman von Glenn Stirling Der Umfang dieses Buchs entspricht 114 Taschenbuchseiten. Dr. Verena Paulsen hat sich ein neues Leben aufgebaut und arbeitet als Ärztin in der Paul-Ehrlich-Klinik. Völlig unerwartet taucht dort eine Bekannte von früher auf, was sie in Angst und Schrecken versetzt. Es scheint, die Vergangenheit hole die Ärztin ein. Doch vor was versteckt sie sich, vor was läuft sie davon?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 113
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743860490
    Verlag: BookRix
    Größe: 465 kBytes
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Das neue Leben der Ärztin

2

Es ist Helen, dachte Verena, als sie in das Antlitz der eben operierten jungen Frau blickte. Du lieber Gott, wie kommt die hierher? Wenn Sie mich sieht! Wenn sie mich erkennt, sobald sie aufwacht, ist alles verloren! Sie darf mich niemals erkennen. Sie darf mir niemals begegnen.

Mit diesen Gedanken war sie aus dem OP gestürmt, war sie weggelaufen, obgleich sie doch vom Verstand her wusste, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, ehe die Patientin zu sich kam. Aber dieser Schock, den sie soeben empfunden hatte, überschattete all ihr übriges Denken. Nur weg von dieser Frau! Nur weg von dem Ort, wo sie ist! Sie darf mich niemals sehen.

In fliegender Hast kleidete sich Verena um. Und sie hoffte, keinem der Kollegen zu begegnen. Nicht jetzt. Und sie fürchtete besonders eine Begegnung mit Ute.

Es war töricht, so wegzulaufen. Ute wird mich sicher danach fragen, dachte Verena. Ich muss aus dem Haus. Ich muss mir etwas einfallen lassen.

Und dann hatte sie diesen Einfall. Ich werde krank sein, dachte sie. Ich gehe zu Professor Winter und melde mich krank. Ich werde sagen, dass ich plötzlich Durchfall habe, dass mir schlecht ist. Er muss es respektieren.

Eine Viertelstunde später stand sie vor der Sprechstundenhilfe von Professor Winter.

"Ist der Chef nicht da?" .

Renate Angern schüttelte den Kopf. "Nein. Er hat eine Besprechung der Verwaltung, kommt aber sicher gleich zurück. Ich glaube, es lohnt sich auf ihn zu warten. Er will heute pünktlich zum Essen sein. Ich habe gehört, wie er es seiner Frau versprochen hat."

Verena wartete. Und während dieser Zeit kreisten ihre Gedanken um dieses Gesicht, das sie im OP gesehen hatte.

Ein Irrtum war unmöglich. Es muss Helen sein, dachte sie. Und wenn es Helen ist, bin ich verloren, sobald sie mich sieht.

Endlich kam Professor Winter. Lächelnd blickte er auf Verena, die sich erhoben hatte und fragte: "Was verschafft mir die Ehre?"

Ihr war noch immer flau im Magen und sie empfand es nur als halbe Lüge, als sie erklärte:

"Herr Chefarzt, mir ist überhaupt nicht gut. Ich habe Kopfschmerzen und Durchfall. Könnte ich nicht..."

"Aber natürlich, gehen Sie nach Hause. Oder soll ich Sie zu den Internisten schicken?"

Um Himmels willen!, dachte Verena und sagte:

"O nein, das ist nicht nötig, vielen Dank. Wenn ich nur jetzt..."

"Aber natürlich, dann gehen Sie doch. Und gute Besserung! Soll Sie jemand nach Hause bringen? Sie haben noch ein ganzes Stück, nicht wahr?"

"Es geht schon, ich werde ein Taxi nehmen."

"Es kann Sie doch jemand fahren!" Verena war schon an der Tür, lächelte gequält und erwiderte:

"Vielen Dank, Herr Professor, es geht schon. Vielen Dank."

Dann war sie draußen. Jetzt war ihr wirklich flau und sie hätte eigentlich auf die Toilette gehen müssen. Doch sie wollte nicht, wollte keine unnütze Zeit hier im Hause bleiben. Die Angst schnürte ihr fast die Kehle zu. Die Angst, Helen erneut zu begegnen, ganz gleich wo. Wenn Helen bei Bewusstsein ist, dachte sie, und mich sieht... Nein, es darf nicht alles kaputtgehen. Es ist ein neuer Anfang gewesen. Ich kann nicht schon wieder flüchten und woanders hingehen. Ich will hier bleiben, ich will hier neu anfangen.

Sie hätte nicht sagen können, wie sie aus dem Haus gekommen war. Aber dann saß sie in einem Taxi, hatte ihre Adresse genannt, und der Wagen fuhr.

Der Taxifahrer versuchte ein Gespräch mit ihr anzufangen, gab es aber auf, als er von Verena keine Antwort bekam.

Sie hatte als Adresse ein Wohnhochhaus im Stadtteil Tannenbusch genannt.

Als der Fahrer dort hielt und sie bezahlt hatte, stieg sie aus, blickte flüchtig an der hohen Front des Hauses empor und ging dann mit raschen Schritten auf die gläserne Haustür zu.

Kinder spielten auf dem Rasen vor dem Gebäude und ein kleines Mädchen grüßte Verena.

Sie nickte nur und betrat das Haus. Mit dem

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