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Das Versprechen des Opals Roman von McKinley, Tamara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.07.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Versprechen des Opals

Ein schwarzer Opal, der ihr aus einer alten Spieldose entgegenpurzelt, weckt bei Miriam Strong eine Flut von Erinnerungen. Wehmütig denkt sie zurück an das abenteuerliche Leben, das sie mit ihrem Vater führte, der als Opalsucher durch Australien zog. Bis er eines Tages nicht aus seiner Mine zurückkehrte und die kleine Miriam allein in der Wildnis zurückblieb - ebenso wie die Frau, die er liebte ... Von den Pioniertagen des roten Kontinents in die Gegenwart und von Irland nach Australien führt Tamara McKinley ihre Leser in dieser fesselnden Geschichte - und schenkt ihnen erneut ein wunderschönes Buch über die Macht der Liebe und den Zusammenhalt der Familie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 413
    Erscheinungsdatum: 19.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838711799
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Summer Lightning
    Größe: 1347 kBytes
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Das Versprechen des Opals

EINS

I rland 1893

Fröstelnd zog Maureen sich den dünnen Mantel fester um die Schultern, während sie auf Henry wartete. So spät war er noch nie gekommen, und sie machte sich allmählich Sorgen. Ob oben im großen Haus etwas passiert war? Etwas, das ihn daran hinderte, sich hinauszuschleichen? Sie knirschte mit den Zähnen, um das Klappern zu unterdrücken. Es war ein weiter Weg vom Dorf in den Wald; das lange dunkle Haar klebte regennass an ihrem Kopf, und eiskalte Tropfen liefen an ihrem Hals herunter und in ihr Kleid. Aber nicht der messerscharf schneidende Wind ließ sie frieren, sondern der Gedanke, dass sie vielleicht verraten worden waren - dass er vielleicht gar nicht mehr kommen würde.

In der Tür der verlassenen Jagdhüterhütte, in der Maureen Schutz gesucht hatte, lehnte sie sich an das raue Holz des Türpfostens und wischte sich den Regen aus dem Gesicht. Der Tag passte gut zu ihrer Stimmung, denn der Himmel war seit dem Morgen bleigrau, und es wurde zusehends dunkel. Bald würde sie gehen müssen, denn sonst würde man sie zu Hause vermissen, und sie wollte Dad nicht gern unter die Augen kommen: Er würde eine Erklärung verlangen. Aber ihre Angst, Henry zu verpassen, war zu groß. Sie hatten Dinge zu besprechen, die nicht warten konnten - nicht, wenn sie vor ihrem siebzehnten Geburtstag geklärt werden sollten.

Das Trommeln des Regens auf dem eingestürzten Strohdach übertönte alle anderen Geräusche. Maureen stand in der rasch herabsinkenden Düsternis und spähte in die Schatten hinaus, und die Worte, die sie zu sagen hatte, überschlugen sich in ihrem Kopf. Leicht würde es nicht werden, aber sie musste Vertrauen zu Henry haben. Er würde sie doch jetzt nicht im Stich lassen?

"Maureen."

Als sie die leise Stimme hörte, fuhr sie herum. Er sprang vom Pferd. Vor Glück und Erleichterung aufschluchzend, stürzte sie in seine ausgebreiteten Arme. "Ich dachte, du kommst nicht mehr", keuchte sie.

Er ließ die Zügel fallen, zog sie an sich und legte das Kinn auf ihren Scheitel. Zusammen flüchteten sie sich unter das eingefallene Dach. "Ich wäre auch fast nicht gekommen", sagte er grimmig. "Mein Bruder ist da, und mein Vater bestand darauf, dass wir die Verwaltung des Anwesens besprechen. Ich bin nur hier, weil eine der Stuten fohlt; sie hat Schwierigkeiten, und ich habe mich erboten, Hilfe zu holen."

Widerstrebend löste er sich von ihr und strich ihr die nassen Haare aus dem Gesicht. Dann fasste er ihr Kinn mit seinen langen, eleganten Fingern. "Es tut mir Leid, Liebling. Aber ich kann nicht bleiben. Vater hat eine seiner Launen, und ich wage nicht, allzu lange wegzubleiben."

Maureen schaute in sein hübsches Gesicht. Henry Beecham-Fford war zweiundzwanzig. Sein blondes Haar klebte nass an seinem wohlgeformten Kopf. Er hatte blaue Augen mit dichten Wimpern, eine lange, gerade Nase und einen sinnlichen Mund, den ein adretter Schnurrbart zierte. Sie nahm seine Hand und drückte einen Kuss in die Handfläche. "Kannst du nicht wenigstens einen Augenblick bleiben?", flehte sie. "Ich habe dich in den letzten paar Tagen so selten gesehen. Wir haben anscheinend nie Zeit, miteinander zu reden."

Er küsste sie, zog sie an sich und umschlang sie, und die Wärme seiner Umarmung durchflutete sie wie ein Feuer. Sie zerschmolz an seinem Körper, sie konnte ihn schmecken und atmete seinen Duft von feinem Eau de Cologne und nassem Tweed.

"Wir treffen uns morgen nach der Jagd wieder hier", sagte er und schob sie betrübt von sich. "Dann können wir reden." Seine blauen Augen leuchteten humorvoll. "Was immer es ist, kann ja nicht so wichtig sein - alles, was gesagt werden muss, haben wir eben gesagt, mit diesem Kuss."

Sie trat einen Schritt zurück. Wenn er sie noch einmal küsste, wäre sie verloren, und sie musste sich konzentrieren. "Henry", begann sie.

Er legte ihr sanft den Finger an die Lippen. "Morgen", sagte er unnachgiebig. "Wenn wir hier bleiben, la

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