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Das Spiel der Mächtigen Roman von Archer, Jeffrey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Spiel der Mächtigen

Zwei Männer, grundverschieden und doch gleich: Der eine, Lubji Hoch, entstammt einer armen Familie osteuropäischer Juden. Er beginnt im Nachkriegs-Berlin mit dem Aufbau einer Zeitung. Der andere, Keith Townsend, Sohn eines Zeitungsbesitzers in Melbourne, steigt in wenigen Jahren zum bedeutendsten Verleger Australiens auf. Doch seine Träume gehen weit darüber hinaus. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Kreise dieser beiden Männer im Angesicht vom Kampf um Macht und Liebe schneiden werden. Jeder von ihnen hat das Ziel, das größte Medienimperium der Welt zu besitzen. Nur einer von ihnen wird überleben ... Dieses Buch erschien in Deutschland bereits unter dem Titel "Imperium". Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug zunächst eine bewegte Politiker-Karriere ein. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller, "Kain und Abel" war sein Durchbruch. Mittlerweile zählt Jeffrey Archer zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Seine historischen Reihen "Die Clifton-Saga" und "Die Warwick-Saga" begeistern eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London, Cambridge und auf Mallorca.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 832
    Erscheinungsdatum: 13.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218003
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 47158
    Originaltitel: The Fourth Estate
    Größe: 1467 kBytes
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Das Spiel der Mächtigen

2

The Citizen

5. November 1991

Townsend vor dem Bankrott

"Irgendwelche Anrufe?", erkundigte sich Keith Townsend, als er am Schreibtisch seiner Sekretärin vorbei zu seinem Büro ging.

"Der Präsident hat aus Camp David angerufen, kurz bevor Sie in die Maschine gestiegen sind", antwortete Heather.

"Über welche meiner Zeitungen hat er sich diesmal geärgert?", wollte Townsend wissen und setzte sich.

"Den New York Star. Ihm ist zu Ohren gekommen, dass Sie auf der morgigen Titelseite seinen Kontostand veröffentlichen wollen."

"Es ist wahrscheinlicher, dass mein Kontostand morgen Schlagzeilen macht." Townsends australischer Akzent war ausgeprägter als sonst. "Was noch?"

"Margaret Thatcher hat ein Fax aus London geschickt. Sie hat sich mit Ihren Bedingungen für einen Vertrag über zwei Bände einverstanden erklärt, obwohl Armstrongs Angebot höher lag."

"Da kann ich nur hoffen, dass auch mir jemand sechs Millionen Dollar bietet, wenn ich meine Memoiren schreibe."

Heather rang sich ein schwaches Lächeln ab.

"Sonst noch jemand?"

"Gary Deakins wird mal wieder vor den Richter zitiert."

"Weshalb diesmal?"

"Auf der gestrigen Titelseite der Truth hat er den Erzbischof von Brisbane der Vergewaltigung beschuldigt."

"Die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit", meinte Townsend lächelnd. "Solange sie die Auflage steigert."

"Bedauerlicherweise hat sich herausgestellt, dass die Frau, die Seine Eminenz angeblich vergewaltigt hat, eine sehr bekannte Laienpredigerin ist - und seit Langem eine gute Freundin der erzbischöflichen Familie. Da steht Gary wohl ein Gang nach Canossa bevor."

Townsend lehnte sich in seinem Sessel zurück und hörte sich weiter die unzähligen Probleme anderer Menschen rund um den Erdball an: die üblichen Beschwerden von Politikern, Geschäftsleuten und sogenannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die seine sofortige Stellungnahme erwarteten und verlangten, dass Townsend ihre unverzichtbaren Karrieren rettete. Morgen um diese Zeit würden die meisten von ihnen sich wieder beruhigt haben und durch ein anderes Dutzend gleichermaßen aufgeregter, gleichermaßen unverschämter Primadonnen verdrängt worden sein. Townsend wusste, dass jeder dieser selbsternannten VIP s sich diebisch freuen würde, wenn er wüsste, dass Townsends Karriere am Rande des Zusammenbruchs stand - und das, nur weil der Direktor einer kleinen Bank in Cleveland verlangte, dass ein Kredit von fünfzig Millionen Dollar bis zum Ende des Tages zurückbezahlt wurde.

Während Heather mit der Anrufliste fortfuhr - die meisten stammten von Leuten, deren Namen Townsend nichts sagten -, schweiften seine Gedanken zu der Rede zurück, die er am vergangenen Abend gehalten hatte. Eintausend seiner Spitzenkräfte aus der ganzen Welt hatten sich zu einer dreitägigen Konferenz auf Honolulu eingefunden. Bei seiner Schlussrede hatte Townsend ihnen versichert, dass die Global Corporation "optimal auf die Herausforderungen der neuen Medienrevolution vorbereitet" sei. "Unser Unternehmen ist der Konkurrenz überlegen, denn wir sind am besten dafür qualifiziert, die Medien ins einundzwanzigste Jahrhundert zu führen", waren die letzten, von allen Anwesenden minutenlang bejubelten Worte seiner Rede gewesen. Beim Blick hinunter in den dicht gefüllten Saal voller zuversichtlicher Gesichter hatte Townsend sich gefragt, wie viele von diesen Trotteln ahnten, dass die Global in Wahrheit kurz vor der Pleite stand.

"Was soll ich wegen des Präsidenten unternehmen?", fragte Heather bereits zum zweiten Mal.

Die Frage riss Townsend in die Wirklichkeit zurück. "Welcher Präsident?"

"Der Präsident der Vereinigten Staaten."

"Warten Sie, bis er noch mal anruft. Bis dahin hat er sich vielleicht ein bisschen beruhigt. Ich werde inzwischen mit dem Herausgeber des

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