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Das Vermächtnis des Vaters Die Clifton Saga 2 - Roman von Archer, Jeffrey (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Vermächtnis des Vaters

Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt ... Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug zunächst eine bewegte Politiker-Karriere ein. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller, "Kain und Abel" war sein Durchbruch. Mittlerweile zählt Jeffrey Archer zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Seine historischen Reihen "Die Clifton-Saga" und "Die Warwick-Saga" begeistern eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London, Cambridge und auf Mallorca.?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641124755
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Sins of the Father
    Größe: 1100 kBytes
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Das Vermächtnis des Vaters

2

Ohne weitere Formalitäten wurde Harry zunächst durch einen langen, spärlich beleuchteten Korridor und dann durch eine unmarkierte Tür nach draußen in einen kargen Hof geführt.

In der Mitte des Hofes stand ein gelber Bus, der weder eine Nummer noch einen anderen Hinweis auf sein Ziel trug. Ein muskulöser Aufseher stand mit einem Gewehr in der Hand neben der Bustür und gab Harry mit einem Nicken zu verstehen, dass er einsteigen solle. Nur für den Fall, dass er auf andere Gedanken käme, halfen ihm dabei die beiden Wachleute, die ihn aus dem Gericht geleitet hatten.

Harry setzte sich und starrte düster aus dem Fenster, während nach und nach andere verurteilte Gefangene in den Bus geführt wurden. Einige hielten die Köpfe gesenkt, andere, die diesen Weg offensichtlich nicht zum ersten Mal hinter sich brachten, kamen fast munter dahergeschlendert. Er nahm an, dass es nun nicht mehr lange dauern würde, bis der Bus losfuhr - gleichgültig, was auch immer das Ziel der Fahrt sein mochte. Doch kurz darauf sollte er seine erste, schmerzliche Lektion über das Leben eines Gefangenen lernen: Sobald man verurteilt wurde, hat es niemand mehr eilig.

Harry dachte darüber nach, einen der Wachleute zu fragen, wohin sie fahren würden, doch keiner von ihnen sah wie ein besonders hilfsbereiter Fremdenführer aus. Nervös drehte er sich um, als sich jemand auf den Sitz neben ihm fallen ließ. Er wollte seinen neuen Begleiter nicht anstarren, doch da dieser sich sofort vorstellte, musterte Harry ihn etwas genauer.

"Ich bin Pat Quinn", verkündete er mit einem leichten irischen Akzent.

"Tom Bradshaw", sagte Harry, der seinem neuen Bekannten die Hand geschüttelt hätte, wenn sie beide nicht mit Handschellen gefesselt gewesen wären.

Quinn sah nicht wie ein Krimineller aus. Seine Füße berührten kaum den Boden, und er konnte nicht größer als einen Meter fünfundfünfzig sein, während die meisten anderen Gefangenen im Bus entweder groß und muskelbepackt oder einfach nur groß und übergewichtig waren. Quinn wirkte, als könne ihn der kleinste Windstoß umwerfen. Sein dünnes rotes Haar zeigte die ersten grauen Strähnen, obwohl er keinen Tag älter als vierzig sein konnte.

"Das ist das erste Mal für dich?", sagte Quinn. Es klang halb wie eine Frage und halb wie eine Feststellung.

"Ist das so offensichtlich?", fragte Harry.

"Es steht dir ins Gesicht geschrieben."

"Was steht mir ins Gesicht geschrieben?"

"Dass du keine Ahnung hast, was als Nächstes passieren wird."

"Dann ist es für dich eindeutig nicht das erste Mal?"

"Es ist das elfte Mal, dass ich in diesem Bus sitze. Es könnte auch schon das zwölfte Mal sein."

Harry lachte zum ersten Mal seit vielen Tagen.

"Weswegen bist du hier?", fragte Quinn.

"Fahnenflucht. Strafwürdiges Verlassen", erwiderte Harry, ohne auf irgendwelche Einzelheiten einzugehen.

"So etwas habe ich ja noch nie gehört", sagte Quinn. "Ich habe drei Ehefrauen verlassen, aber deswegen haben sie mich kein einziges Mal in den Knast geworfen."

"Ich habe keine Ehefrau verlassen", sagte Harry, wobei er an Emma dachte. "Ich habe unerlaubt die Royal Navy verlassen - ich meine, die Marine."

"Wie viel hast du dafür bekommen?"

"Sechs Jahre."

Quinn pfiff durch die beiden Zähne, die er noch hatte. "Das klingt ziemlich hart. Wer war dein Richter?"

"Atkins", erwiderte Harry in heftigem Ton.

"Arnie Atkins? Du hast den falschen Richter bekommen. Solltest du jemals wieder vor Gericht müssen, dann sorg dafür, dass du den richtigen Richter bekommst."

"Ich wusste nicht, dass man sich seinen Richter aussuchen kann."

"Das kann man auch nicht", sagte Quinn, "aber es gibt gewisse Mittel und Wege, die Schlimmsten zu vermeiden." Harry sah sich seinen Begleiter noch genauer an als zuvor, unterbrach ihn aber nicht. "Es gibt sieben Richter in dem für uns zuständigen Bezirk

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