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Das war s. Letzte Worte mit Charles Bukowski von Freyermuth, Gundolf S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2011
  • Verlag: FUEGO
eBook (ePUB)
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Das war s. Letzte Worte mit Charles Bukowski

Am Tag vor Charles Bukowskis letztem Geburtstag führte Gundolf S. Freyermuth mit dem deutsch-amerikanischen Kultautor ein intensives, siebenstündiges Gespräch. Es sollte das letzte Interview werden, das Bukowski gab, bevor er im März 1994 in Los Angeles starb.
Die beiden Autoren sprachen über Bukowskis ungewöhnliche Karriere, die ihn aus dem Pennerleben unter die Hollywoodstars führte, über das Handwerk des Schreibens, über Schriftstellerkollegen wie William S. Burroughs und Norman Mailer, über Ruhm und Geld und natürlich auch über den Tod.
Michael Montfort, Bukowskis Freund und Lieblingsfotograf, nahm dabei die letzten Bilder auf, die von dem großen 'dirty old man" existieren.
Freyermuths von Sympathie geprägte Erinnerungen an Bukowski führen uns eine abenteuerliche Existenz vor Augen, die sich selbst zum Testfall bestimmte, indem sie am eigenen Leib die Sehnsüchte und Laster unserer Epoche erprobte. Reportage und Reflexion verbindend, untersucht das Buch den 'Mythos Bukowski", die Gründe für den einmaligen Aufstieg des Dichters zu einer deutsch-amerikanischen Kultfigur.

Gundolf S. Freyermuth, Jg. 1955, ist Professor für Angewandte Medienwissenschaften an der ifs internationale filmschule köln und Ko-Direktor des Cologne Game Lab. Vor seiner Lehrtätigkeit arbeitete er als Redakteur für das Monatsmagazin TransAtlantik, als Kulturressortleiter und Reporter für den stern, als Chefreporter für Tempo sowie über ein Jahrzehnt in den USA als freier Autor. Freyermuth ist deutsch-amerikanischer Doppelstaatsbürger und lebt in Köln und Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 09.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862870233
    Verlag: FUEGO
    Größe: 557 kBytes
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Das war s. Letzte Worte mit Charles Bukowski

VII

Mischwesen aus Mann und Buch.

- Bukowski, der Mythos -

"Wenn ich über Hemingway schreibe, mache ich das meistens aus Verarschung", sagte Charles Bukowski 1993, "aber ich schulde ihm vermutlich mehr, als mir lieb ist und als ich zugeben kann."

Hemingway erkundete, in der Regel als Journalist, die Orte und Charaktere seiner Bücher solange, bis sie zu einem Teil seiner Biographie geworden waren. Er und Henry Miller, der sich ein Leben lang als Forschungsreisender in Sachen Spiritualismus und Sex umtrieb, sind die beiden amerikanischen Autoren, die bei der Suche nach Bukowskis würdigeren Vorgängern am häufigsten aufgeboten werden.

"Ernest Hemingway und Henry Miller leben noch, wenn auch krank, und sie hausen in einem billigen Zimmer in East Hollywood - das kann man jedenfalls denken, wenn man diese Sammlung von sechsunddreißig Kurzgeschichten gelesen hat", schrieb Michael F. Harper 1983 in seiner Rezension von "Hot Water Music": "Schmutzig, obszön und gewalttätig, gleicht Bukowskis Los Angeles mehr Millers Paris als dem Hemingways, aber unser Führer durch diese Unterwelt zeigt Hemingways lakonischen Stoizismus, nicht Millers apokalyptisches Rhapsodentum."

Wolf Wondratschek sprach vom "neuen Schreib-Weltmeister im Schwergewicht, Gewichtsklasse Hemingway". Wilhelm Bittorf, dem "Papa Buk" vor fünfzehn Jahren segnend die Hand auf die Glatze legte, nannte ihn einen "Hinterhof-Hemingway" und deutete damit an, daß Bukowski für die Elendsviertel getan habe, was Hemingway für edlere Stadtteile und Anliegen leistete. Bukowskis Haltung und Tonfall schienen ihm zudem weniger getragen und ernst: "Was Buk produziert, ist nicht Männlichkeitswahn, sondern dessen Parodie ... Wie der Reiter der Rosinante entlarvt auch 'Buk' durch groteske Übertreibung, was bei seinen Vorgängern, was bei Miller und Mailer, bei Hemingway und Bogart besser kaschiert war." Und Jörg Fauser, von dem Charles Bukowski bis heute schwört: "Der Kerl war mehr Bukowski, als ich es jemals war!" -, Fauser also fragte:

"Man nennt Sie oft in einem Atemzug mit Henry Miller?"

"So?" antwortete Bukowski. "Gut für ihn."

Vergleiche mit anderen Autoren hat Charles Bukowskis ungewöhnliche und ungewöhnlich populäre Prosa unablässig herausgefordert; nicht zuletzt in legitimatorischer Absicht. Neben Hemingway und Miller wurde eine beachtliche Versammlung von Schreibern aufgeboten. Norman Mailer: Bukowski gleiche einem "Mailer on steroids". Saroyan und Kerouac: "literarische Vorläufer in den Genres der Arbeiter- und Außenseiter-Literatur [seien] Autoren wie Henry Miller, William Saroyan und Jack Kerouac". Céline: Bukowski "steht in einer Reihe mit Henry Miller und dem französischen Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline, unsentimentalen Beobachtern der ranzigen Unterseite der guten Gesellschaft. Aber Céline wurde verrückt, und Miller verwandelte sich in einen Macho-Angeber. Bukowski ist so sachlich wie Armut; er ist zu hart und zu selbstgenügsam, um angeben zu müssen". Hammett: "Bukowski haut seine Dialoge so trocken und hart aufs Papier wie der Boxer die Fäuste beim Training in den Punchingball. Seine schnörkellose Prosa ist eine Mischung aus Dashiell Hammett und Henry Miller ..." Dostojewski: Bukowski sei "ein exhumierter Dostojewski, der wie ein Verrückter über seine arglosen amerikanischen Brüder herfällt". Und last not least Jack London: Bukowskis Texte, hieß es, böten "eine Mischung aus Jack Londons Aggressivität und Henry Millers Erotizismus".

Während im deutschen Sprachbereich der Vergleich mit Hemingway an Häufigkeit alle anderen übertrifft, dominiert im amerikanischen der Verweis auf Henry Miller. Die beiden Autoren waren über Jahrzehnte hinweg kalifornische Nachbarn und korrespondierten miteinander. Bukowski schätzte Miller, fand manchen seiner Romane allerdings über Strecken langweilig. Schuld daran trugen Millers intellektuelle Aspirationen. Bukowski selbst zeigt kaum Neigung zum reflektierenden Umga

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