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Das Wechselspiel von Köln Marcus Terentius ermittelt von Franke, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2020
  • Verlag: Edition Oberkassel
eBook (ePUB)
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Das Wechselspiel von Köln

Marcus erhält den Auftrag, den Tod des Bankiers Probus Marcellus aufzuklären, der unter rätselhaften Umständen in Agrippina (Köln) gestorben ist. Da sein Bruder Lucius Schulden bei dem Verstorbenen hat, beugt er sich dem Auftrag. Julia Marcella, die Witwe des Bankiers ist wenig kooperativ. Ihre Schwester Pina hingegen scheint Marcus gewogen zu sein, obwohl ihr Quinctilius Rufinus den Hof macht. Marcus verabredet sich mit ihr. Auf dem Rückweg wird er überfallen. An Bord des Schiffes nach Agrippina, lernen Marcus und Lucius den unsympathischen Fabius Nepos kennen. Die Brüder werden im Haus des Decurio Flavius Petronius einquartiert, unter dessen Dach der Bankier gestorben ist. Als Marcus hört, dass es dort vor kurzem einen weiteren Todesfall gegeben hat, setzen sich die Brüder ab. In Mogontiacum (Mainz) erfährt Marcus, dass Kunden des Geldverleihers ausgeraubt wurden. Den Geburtstag seines Bruders als Vorwand nutzend, lädt Marcus zwei dieser Verbrechensopfer auf sein Landgut ein. Aber die Feier endet abrupt, als ein Bote die Nachricht vom Brand in Julia Marcellas Wechselstube bringt. Es hieß außerdem, dass man in den Trümmern Fabius Nepos' Leiche gefunden hätte. Marcus fährt in die Stadt, um die Ruine zu untersuchen. Er findet eine Silbermünze, die am Rand durchbohrt ist. Überraschend beauftragt nun Julia Marcella Marcus, Fabius Nepos' Tod aufzuklären. Sie möchte nicht für dessen verantwortlich gemacht werden. Erst von dem Bestattungsunternehmer erhält Marcus einen interessanten Hinweis.

Nach 'Der Tod des Jucundus' schickt Franziska Franke Marcus Terentius zum zweiten Mal auf Verbrecherjagd durch das römische Germanien, wieder assistiert von seinem Bruder Lucius.

Franziska Franke wurde 1955 in Leipzig geboren. Nach ihrer Schulzeit, die sie in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden verbrachte, studierte sie an den Universitäten Mainz und Frankfurt Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Kunstpädagogik und Biologie, wovon u. a. ihre wissenschaftliche Arbeit über 'Frühmittelalterliche Skulptur im Mainzer Raum', Frankfurt 1986, Zeugnis ablegt. Neben der Kunst des Mittelalters gilt seit damals ihre besondere Vorliebe der klassischen Antike und dem 19. Jahrhundert.
2011 erschien ihr historischer Kriminalroman 'Der Tod des Jucundus', dem zwei weitere in der Römerzeit angesiedelte Romane folgten. Im Jahr 2009 begann sie eine Reihe mit Kriminalromanen, in denen sie neue Fälle um den Detektiv Sherlock Holmes entwickelte. Franziska Franke ist Mitglied der Mörderischen Schwestern und bei Dostojewskis Erben in Wiesbaden.
Nach ihrer Hochzeit zog sie nach Mainz, wo sie noch heute lebt und freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 28.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958132283
    Verlag: Edition Oberkassel
    Größe: 1608 kBytes
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Das Wechselspiel von Köln

Kapitel 1: Der Bankier

Es war ein trüber Frühlingstag, aber in Germanien war es selten heller. Die saftigen Blätter der Buchen sprossen und die Bank neben dem Eingang meines Landhauses bedeckte eine Schicht von Blütenstaub. Vor wenigen Minuten hatte ich meinen morgendlichen Inspektionsgang beendet und nun schaute ich aus dem Fenster. Widerwillig gestand ich mir ein, dass ich mich langweilte. Ehe ich Besitzer des Landguts geworden war, hatte ich jeden Tag meines Lebens gearbeitet. Ich war es nicht gewohnt, den ganzen Tag lang untätig herumzusitzen. Obwohl ich bereits seit mehreren Monaten meine Villa bewohnte, fühlte ich mich bisweilen noch immer wie ein Besucher. Mein Leibsklave Cicero hingegen hatte sich längst eingelebt. Er bewegte sich so sicher im Anwesen, als ob es ihm gehörte.

Plötzlich frischte ein kühler Wind auf, der dunkle Wolken vor sich hertrieb. Innerlich verwünschte ich das raue Klima Germaniens, als ich eine gedämpfte Stimme vernahm, die meine Aufmerksamkeit erregte. Sie kam vom Eingang und war so leise, dass ich nicht einmal zu sagen vermochte, ob sie männlich oder weiblich war. Neugierig erhob ich mich von meinem Stuhl und schlenderte zur Haustür.

Mit einer schnellen Bewegung riss ich die Tür des Vorzimmers auf und mein Türsteher zuckte zusammen. Er war ein sommersprossiger Rotschopf, dem sein Vorbesitzer den seltsamen Namen Pluto verpasst hatte. Mit verlegener Miene verdrückte sich der Sklave in eine Ecke, seinen Gesprächspartner suchte ich vergebens. Ich war schon im Begriff mich zu entschuldigen, beherrschte mich aber im letzten Moment. Schließlich war ich der Gutsbesitzer.

Der rothaarige Türsteher wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn und blickte mich mit Unschuldsmiene an. Ganz offensichtlich hatte er ein schlechtes Gewissen.

»Mit wem hast du eben gesprochen?«, fragte ich und ließ meinen Blick durch den unmöblierten Raum schweifen. Unmöglich, hier jemanden zu verbergen!

Pluto zögerte, vermutlich um sich eine Lüge auszudenken.

»Wahrscheinlich habe ich gedankenverloren vor mich hingemurmelt«, behauptete er dann und verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere.

Obwohl ich ihm kein Wort glaubte, ließ ich die Sache mit einem für solche Marotten bist du eigentlich viel zu jung auf sich beruhen.

Als ich mich wieder zurückziehen wollte, drang aus der Ferne Hufgetrappel durch die Haustür. Wider besseres Wissen hoffte ich, es könnte mein Bruder Lucius sein, der als Schreiber bei der Armee beschäftigt war. Aber es pochte mit einer Vehemenz an die massive Holztür, wie sie mein Bruder in seinem gesamten Leben noch nicht aufgebracht hatte.

Der Pförtner waltete seines Amtes und riss den Türflügel auf. Draußen stand ein stämmiger Legionär mit rundem Schädel und brutalem Gesicht, der um die dreißig sein mochte. Er war genau der Typ, dem ich nachts nicht in einer einsamen Seitenstraße begegnen wollte. Panisch durchforstete ich mein Gedächtnis, konnte mich aber nicht erinnern, gegen irgendein Gesetz verstoßen zu haben.

»Bist du der Hausherr?«, fragte der Soldat, ohne sich vorzustellen oder mir einen guten Tag zu wünschen.

»Ja, der bin ich. Was führt dich zu mir?«

»Der Legat wünscht dich so schnell wie möglich zu sprechen.«

Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Was hatte mein Bruder bloß schon wieder ausgefressen?

»In welcher Angelegenheit?«, erkundigte ich mich. Schließlich war ich kein Rekrut, den man nach Belieben herumkommandieren konnte.

»Das weiß ich leider auch nicht.« Endlich begann die Überheblichkeit des Legionärs etwas zu bröckeln. »Der Legat hat mir aufgetragen dich zu bitten, schnellstmöglich ins Legionslager zu kommen. Mehr weiß ich nicht.«

Bei der Armee hatte man seltsame Vorstellungen von einer Bitte.

»Er hat Glück. Zufällig habe ich heute nichts vor, was ich nicht genauso gut aufschieben könnte«, erklärte ich, denn ich wollte nich

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