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Der Alchimist von Krumau Roman von Gößling, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.12.2014
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)

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Der Alchimist von Krumau

Dunkle Wolken ziehen auf: 'Der Alchimist von Krumau' von Andreas Gößling - jetzt als eBook bei dotbooks. Anno 1607: Die Kaiserburg zu Prag wird von einem grauenhaften Mord erschüttert. Schuld ist angeblich Don Julius, Bastard des Kaisers. Zur Strafe wird er in die kleine Stadt Krumau verbannt. Von Rachegefühlen zerfressen plant er, nach Prag zurückzukehren - und den Kaiser zu stürzen. Um das zu erreichen, sieht der junge Graf nur eine Möglichkeit: die Alchimie - eine Leidenschaft, die er mit seinem Vater teilt. Nur auf diesem Gebiet glaubt Julius, ihn besiegen zu können. Ein erbarmungsloser Wettstreit um Leben und Tod entbrennt - und eskaliert ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der Alchimist von Krumau' von Andreas Gößling. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. JETZT BILLIGER KAUFEN - überall, wo es gute eBooks gibt!

Andreas Gößling, geboren 1958 in Gelnhausen, studierte deutsche Literaturwissenschaft, Politik- und Kommunikationswissenschaft und promovierte über Thomas Bernhard. Neben Romanen für erwachsene und junge Leser hat er Sachbücher zu kultur- und mythengeschichtlichen Themen verfasst. Andreas Gößling lebt in Berlin, wo er den Verlag MayaMedia (www.mayamedia.de) betreibt. Bei dotbooks erschienen Andreas Gößlings Romane 'Die Maya-Priesterin', 'Im Tempel des Regengottes', 'Der Alchimist von Krumau', 'Faust, der Magier', 'Der Irrläufer', 'Bernsteingrab', 'Dunkler Tanz', 'U-Terminal' und 'Die Dämonenpforte'. Außerdem die vier blutrünstigen Geschichten 'Mördergrube' sowie sein akribisch recherchiertes und spannend zu lesendes Sachbuch 'Voodoo: Götter, Zauber, Rituale'. Der Autor im Internet: http://andreas-goessling.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 502
    Erscheinungsdatum: 17.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958240544
    Verlag: dotbooks
    Größe: 579 kBytes
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Der Alchimist von Krumau

Markéta

Er sah traurig aus, dachte die Baderstochter; gefährlich, aber mehr noch trübselig wie ein gefangenes Tier. Freimütig erwiderte sie seinen Blick, wie heute früh auf der Brücke; über die Köpfe all der edlen Herrschaften hinweg, die ihrerseits das starre Trio auf der Türschwelle fixierten. Ein wenig erinnerte Don Julius sie an den Jungwolf, der unlängst im Wald vor ihr aufgetaucht war: seine schlanke Gestalt, die erschlafft und doch kraftvoll wirkte, in den brandroten Mantel wie in ein schillerndes Fell gehüllt; dazu sein Blick, unstet und zugleich gierig, als ob er mit sich selbst im Widerstreit läge.

"Hoch- und Wohlgeborener Graf", hörte sie ihren Vater in ehrfurchtsvollem Ton sprechen, "mein Name ist Sigmund Pichler; ich bin der Bader von Krumau und gekommen, Euch Euer Besitztum zurückzuerstatten." Seine Hände lagen schwer auf den Schultern von Flor und Markéta. Noch während er sprach, begann er sie beide in den Spiegelsaal zu schieben; durch die Gasse der Gaffer, die sich vor ihnen öffnete, auf den burggräflichen Thron zu.

Markéta spürte die Anspannung in Flors Körper, der sich zitternd an ihre rechte Seite drückte; aber sie war entschlossen, sich den Verstand nicht verwirren zu lassen, auch wenn die fremdartige Umgebung all ihre Sinne überreizte. Gerüche, die ihre Nasenflügel erbeben ließen ( indische Moschussüße , dachte sie, an einen Liedvers sich erinnernd); ein Tuscheln und Wispern in fremden Zungen, spanisch und französisch, wie sie annahm, jedenfalls verstand sie kaum eine Silbe; dazu das Rascheln von Seide, die schreiend bunte Kleidung der Damen und Herren und, greller noch, die bronzene Nacktheit der beiden Schwarzgelockten, Knabe und Mädchen, die zu Füßen des Grafen hingekauert saßen.

Don Julius' Blick haftete auf ihr, während sie, vom Bader geschoben, dem Thronsockel näherrückten; so als ob ich , dachte Markéta plötzlich, das rückzuerstattende Besitztum wäre. Und dann all die Lichter und Spiegel ringsherum: unmöglich, seinem Blick auszuweichen; von überallher sahen die braunen Augen sie an.

"... wurde mir dieser Bursche heute früh von den städtischen Bütteln ausgehändigt, durchlauchtigster Herr", rapportierte indessen der Vater, "da sie ihn ohne Bewusstsein aufgefunden hatten und annahmen, dass er verletzt sei." Der Druck seiner Hände brachte Markéta und Flor zum Stehen; unmittelbar vor dem Thronsockel, sodass sie den Kopf in den Nacken legen musste, um Don Julius weiter ins Gesicht zu sehen.

Der Bader atmete schwer, für einige Augenblicke war nur sein Keuchen zu hören; niemand sprach etwas, selbst das Tuscheln und Murmeln unter den Höflingen und Künstlern war verstummt. Doch Don Julius' Blick sprang nur einmal kurz zu dem goldschöpfigen Burschen hinüber, von dem doch offenkundig die Rede war, und glitt gleich zu Markéta zurück.

Seine heilkünstlerische Untersuchung, fuhr Sigmund Pichler fort, habe keine Wunde zutage gefördert, sondern - wie solle er sagen - das blanke Gegenteil. Seine Linke krampfte sich in Markétas Schulter; jählings beugte er sich nach vorn, packte Flors Hemdsaum und zog das bunte Lumpenstück bis zum Hals des Überrumpelten empor.

Die Wirkung war ungeheuerlich - alle dreihundert Personen, die im Saal zusammengedrängt waren, begannen fast gleichzeitig durcheinander zu schreien; dabei hatte kaum jemand "das blanke Gegenteil" wirklich gesehen.

"Ein Affenfell!", rief einer und hätte schwerlich ärger danebenzielen können.

"Ein Hermaphrodit!", trumpfte ein anderer auf, wurde jedoch gleich niedergeschrien von einem wohlgenährten Edlen, der mit rotem Kopf und donnernder Bassstimme ausrief:

"Ja, habt ihr keine Schlitze im Schädel, ihr böhmischen Knödelbarone - der Bursche ist ein Kunstmensch aus Rädern und Metall!"

"Affen-fe-fell", repetierte Flor in bekümmertem Tonfall, dabei weiter mit dem Bader rangelnd, "Rä-räder und Metall!" Da ging mit lautem Ratsch sein Lumpenhemd zus

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