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Das Verhältnis Roman von Zevin, Gabrielle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Das Verhältnis

Hinfallen, aufstehen, Krone richten: Aviva macht den Fehler ihres Lebens. Die ambitionierte Praktikantin im Kongress in Florida hat ein Verhältnis mit ihrem Boss. Natürlich ist sie es, die den Kopf dafür hinhalten muss. Sie wird zum Running Gag in jeder Fernsehshow, als Schlampe beschimpft und als Schandfleck im politischen Leben betrachtet. Die junge Frau sieht nur einen Ausweg - ihren Namen zu ändern und in eine kleine Stadt in Maine zu ziehen. Sie startet als Hochzeitsplanerin durch, versucht ihr Leben klüger zu leben und eine Tochter großzuziehen, die stark und selbstbewusst wird. Jahre später kandidiert sie für das Bürgermeisteramt. Doch Google garantiert, dass die Vergangenheit niemals Vergangenheit ist - im Internet ist alles für die Ewigkeit zementiert. Gabrielle Zevin wurde in New York geboren und studierte Literatur in Harvard. Sie hat bereits mehrere Romane und Drehbücher veröffentlicht, die in über 20 Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Heute lebt die Autorin in Los Angeles.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 10.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641216177
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 35963
    Originaltitel: Young Jane Young
    Größe: 2299 kBytes
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Das Verhältnis

DREI

Irgendwann vor dem Ende meiner Ehe fuhren Mike und ich zur University of Miami zum Mittagessen mit Aviva, die meinte, sie hätte uns etwas mitzuteilen. Zwar einige Semester zu spät, hatte sie sich nun endlich für Hauptfächer entschieden: spanische Literatur und Politikwissenschaften.

Mike sagte, das würde sich beeindruckend anhören, aber er war immer so ein Softie, wenn es um Aviva ging. Ich war diejenige, die sie fragen musste, was sie mit einem derartigen Abschluss vorhatte, der sich nach viel Nada anhörte. Ich hatte Visionen von meiner Tochter, die für immer in ihrem Kinderzimmer leben würde.

Aviva sagte: "Ich werde Politikerin." Spanische Literatur, erklärte sie, hatte sie ausgewählt, weil sie beobachtet hatte, dass jeder fließend Spanisch sprach, der in unserem Teil des Landes Wahlen gewann. Warum sie sich für Politikwissenschaften entschieden hatte, wäre ja wohl klar, meinte sie.

"Politik ist ein schmutziges Geschäft", sagte Mike.

"Ich weiß, Daddy", sagte Aviva und küsste ihn auf die Wange. Dann fragte sie Mike, ob er immer noch mit dem Kongressabgeordneten Levin in Kontakt stehe. Obwohl unsere Nachbarschaft mit den Levins schon eine Weile her war, hatte Mike vor etwa einem Jahr Levins Mutter am Herz operiert. Aviva hoffte, diese Verbindung würde ihr einen Einsteigerjob oder ein Praktikum verschaffen.

Mike meinte, er würde Levin am nächsten Tag anrufen, was er auch tat. Wenn es um Aviva ging, war Mike mehr als zuverlässig. Sie war Daddys kleines Mädchen. Ich finde den Begriff jüdisch-amerikanische Prinzessin beleidigend, aber wenn die Tiara passt ... Jedenfalls sprach Mike mit Levin, und Levin nannte Mike den Namen von jemandem in seinem Büro, und Aviva bekam einen Job beim Kongressabgeordneten Levin.

Damals war ich stellvertretende Schulleiterin der Boca Raton Jewish Academy, die Schüler vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse besuchen. Ich hatte diesen Job seit zehn Jahren, und ein Grund, aus dem ich in jenem Herbst nicht häufig nach Miami gefahren war, war, dass mein Boss, Direktor Fischer, beim Flachlegen eines Mädchens aus der Oberstufe erwischt worden war. Die Kleine war schon achtzehn, aber trotzdem ... Als erwachsener Mann und Pädagoge sollte er wissen, wie er seinen Schlong in der Hose lassen kann. Eli Fischer war törichterweise fest entschlossen, seinen Job zu behalten, und wollte, dass ich mich bei unserem Vorstand für ihn einsetze. "Sie kennen mich", sagte Fischer. " Bitte , Rachel."

Ich kannte ihn tatsächlich, deswegen wies ich den Vorstand an, Fischer umgehend zu entlassen. Während sie nach Ersatz suchten, wurde ich Schulleiterin der BRJA , die erste Frau, die diese Stelle jemals besetzt hatte, wozu auch immer solche Entscheidungen gut sein sollen.

Als Fischer seinen Schreibtisch aufräumte, gab ich ihm einen Cookie. Es war ein Friedensangebot, aber auch ein Vorwand, weil ich sehen wollte, wie er mit dem Packen vorankam. Ich wollte ihn aus meinem zukünftigen Büro heraushaben. Er öffnete die weiße Tüte aus Wachspapier und schmiss mir das Gebäck an den Kopf, wie ein Frisbee. "Judas!", schrie er. Ich bückte mich gerade noch rechtzeitig. Der Cookie war von King's und hatte einen Durchmesser von fünfzehn Zentimetern und beinahe die gleiche Konsistenz wie ein Petit Four. Was für ein dummer Mann.

Als ich Aviva an Thanksgiving sah, hatte sie ein wenig abgenommen, ansonsten war sie rosig und glücklich, deswegen nahm ich bloß an, dass ihr die Arbeit guttat. Vielleicht hat Aviva ihre Berufung gefunden, dachte ich. Vielleicht ist die Politik ihre Berufung? Ich stellte mir vor, irgendwo bei ihrer Amtseinführung zu sein und mir die Augen mit einem rot-weiß-blauen Seidentaschentuch von Hermès abzuwischen. Aviva war immer schon ein aufgewecktes Mädchen gewesen, aber ihre Interessen gingen in viele Richtungen, wie Sonenstrahlen oder ein Beutel Murmeln, der auf den Bode

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