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Das Vermächtnis der Seidenvilla Roman von Bach, Tabea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Vermächtnis der Seidenvilla

In der Seidenvilla herrscht allseits großes Glück. Angela und Vittorio planen ihre Hochzeit, und Nathalies kleiner Sohn ist der Sonnenschein in der Seidenvilla. Doch plötzlich ziehen Wolken auf: Vittorios Sohn kehrt nach Italien zurück und macht seinem Vater bittere Vorwürfe. Zudem erweist es sich als dramatischer Fehler, dass Lorenzo Angela bisher nicht offiziell als seine Tochter anerkannt hat. Denn Verwandte seiner ersten Frau erheben Anspruch auf die Seidenvilla. Angela und ihrer Familie droht die Gefahr, die Seidenweberei und ihr Zuhause zu verlieren ... Mitreißender Roman um eine große Liebe vor der Kulisse einer venetischen Seidenweberei Das große Finale der Seidenvilla-Saga Tabea Bach war Operndramaturgin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie wuchs in Süddeutschland sowie in Frankreich auf. Ihr Studium führte sie nach München und Florenz. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem idyllischen Dorf im Schwarzwald. Ihre 'Kamelien-Insel'-Romane gelangten alle auf die Bestsellerliste. Mit der 'Seidenvilla'-Saga wechselt der Schauplatz zu einer Seidenweberei in Venetien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 413
    Erscheinungsdatum: 28.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732587018
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1683 kBytes
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Das Vermächtnis der Seidenvilla

1

Die Geburt

Als Angela aus dem Fenster sah, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen: Eine feine Schneedecke lag über den Dächern der Altstadt. Dass es in den nahen Bergen schneite, kam vor. Doch nicht in Asenza, dazu war es viel zu mild im Veneto.

Im Innenhof der Seidenvilla musste sie achtgeben, auf dem alten Pflaster nicht auszugleiten. Das große, zweistöckige Gebäude war um einen rechteckigen Innenhof herum angelegt, ein Holztor führte hinaus zur Straße. In der Mitte befand sich ein betagter Maulbeerbaum. Er hatte sein Laub noch nicht vollständig abgeworfen, golden leuchtete es unter den weißen Häubchen aus Schnee.

Alles wirkte wie verzaubert, und Angela ging das Herz auf. Tief sog sie den Duft nach Schnee und Kälte in ihre Lungen ein. Sie lebte erst seit eineinhalb Jahren in Norditalien, und zum ersten Mal erfasste sie ein Anflug von Sehnsucht nach ihrer deutschen Heimat, nach den Winterlandschaften rund um den Ammersee, wo sie früher zu Hause gewesen war.

"Porca miseria!" Das Hoftor wurde aufgestoßen, und Nola kam mit ihrer Tochter Fioretta hereingestapft. "Was ist das für ein Mistwetter", schimpfte die Weberin. Dann hatte sie ihre padrona entdeckt. " Buongiorno , Signora Angela. Haben Sie den Schnee bestellt?"

"Guten Morgen, Nola", antwortete Angela mit einem Lachen. "Nein, meine Schuld ist das nicht."

"San Colombano, la neve in mano" , verkündete Stefano, der mit seiner Frau Orsolina ebenfalls in den Hof drängte. "Heute ist der 23. November, der heilige Colombano bringt häufig Schnee, das sagt schon das Sprichwort ..."

"Aber doch nicht hier bei uns!" Nola blickte sich empört im Innenhof um.

Plötzlich riss der Himmel auf. Ein Sonnenstrahl brachte die Krone des Maulbeerbaums zum Glitzern, und einen Augenblick lang schien alle ein großes Staunen zu erfassen.

"Der taut bestimmt bald wieder", meinte Stefano schließlich und begab sich mit den anderen in den Flügel der Seidenvilla, in dessen erster Etage sich die Weberei befand. In einer Viertelstunde würden sie wie immer montags die Wochenbesprechung abhalten. Doch einen Moment lang noch wollte Angela diesen außergewöhnlichen Morgen genießen.

Eine schmale Gestalt, fast vollständig in ein großes Wolltuch gehüllt, huschte in den Hof.

" Buongiorno , Fania", begrüßte Angela ihre junge Haushälterin erfreut. "Ist das dein erster Schnee?"

Die achtzehnjährige Fania kam aus Sizilien, und nach ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen, war auch sie von diesem Naturereignis völlig überrumpelt.

"Ja", sagte sie und folgte Angela eilig in die Wohnung. "Haben Sie denn schon gefrühstückt?" Die junge Frau schälte sich aus ihrem Wolltuch und legte ihren leichten Mantel ab.

"Nein, noch nicht."

In der Küche brodelte die Espressokanne, und Angela nahm sie vom Herd.

"Das hat mir meine Tante für Sie mitgegeben." Fania ließ ein duftendes Maisbrötchen auf einen Teller gleiten. "Sie lässt Ihnen ausrichten, Sie sollen von ihrem selbst gemachten Quittengelee daraufstreichen." Sie holte das Glas mit dem Gelee und Besteck aus einem der Schränke und richtete alles auf der Küchentheke an.

"Emilia meint es zu gut mit mir", sagte Angela und nahm auf einem der Thekenstühle Platz. "Mmh", sagte sie genießerisch, als sie das Maisbrötchen aufschnitt. "Das ist ja noch warm!"

" Zia Emilia hat es vorhin erst aus dem Ofen geholt. Wie geht es Nathalie? Wann soll noch mal das Kind kommen?"

Angelas Tochter war hochschwanger und lebte seit einigen Wochen in der kleinen Gästewohnung im Parterre der Seidenvilla.

"In zwei Wochen", antwortete Angela und kämpfte die Nervosität nieder, die sie beim Gedanken an die bevorstehende Geburt regelmäßig befiel. Sie würde Großmutter werden mit ihren siebenundvierzig Jahren und freute sich unbändig auf ihr Enkelkind. Dabei gab es keinen Grund zur

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