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Der 38. Sommer von Claus, Andy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
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Der 38. Sommer

Der 38. Sommer Zu Beginn des Romans ist der in Deutschland geborene Finne Taavi dreizehn, lebt mit seinen fürsorglichen Eltern in Köln-Lindenthal. Er unterscheidet sich von anderen Teens seines Alters, ist klein und schmal, dazu extrem ordentlich, ehrgeizig und gewissenhaft. Das sind genügend Gründe, um ihn in der Schule zu mobben, was vor allem vom Klassenstärksten Leo ausgeht. Das Mobbing verschlimmert sich, nachdem Taavi in den Verdacht gerät, schwul zu sein. Aus den verbalen Angriffen werden körperliche Attacken, mit denen der schüchterne Junge erst klarkommen kann, nachdem er sein Schwulsein für sich selbst akzeptiert hat und offen zu seinem Freund Robin steht, welcher ihn in allem unterstützt. Ab diesem Zeitpunkt emanzipiert sich Taavi, erlebt seine erste Beziehung intensiv und mit allen Emotionen, die eine große Jugendliebe auszeichnen.Aber auch intensive Gefühle relativieren sich mit der Zeit, Taavi beginnt, die Schmetterlinge im Bauch zu vermissen, nachdem der Alltag eingekehrt ist. Er verliebt sich prompt in den jungen Exzentriker Daniel und gibt Robin für ihn auf. Allerdings ist die neue Beziehung von Anfang an schwierig. Taavi sieht keine andere Möglichkeit, als mit seinen Eltern zu brechen und ist von diesem Moment an auf sich selbst gestellt, obwohl er mit Daniel zusammenwohnt. Sie raufen sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammen, als Paar schaffen sie es, Daniels Fotostudio zu größerem Erfolg zu führen, wobei nicht zuletzt Taavis intuitive Denkweise sehr hilfreich ist.Nachdem auch die Beziehung mit Daniel ein jähes Ende gefunden hat, verliert Taavi den Boden unter den Füßen. Zuerst lässt er sich gehen, dann probiert er verschiedene Dinge aus, um mit seinem Leben fertig zu werden. Immer auf der Suche nach einem Partner, nach neuen Schmetterlingen im Bauch verliert er die Orientierung, sein Lebenskonzept büßt seine Bedeutung ein und gerät schließlich vollkommen außer Kontrolle.Mit 38 hat der emotionale Lernprozess den sensiblen Mann an seine Grenzen gebracht. Beruflich sehr erfolgreich, möchte er sich nicht eingestehen, dass privat aus seiner zeitweiligen Einsamkeit etwas geworden ist, dem er sich nicht mehr entziehen kann. Aber schließlich muss er begreifen, dass sein Lebenstraum von einem Partner irgendwann auf der Strecke geblieben ist. Letztendlich steht er vor einer Entscheidung, die seine letzte werden wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 13.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863613471
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 1090kBytes
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Der 38. Sommer

Schleichendes Gift

1

In den nächsten Wochen stellte sich heraus, dass sich Taavi im ‚Lederetui' ausgesprochen wohl fühlte. Er genoss die Blicke und Anmachen der augenscheinlich harten Kerle, hielt sich jedoch sehr zurück. Er hatte nicht wirklich Interesse an anderen Männern, sein Herz gehörte Robin und das wollte er auch nicht ändern. Trotzdem zog es ihn immer wieder in den Laden und Robin begleitete ihn eher notgedrungen aus zwei Gründen. Er wollte ein Auge auf seinen begehrten Freund haben und diesen außerdem bei Laune halten. Allerdings wurde das mit jedem Mal schwieriger. Robin war völlig erschöpft, seine Arbeitszeiten gaben kein ausgedehntes Nachtleben her. Oft genug blieben ihm kaum drei Stunden Schlaf und auch wenn er sich vom Alkohol fern hielt, war er nach fünf Wochen total erledigt und begann, bei der Arbeit Fehler zu machen. Das wiederum alarmierte ihn und er begriff, dass er sich entscheiden musste. Entweder, er vertraute Taavi und ließ ihn allein gehen oder er warf den Job hin, was er keinesfalls wollte.

"Ich geh heute nicht mit!"

Es war der erste Samstag im neuen Jahr, Robin kam erst vor zwei Stunden heim, dümpelte seither auf der Couch herum und war sogar zu müde, etwas zu essen. Taavi war bereits dabei, sich anzuziehen und streckte den Kopf aus dem Bad.

"Wieso nicht?"

"Weil ich komplett am Arsch bin! Hast du Tomaten auf den Augen?! Du könntest ja auch ausnahmsweise mal mit mir hier bleiben!", flüsternd fügte er hinzu: "Und mir was zu essen machen."

"Du weißt, ich brauch die Abwechslung, sonst tötet mich mein Job!", antwortete Taavi theatralisch und zog sich wieder ins Bad zurück.

"Ich bin wohl nicht mehr genug Abwechslung!", brummte Robin leise vor sich hin.

"Was ist?"

"Nichts ... ich geh schlafen!"

"Och komm, ich will da nicht allein hin!"

Taavi war fertig und trat in einer Wolke von Davidoff ins Zimmer. In seiner einfachen, schwarzen Lederröhre nebst weißem, eng anliegendem Ripppullover sah er wieder umwerfend aus, wie Robin vom Bett her verdrießlich feststellte. Aber selbst das konnte ihn heute nicht motivieren.

"Nein, ich muss schlafen! Es ist wohl nicht zuviel verlangt, wenn ich ..."

Er war über seine Worte eingeschlafen, was Taavi überrascht zur Kenntnis nahm. Es sah aus, als müsse er tatsächlich alleine los, was ihm allerdings gar nicht gefiel. Er verzog das Gesicht.

"Allein mag ich aber nicht ... Menno", wiederholte er ungeachtet dessen, dass sein Freund ihn definitiv nicht mehr hören konnte. An diesem Abend blieb auch Taavi zu Hause, er zog sich wieder aus und schlüpfte zu Robin ins Bett.

So entwickelte sich neben Robins Unordnung anschließend dessen Müdigkeit zum ständigen Streitthema. Natürlich erkannte Taavi, dass sein Freund nicht nur aus Lustlosigkeit so tat, sondern wirklich erschöpft war. Das jedoch kollidierte mit seinen Wünschen, er glaubte wirklich, wenn er abends keine Zerstreuung hatte, würde er tagsüber im Job nicht durchhalten. Er hätte aufhören können, sogar seine Eltern bemerkten seine Veränderung und rieten dazu, aber Taavi wollte wie immer das zu Ende bringen, was er angefangen hatte. Aufgeben lag ihm nun einmal nicht.

Einige Male war er mit Robin daheim geblieben, dann hielt er es nicht mehr aus, diesem beim Schlafen zusehen zu müssen. Mit jedem Mal regte ihn das mehr auf, er begann, diese Müdigkeit auf sich zu beziehen, darauf, dass er zu langweilig geworden war, um seinen Freund wach zu halten. Deshalb kam der Tag ziemlich schnell, an d

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