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Das Schweigen im Walde (Historischer Roman) Ein Heimatroman des Autors von Das Gotteslehen, Lebenslauf eines Optimisten und Der Ochsenkrieg von Ganghofer, Ludwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2015
  • Verlag: e-artnow
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Das Schweigen im Walde (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Das Schweigen im Walde (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Zur Handlung: Fürst Heinz von Ettingen braucht eine Auszeit und will einen ruhigeren Lebensstil beginnen. Außerdem will er Abstand von seiner exaltierten Freundin Baronin Edith von Prankha gewinnen. Sein Verwalter Kersten organisiert daher einen Aufenthalt in seinem neu erworbenen Jagdrevier in den Salzburger Bergen. So reist er unter falschem Namen Wendhaus, nur begleitet von seinem eingebildeten und verschlagenen Diener Martin, dorthin. Hier verbringt er die Zeit im Haus des Jagdverwalters zusammen mit drei unverheirateten Jagdgehilfen. Von Ettringen lernt bei seinen Streifzügen die junge Malerin Lo Petri kennen, die auf einem Esel reitend wie eine Fee aus dem Dunst der Morgensonne auftaucht. Von da an ist es um ihn geschehen und er verbringt so viel Zeit wie möglich mit ihr und ihrem jüngeren Bruder Gustl. Die beiden leben in einem kleinen Blockhaus am See, und Lo widmet sich der Landschaftsmalerei... Ludwig Ganghofer (1855-1920) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine Heimatromane bekannt geworden ist. Aus dem Buch: 'Erst bei diesem Wort des Jägers bekam Ettingen Augen, um zu sehen. 'Ach!' Das war ein Laut, als würde ihm das Herz zerdrückt. Mit zitternden Armen preßte er die Ohnmächtige an sich, schmiegte ihren Kopf an seine Brust und streichelte ihr das Haar und die Wange. Wie müd und erschöpft ihr schönes Antlitz war, wie entstellt von Rußflecken und vom Staub der Asche! 'Und ihre lieben Hände!' Sie waren grau vom Steinsand, wund von Rissen, fast alle Nägel gebrochen und mit Blut unterlaufen.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 3
    Erscheinungsdatum: 19.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026845775
    Verlag: e-artnow
    Größe: 837 kBytes
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Das Schweigen im Walde (Historischer Roman)

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis
Der letzte Dämmerschein des Abends war erloschen, und über dem Jagdhaus lag eine sternschöne Nacht.

Im Wohnzimmer des Fürsten standen die Fenster offen, und die Lampenhelle warf rötliche Lichtbänder über das dunkle Almfeld hinaus. Das Gebimmel der Glocken war verstummt, doch in Burgis Sennhütte ging es noch lustig zu; Schwatzen und Lachen wechselte mit Gesang und Zitherspiel.

In einem Lehrstuhl saß der Fürst am offenen Fenster, und während er den Rauch der Zigarette vor sich hin blies, lauschte er bald dem unermüdlichen Frohsinn, der durch die Nacht zu ihm heraufklang, bald wieder blickte er sinnend über die schwarzen Wipfel hinüber zu den Felswänden, die sich grau emporhoben in das tiefe Stahlblau des Himmels. Wie stark und feurig in der reinen Höhenluft die Sterne funkelten! Als wären es andere, schönere Sterne als jene, die man dort unten sieht, in der staubigen Ebene und im Ruß der Stadt!

Tief atmend erhob sich der Fürst. Ein paarmal wanderte er durch das Zimmer, dann setzte er sich an den Schreibtisch, um einen Brief zu beginnen.

"Mein lieber, treuer, väterlicher Freund!

Ich danke Dir von Herzen! Und ich kann nicht schlafen gehen, bevor ich Dir das nicht gesagt haben. Als meine Ärzte befahlen: drei Monate nach dem Süden und dann ungestörte Ruhe in reiner Höhenluft! - und als Du sagtest: Bis du wiederkommst, will ich für dich einen Fleck Erde aussuchen, der dir Ruhe gibt! - da wußte ich schon, wie gut Du für mich sorgen würdest. Aber heute hab ich mehr gefunden, als ich selbst bei einer ungebührlichen Rechnung auf Deine Freundschaft erwarten konnte. Welch ein schönes Waldheim hast Du mir da bereitet! Und Dank für die behagliche Stube! In ihr sitze ich und schreibe. Ich habe mich hier daheim gefühlt von der ersten Stunde an. Und so viel Ruhe ist hier! Sie beginnt auch schon zu wirken. Kein Brennen meiner Wunde mehr. Und wenn mich eins noch quält, so ist es die Bitterkeit gegen mich selbst. Von einem kalten Grauen durchrieselt, betrachte ich den Taumel, der mich ausgestoßen, und atme auf. Jetzt fühle ich mich erlöst von der letzten Kette dieser wahnsinnigen Leidenschaft. Jetzt bin ich frei.

Frei! Könntest Du dieses kleine Wort so lesen, wie ich es im Niederschreiben fühle! Frei! Das war ich noch gestern nicht. Nicht weniger in den Tagen zuvor. Diese Irrfahrtswochen im Süden! Der Ekel schüttelte mich bis auf die Knochen. Doch mitten im bitteren Nachgeschmack immer wieder eine Erinnerung, die sich wie Sehnsucht fühlte! Dann fragte ich mich erschrocken: lieb ich sie noch, kann ich sie denn noch lieben? Dazu diese Menschen, diese Begegnungen! Als hätte sich unser ganzer Kreis von zu Hause systematisch über meine Reiseroute verteilt, um mich zu martern. In Capri, Amalfi, Rom, Bordighera, überall lief mir einer über den Weg, und die erste Frage war immer eine Frage nach ihr !

Man wird in unserer guten Gesellschaft durch keine Großtat so berühmt, als wenn man sich vergißt und vom sauberen Bürgersteig des Lebens hinuntertappt in die Gosse.

Heute früh noch, bei der Abfahrt in Innsbruck, wer steht vor mir? Der Edle von Sensburg! Der 'kleine süße Mucki'! Du weißt, wer ihn so zu rufen liebte. Und seine erste Frage: ' Vous seul, mon prince?' Ich hätte ihn mit der Faust ins Gesicht schlagen mögen. Und als er mir's abgequetscht hatte, wohin ich ging, schien er auf eine Einladung zur 'Gamsjagd' zu warten -- er sagt natürlich nicht Gemse, sondern 'Gams', immer echt, der kleine süße Mucki! Während der ganzen Fahrt verfolgte mich sein Kattungesicht, und immer roch ich seine peau d'Espagne - er hatte, während er mit mir sprach, den Arm auf die Wagenlehne gestützt. Um das Parfüm loszuwerden, nahm ich mir in Leutasch eine Bauernkutsche. Es half nicht. Nun quälte mich die Erinnerung an die Tage und Nächte, die ich mit diesem Menschen verbringen mußte, weil sie es als l

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