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Das Tal der Orangen Roman von Courtot, Béatrice (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Das Tal der Orangen

Der Duft der Orange macht den geheimen Zauber von Magdalenas Ensaïmadas aus. Für ihr traditionelles Gebäck ist sie auf ganz Mallorca bekannt. Doch als der Spanische Bürgerkrieg ausbricht, verliert Magdalena die wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Sie entscheidet sich, ihrem Herzen zu folgen, und kämpft für die Freiheit und für die, die sie liebt. Dafür begibt sie sich in große Gefahr. Jahrzehnte später ist Magdalenas Urenkelin Anaïs auf den Spuren ihrer Urgroßmutter. Das Schicksal führt sie ins Tal der Orangen ... "Ein gut recherchiertes Buch, toll geschrieben, mit einer starken Heldin ... Mallorca ist entzückend." Ariane Bois, Schriftstellerin Béatrice Courtot ist 29 Jahre alt und stammt aus Bordeaux. Sie hat in Aix-en-Provence, Madrid und Paris gelebt, wo sie heute im Bereich der nachhaltigen Entwicklung arbeitet. "Das Tal der Orangen" ist ihr erster Roman. Er ist mit dem französischen Prix du Livre Romantique 2018 ausgezeichnet worden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 03.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678599
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: La vallée des oranges
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Das Tal der Orangen

1. Kapitel

In einer großen Steingutschüssel rührte Anaïs Mehl, Milch, Zucker, Eier und Olivenöl zusammen. Ein angenehmer Duft nach Orangenblüten hatte sich in der Küche ausgebreitet. Durch das offene Fenster drang das Klirren der Löffel ihrer Angestellten herein. Sie wischte sich die mehlbestäubten Hände an ihrer Schürze ab und warf einen Blick auf die Uhr. Die Ensaïmadas würden pünktlich fertig sein. Nach dem Kneten musste der Teig gut eine Stunde ruhen. Dann würde sie ihn mit den Händen zu Schnecken formen wie ein Bildhauer und in den Ofen schieben. Ihr langer brauner Zopf schaukelte im Rhythmus ihrer schnellen Schritte, während sie zwischen der Arbeitsplatte und dem Tisch aus Olivenholz hin- und herging.

Diese Bewegungen waren seit Generationen ein Teil von Anaïs' Familie. Das Café de l'Ensaïmada war in der Hauptstadt zu einem Genusstempel aufgestiegen. Seinen Namen trug es zu Ehren dieses typischen Gebäcks der Balearen, von denen Anaïs' Vorfahren stammten, und es war zum angesagten Treffpunkt der Pariser Bürger geworden, an dem sich erlesene Genüsse, mediterraner Charme und authentische Rezepte mischten.

"Gib noch ein wenig Puderzucker hinzu. Man soll den bitteren Geschmack nicht gleich beim ersten Bissen bemerken", erklärte sie einem ihrer Angestellten, der eine weiße Kochmütze trug.

Sie lief zwischen den Bäckern umher, überprüfte selbst kleinste Handgriffe und probierte den Teig mit einem Holzlöffel, um sich zu vergewissern, dass er genau dem Rezept entsprach, als wieder ihr Handy vibrierte, das sie in der Schürzentasche trug.

Eine neue Bestellung, dachte Anaïs.

"Sechsundfünfzig neue Nachrichten!", rief sie aus, als sie die Benachrichtigungen auf dem Bildschirm sah. "Woher nehmen sie bloß die Zeit, um so viel zu schreiben?"

Schnell überflog sie den Gruppenchat ihrer Freundinnen, die sie für diesen Abend in die neueste angesagte Location einluden - einen Schleppkahn am Seine-Ufer, der sich bei Nacht in ein rustikales Tanzlokal verwandelte. Einige lobten die Cocktails, andere stellten Playlists der Musiker ein, die heute Abend spielen würden.

Anaïs überschlug schon, wie weit es vom Café zur nächsten Metro-Station war, wie oft sie umsteigen musste und wie viele Minuten sie bis zu ihrem Ziel laufen würde.

Sie tippte zwei Buchstaben - OK - und stellte sich die entnervte Reaktion von Mona vor, der Meisterin der Emojis, deren Nachrichten eher Bilderrätseln glichen als korrektem Französisch.

Vic: ... geht's noch kürzer?

Mona: Treffen uns dort um 20.30 Uhr.

Ihre Antworten brachten Anaïs zum Lächeln, aber sie hatte wirklich keine Zeit, sich damit aufzuhalten. Jede Minute würden die ersten Gäste kommen. Mit entschlossener Miene steckte sie das Handy in die Tasche und ließ den Blick über die Straße vor dem Café schweifen. Ein leichter Nieselregen färbte den Asphalt der Gehwege dunkler.

Ein gutes Zeichen, dachte sie.

An Regentagen suchten die Gäste gern Zuflucht in ihrem Café. "Du heizt den Ofen in einer Viertelstunde vor, okay?"

Sie klopfte dem jungen Angestellten aufmunternd auf die Schulter und überprüfte mit einem schnellen Blick, wie er sich seine Küchenutensilien zurechtgelegt hatte. Jeder Handgriff musste exakt sitzen.

Seit Anaïs vor drei Jahren das Café mit angeschlossener Konditorei der Familie übernommen hatte, setzte sie eine Innovation nach der anderen um und hatte ihrem traditionellen Gebäck mit dem unverwechselbaren Geschmack ungewöhnliche Aromen hinzugefügt, indem sie zur großen Freude der Gourmets subtil mit säuerlichen und süßen Noten spielte. Die Begeisterung war sofort groß gewesen. Die Kunden drängten sich und standen Schlange, um die Gebäckstücke zu ergattern. Auch größere Kuchen, die aus dem gleichen Gebäckteig gefertigt waren und die man mit der Familie oder Freunden teilen konnte, verkauften sich gut. Anaïs hat

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