text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Schloss von Kafka, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2014
  • Verlag: RUTHebooks
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Schloss

Franz Kafka - Das Schloss

'Das Schloss' ist ein unvollendeter und postum veröffentlichter Roman von Franz Kafka. Das Buch handelt vom Landvermesser K. und einem geheimnisvollen Schloss ...

Für RUTHeBooks Klassiker lassen wir alte und schon lange vergriffene Werke als eBooks wieder auferstehen. Wir möchten Ihnen diese Bücher nahe bringen, Sie in eine andere Welt entführen. Manchmal geht das einher mit einer für unsere Ohren seltsam klingenden Sprache oder einer anderen Sicht auf die Dinge, so wie das eben zum Zeitpunkt des Verfassens vor 100 oder mehr Jahren "normal" war. Mit einer gehörigen Portion Neugier und einem gewissen Entdeckergeist werden Sie beim Stöbern in unseren RUTHeBooks Klassikern wunderbare Kleinode entdecken. Tauchen Sie mit uns ein in die spannende Welt vergangener Zeiten!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 02.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945667323
    Verlag: RUTHebooks
    Größe: 436kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Schloss

Kapitel 1

Es war spät abends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor.

Dann ging er ein Nachtlager suchen; im Wirtshaus war man noch wach, der Wirt hatte zwar kein Zimmer zu vermieten, aber er wollte, von dem späten Gast äußerst überrascht und verwirrt, K. in der Wirtsstube auf einem Strohsack schlafen lassen. K. war damit einverstanden. Einige Bauern waren noch beim Bier, aber er wollte sich mit niemandem unterhalten, holte selbst den Strohsack vom Dachboden und legte sich in der Nähe des Ofens hin. Warm war es, die Bauern waren still, ein wenig prüfte er sie noch mit den müden Augen, dann schlief er ein. Aber kurze Zeit darauf wurde er schon geweckt. Ein junger Mann, städtisch angezogen, mit schauspielerhaftem Gesicht, die Augen schmal, die Augenbrauen stark, stand mit dem Wirt neben ihm. Die Bauern waren auch noch da, einige hatten ihre Sessel herumgedreht, um besser zu sehen und zu hören. Der junge Mann entschuldigte sich sehr höflich, K. geweckt zu haben, stellte sich als Sohn des Schloß-Kastellans vor und sagte dann: "Dieses Dorf ist im Besitze des Schlosses, wer hier wohnt oder übernachtet, wohnt oder übernachtet gewissermaßen im Schloß. Niemand darf das ohne gräfliche Erlaubnis. Sie aber haben eine solche Erlaubnis nicht oder haben sie wenigstens nicht vorgezeigt."

K. hatte sich halb aufgerichtet, hatte die Haare zurecht gestrichen, blickte die Leute von unten her an und sagte: "In welches Dorf habe ich mich verirrt? Ist denn hier ein Schloß?"

"Allerdings," sagte der junge Mann langsam, während hier und dort einer den Kopf über K. schüttelte, "das Schloß des Herrn Grafen Westwest."

"Und man muß die Erlaubnis zum Übernachten haben?" fragte K., als wolle er sich davon überzeugen, ob er die früheren Mitteilungen nicht vielleicht geträumt hätte.

"Die Erlaubnis muß man haben", war die Antwort und es lag darin ein grober Spott für K., als der junge Mann mit ausgestrecktem Arm den Wirt und die Gäste fragte: "Oder muß man etwa die Erlaubnis nicht haben?"

"Dann werde ich mir also die Erlaubnis holen müssen", sagte K. gähnend und schob die Decke von sich, als wolle er aufstehen.

"Ja von wem denn?" fragte der junge Mann.

"Vom Herrn Grafen," sagte K., "es wird nichts anderes übrigbleiben."

"Jetzt um Mitternacht die Erlaubnis vom Herrn Grafen holen?" rief der junge Mann und trat einen Schritt zurück.

"Ist das nicht möglich?" fragte K. gleichmütig. "Warum haben Sie mich also geweckt?"

Nun geriet aber der junge Mann außer sich. "Landstreichermanieren!" rief er, "ich verlange Respekt vor der gräflichen Behörde! Ich habe Sie deshalb geweckt, um Ihnen mitzuteilen, daß Sie sofort das gräfliche Gebiet verlassen müssen." "Genug der Komödie", sagte K. auffallend leise, legte sich nieder und zog die Decke über sich. "Sie gehen, junger Mann, ein wenig zu weit und ich werde morgen noch auf Ihr Benehmen zurückkommen. Der Wirt und die Herren dort sind Zeugen, soweit ich überhaupt Zeugen brauche. Sonst aber lassen Sie es sich gesagt sein, daß ich der Landvermesser bin, den der Graf hat kommen lassen. Meine Gehilfen mit den Apparaten kommen morgen im Wagen nach. Ich wollte mir den Marsch durch den Schnee nicht entgehen lassen, bin aber leider einigemal vom Weg abgeirrt und deshalb erst so spät angekommen. Daß es jetzt zu spät war, mich im Schloß zu melden, wußte ich schon aus Eigenem, noch vor Ihrer Belehrung. Deshalb habe ich mich auch mit diesem Nachtlager hier begnügt, das zu stören Sie die, gelinde gesagt, Unhöflichkeit hatten. Damit sind meine Erklärungen beendet. Gute Nacht, meine Herren." Und K. drehte sich zum Ofen hin.

"Landvermesser?" hörte er noch hinter

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen