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Das Vermächtnis des Templers Historischer Roman von Marx, Christoph Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Das Vermächtnis des Templers

Norddeutschland zu Beginn des 14. Jahrhunderts: Der Bauernjunge Johannes wird als Novize im Kloster aufgenommen. Drei Jahre später ist Johannes Mönch geworden und wird vom Abt auf eine lange Reise geschickt. An Bord eines Schiffs gelangt er in die Normandie, wo er zum Mönchsritter ausgebildet, in die Kunst des Kriegers und zugleich in die Welt der mittelalterlichen Philosophie und Mystik eingeweiht wird. Johannes übt sich im Bogenschießen, meditiert und lernt Körper und Seele vom Willen zu befreien. Mit diesen Fähigkeiten gelingt es ihm, sein Leben gegen verschiedene tödliche Gefahren zu verteidigen. Schließlich wird er in den Orden der Templer aufgenommen, doch kurze Zeit später beginnt die Verfolgung der Templer durch den französischen König. Johannes muss fliehen, und was auf seiner abenteuerlichen Flucht geschieht, bietet noch Jahrzehnte später Stoff für Legenden.

Christoph Andreas Marx, Jahrgang 1960, Studium der Philosophie, Geschichte,Germanistik und Theologie, nach der Promotion zwei Jahre Leiter eines historischenMuseums, seit 1991 Lehrer am Gymnasium. Autor und Herausgebervon Schulbüchern für das Fach Geschichte. Regelmäßige Beiträge für überregionaleZeitungen wie Zeitzeichen oder Publik Forum und für den NDR. Er lebtin Minden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 344
    Erscheinungsdatum: 21.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451806537
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4739 kBytes
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Das Vermächtnis des Templers

STAT CRUX, DUM VOLVITUR ORBIS

Das Kreuz besteht, solange die Welt sich wandelt.

Inschrift an der Decke des Kapitelsaals im Kloster Loccum
1. Kapitel

A N EINEM T AG IM M AI des Jahres 1302 war ein Junge unterwegs von der Komturei in Lahde zum elterlichen Hof. Einmal in der Woche belieferten seine Eltern das Dominikanerinnenkloster mit Getreide, und es war nicht ungewöhnlich, dass der Junge allein den einachsigen Wagen hinter sich her zog und den Weg nach Lahde auf sich nahm. Auch heute war der Wagen auf dem Hinweg mehrmals im Schlamm stecken geblieben, denn es hatte in der Nacht geregnet. Die Rückkehr fiel dem Jungen leichter, doch bei einer Entfernung von zehn Meilen würde er noch immer drei Stunden unterwegs sein, denn der Weg war schlecht und eigentlich nur mit dem Pferd nutzbar.

In den Nachmittagsstunden schien die Sonne mit großer Kraft. Als der Junge hinter sich von fern Geräusche hörte, hielt er inne. Er hätte nicht sagen können, welches Tier sich dort näherte, obwohl er gewöhnlich Geräusche jeglicher Art schnell und sicher zu deuten wusste. Eben diese Ungewissheit irritierte ihn. Er legte das Joch des Wagens ab und blickte zurück, denn er meinte das ungewöhnliche Geräusch von dort wahrgenommen zu haben. Aber es war nichts zu vernehmen. Der Junge wollte das Joch wieder aufnehmen, als er das Geräusch erneut wahrnahm. Diesmal legte er sein rechtes Ohr an den Erdboden. Und tatsächlich, nach einer kurzen Zeit meinte er rhythmisches Stampfen zu hören.

In diesem Moment brachen zwei Reiter aus dem dichten Wald hervor. Der Junge war so überrascht, dass er sich unwillkürlich aufrichtete, dann jedoch bewegungslos stehen blieb. Was er sah, verschlug ihm die Sprache. Die beiden Reiter waren schneeweiß gekleidet. Sie verlangsamten ihr Tempo und kamen auf ihn zu. Nun erst bemerkte der Junge das große rote Kreuz auf den Umhängen der Männer und das Schwert, das sie an ihren schwarzen Gürteln befestigt hatten. Für einen Moment war sich der Junge nicht ganz sicher, ob er träumte oder wachte. Aber dann brachten die Männer unmittelbar vor ihm die Pferde zum Stehen und blickten zu ihm herab. Es wäre üblich gewesen, vor Herren wie diesen auf die Knie zu fallen, aber der Junge war außer Stande, sich zu bewegen.

"Was tust du hier, Junge?", hörte er einen der Männer fragen.

Der Blick des Jungen fiel unwillkürlich auf dessen Pferd. Es war fast weiß, wie die Umhänge der beiden Reiter. Noch nie zuvor hatte er solch ein Pferd gesehen. Und er kannte sich aus, verstand sofort, dass es sich bei den Pferden dieser Herren um ganz besonders edle Tiere handelte. Das Pferd des zweiten, jüngeren Reiters war von erlesener rotbrauner Färbung mit durchgehender Blesse und bewegte sich ähnlich anmutig wie das seines Begleiters.

Noch immer wagte der Junge nicht, den Männern ins Gesicht zu blicken.

"Was tust du, Junge?", fragte der zweite Reiter.

Es kam keine Antwort, denn der Angesprochene war zu überrascht und brachte keinen Ton heraus.

"Na los, Junge. Sprich!", wurde er erneut aufgefordert.

Der Junge blickte zu Boden.

"Ich bin auf dem Weg nach Hause."

"Wo ist das?"

Er zeigte in nordöstliche Richtung.

"Führt der Weg nach Loccum?"

"Ja."

"Kannst du uns führen?"

Nun schaute der Junge auf seinen Wagen.

"Meine Eltern erwarten mich."

"Dann reiten wir zunächst dorthin. Aber wir benötigen einen Führer. Wenn du uns hilfst, soll es dein Schaden nicht sein. Es eilt. Den Wagen wirst du hierlassen."

Der Junge blieb unschlüssig, wagte aber nicht zu widersprechen.

"Mach dir keine Sorgen. Steig auf!"

Der ältere Reiter reichte ihm die Hand entgegen. Zögernd blickte der Junge zum ersten Mal in das Gesicht des Fremden. Er war ebenso überrascht von dessen dunkler Hautfarbe wie von den ungew

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