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Der Benedict Clan - Fremder Feind von Blake, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2012
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Der Benedict Clan - Fremder Feind

Die junge Amerikanerin Chloe Madison ahnt, dass der brutale Mord an ihrer Stiefschwester Treena Teil eines ausgeklügelten Racheplans ist. Sie fürchtet um das Leben des attraktiven Wade Benedict, der nie gekannte Gefühle in ihr wachgerufen hat. Gnadenlos wird er von ihrem Stiefbruder Ahmad und seinen Gefolgsleuten gejagt. Denn Ahmad will den gesamten Benedict-Clan auslöschen, der angeblich Schande über seine Familie gebracht haben soll.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 07.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955761455
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 469 kBytes
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Der Benedict Clan - Fremder Feind

1. KAPITEL

C hloe Madison bemerkte den groß gewachsenen Amerikaner zum ersten Mal im Stadion von Kashi nach einer öffentlichen Hinrichtung. Es geschah, als die Menge, die sich überwiegend aus Offizieren der Taliban-Miliz zusammensetzte, die Sportarena verließ.

Die wenigen Frauen, die dem grausigen Spektakel beigewohnt hatten, drängten sich nahe dem abgesonderten Bereich, wo sie gesessen und darauf gewartet hatten, dass ihre Männer sich den Weg durch die Menschenmenge bahnten, um sie wieder abzuholen.

Chloe, die dort mit ihrer Stiefschwester wartete, vernahm den harschen Ruf ihres Stiefbruders. Das barbarische Spektakel hatte in ihr Übelkeit aufsteigen lassen, und außerdem hegte sie den Verdacht, dass sie ganz gezielt mit der Absicht hergebracht worden war, damit sie Zeuge der Bestrafung wurde. Als sie sich etwas zu hastig umdrehte, um ihren Stiefbruder ausfindig zu machen, verlor sie für einen Moment das Gleichgewicht.

Genau in diesem Augenblick stieß sie mit dem Fremden zusammen. Sie taumelte, verfing sich mit einer Sandale im Saum ihrer weiten Burqa, die sie von Kopf bis Fuß verhüllte, und fiel auf ein Knie.

Sofort war der Fremde an ihrer Seite, packte sie am Ellbogen und sagte in ihrer Muttersprache: "Ihr Vater hat mich geschickt, damit ich Sie aus dieser Hölle heraushole. Treffen Sie sich mit mir morgen auf dem Basar von Ajzukabad."

Es wirkte wie ein Schock auf sie, nach so vielen Jahren in Hazaristan und inmitten des Gemurmels auf Pashtu - der Verkehrssprache eines Landes, das sich aus zahlreichen Stämmen mit ebenso vielen Dialekten zusammensetzte - ihre eigene Sprache zu hören. Chloe sah auf und begegnete durch das kleine Rechteck aus gehäkeltem Netz vor ihren Augen dem Blick des Mannes, der sie angesprochen hatte. Nach den strengen Regeln, die man ihr über die letzten Jahre hinweg eingetrichtert hatte, war sein Verhalten eine regelrechte Provokation, ein Verstoß gegen alle Vorschriften.

Dieser Amerikaner mit seinen Jeans, dem ordentlich gebügelten weißen Hemd und den robusten Stiefeln, wie Ingenieure sie trugen, sah sie ganz gezielt und durchdringend an. Seine breiten Schultern nahmen ihr die Sicht auf alles, was hinter ihm lag. Seine Gesichtszüge wirkten wie gemeißelt, und er war glatt rasiert, so dass man in seiner Miene unglaublich leicht lesen konnte, was bei den bärtigen Männern, von denen sie sonst Tag für Tag umgeben war, nicht der Fall war. Im Gesicht dieses Amerikaners las sie feste Entschlossenheit. Seine braunen Augen waren überschattet von einem Ausdruck zermürbender Besorgnis.

Sekunden verstrichen und schienen sich endlos hinzuziehen. Als Chloe das letzte Mal einem Mann so nahe gewesen war, der nicht zur Familie ihres Stiefvaters gehörte, war sie ein Teenager gewesen. Damals hatte sie noch in Kalifornien gelebt. Das war nun fast zwölf Jahre her. Seine Nähe war nahezu überwältigend, sein Griff brannte förmlich, so intim war er. Sie erkannte Gerüche wieder, die sie fast schon vergessen hatte. Sie lösten eine ganze Woge von lebhaften Erinnerungen aus - laute Musik mit einem hypnotischen Rhythmus, Buggys in schrillen Farben, heißer Sand, Eiscreme im Hörnchen, Sonnencreme, die nach Kokosnuss roch, klare Seeluft. Es waren Erinnerungen an eine Zeit, als sie jung und frei gewesen war. So jung, so unglaublich frei. Bevor sie sich zusammenreißen konnte, ja, noch bevor sie es überhaupt merkte, stiegen ihr Tränen in die Augen.

"Chloe! Du Wahnsinnige, steh sofort auf!"

Der Ton der schroffen, befehlenden Stimme ihres Stiefbruders traf Chloe wie ein Peitschenhieb. Sie zog ihren nackten, in Sandalen steckenden Fuß unter den türkisfarbenen Stoff ihrer Burqa zurück und senkte ihren Blick. Während sie sich aus dem Griff des Amerikaners zu lösen versuchte, stand sie auf, immer umgeben von dem hinderlichen weiten Gewand, unter dem sich die Hitze staute. Wieder streckte der Amerikaner seine Hand aus, als wollte er ihr helfen, nicht e

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