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Der Bergdoktor - Folge 1689 Wenn niemand deine Wünsche hört ... von Kufsteiner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Der Bergdoktor - Folge 1689

Dr. Burger und ein stiller Traum in Kinderaugen. Traurig hockt die kleine Trixie am Fenster und schaut hinaus ins Schneetreiben. Vor ihr liegt ein leeres Blatt Papier - ihr Wunschzettel. Dabei ist es nicht so, dass sie gar keine Wünsche hätte, im Gegenteil. Aber keinen davon kann das Christkind erfüllen! Trixie will endlich kein Bauchweh mehr haben! Und sie wünscht sich, dass ihre liebe Mama zurückkommt. Aber die ist bei den Engerln droben im Himmel. Ihr Papa hat deshalb beschlossen, schon bald die Stöger-Katrin zu heiraten, damit wieder eine Frau auf den Hof kommt. Aber das will Trixie auf gar keinen Fall! Plötzlich fällt ihr etwas ein: Vielleicht kann man auf einen Wunschzettel auch schreiben, was man sich nicht wünscht? Und schon nimmt Trixie den Stift zur Hand...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 10.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838750064
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 647 kBytes
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Der Bergdoktor - Folge 1689

Trixi hockte auf der untersten Treppenstufe und beobachtete, wie ihr Vater seinen Anorak aus dem großen Einbauschrank im Flur nahm.
In diesem Schrank hingen Janker und Joppen, Windjacken, Regencapes und allerlei praktische Kleidungsstücke, die man täglich und das ganze Jahr hindurch brauchte.
Natürlich waren auch Trixis Sachen dabei und ebenfalls die von Großmama und Großpapa, weil sie mit im Haus wohnten. Zwar in einer separaten Wohnung neben dem Wintergarten, aber jederzeit erreichbar. Im Schrank waren neben Schubkästen und Kleiderstangen nämlich auch noch viele Fächer vorhanden für Handschuhe, Schals, Tücher, Trachtenhüte und Mützen. Ein ganzer "Kramladen" hatte darin Platz.
Hin und wieder kamen Dinge zutage, die mit Erinnerungen verbunden waren. Das konnte manchmal ganz schön wehtun. Zum Beispiel, als Trixi kürzlich Mamas Seidentuch mit den gestickten Enzianblüten gefunden hatte.
Das siebenjährige Madel dachte oft daran, dass ihre Mutter im sonntäglichen Dirndl mit dem feinen Tuch um die Schultern so schön wie eine Prinzessin gewesen war.
Mama hatte immer so wunderschön gelächelt. Sogar dann noch, als sie gewusst hatte, dass sie bald in den Himmel gehen würde. Sie war unheilbar krank gewesen, aber ihren neunundzwanzigsten Geburtstag hatte sie noch erleben dürfen, zusammen mit ihrer über alles geliebten Familie.
Warum muss jemand sterben, wenn er noch jung ist und so gern weiterleben will?, grübelte Trixi.
Während ihr Vater hinten im Schrank nach seinen Schuhen suchte, rollten dem blonden Schulmädel ein paar Tränen über die Wangen.
Papa merkte es anscheinend nicht, denn er polterte ungeduldig umeinander, weil er die "Treter" für das derzeitige Regenwetter nicht fand. Selbstverständlich enthielt der Schrank auch ein geräumiges Abteil für Schuhe aller Art.
Nichts im ganzen Haus war so praktisch wie dieses altehrwürdige Möbelstück, in dem man auch allerlei verstecken konnte. Zum Beispiel lästige Diktathefte, in dem die Fehler rot unterstrichen waren, oder ein Zettel, auf den Trixis ein Jahr älterer Schulfreund Benni geschrieben hatte: "Morgen um dreih Uhr in der alten Scheune, du must drahn dencken!"
Sie gingen beide in die zweite Klasse, Benni hatte wegen seiner Abneigung gegen das Lernen einmal eine so genannte "Ehrenrunde" gedreht.
Er liebte abenteuerliche Unternehmungen. Trixi bewunderte ihn dafür. Ein bisschen abenteuerlich durfte es schon hergehen, das vertrieb jede Art von Langeweile!
Die alte, verlassene Scheune drüben am Hochecker Brückl, die Benni als Treffpunkt ausgesucht hatte, fiel unter die Rubrik "Spiel, Spaß, Spannung." Ein bisserl unheimlich war's dort, weil Eulen im Gebälk wohnten und weil man auf den Heuboden klettern konnte.
Benni hatte es geschafft, einen rückwärtigen Durchschlupf ausfindig zu machen. Die Scheunentür war nämlich fest verriegelt. Trixi fand, dass Benni sehr mutig war, denn er hatte vor gar nichts Angst, auch wenn es manchmal so merkwürdig in den Ecken des alten Gebäudes knisterte.
Mit der Rechtschreibung haperte es bei ihm aber bedenklich. Da musste dringend etwas passieren.
Benni war nach wie vor faul in der Schule. Er hasste die Lernerei inzwischen so sehr, dass er die Hausaufgaben weit von sich schon. Trotzdem wollte er später Professor für alles Mögliche werden, vor allen Dingen im Bereich Archäologie. Weil das Wort so schwer war, sprach er von "Ausgrabungen in Ägypten, wo die ganzen Pyramiden sind."
So ein großspuriges Gerede!
Trixi schüttelte den Kopf, wenn er mal wieder davon anfing.

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