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Der Bergdoktor - Folge 1747 Rufmord und Bauernstolz von Kufsteiner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Der Bergdoktor - Folge 1747

Es ist wirklich unglaublich, was auf den beiden Höfen am Schwender-Moos abspielt. Auf dem einen Hof lebt seit vielen Generationen die Familie Kernbacher, den anderen Hof bewirtschaften die Wallbergers. Doch von nachbarschaftlichem Frieden kann zwischen den Familien nicht im Entferntesten die Rede sein. Jeder sagt dem anderen Boshaftigkeit, Sturheit und Rufmord nach. Natürlich haben beide Familien darauf geachtet, dass auch ihre Kinder - die Kernbachers haben eine bildhübsche Tochter, die Wallbergers einen höchst attraktiven Sohn - einen großen Bogen umeinander machen. Doch seltsam - immer, wenn Saskia sich neuerdings auf den Weg ins Dorf macht, muss auch Leon 'zufällig' etwas besorgen. Und plötzlich macht ein neues Gerücht im Dorf die Runde ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732507627
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 703 kBytes
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Der Bergdoktor - Folge 1747

Saskia merkte genau, dass sich Leon Kernbacher am Hoftor zu schaffen machte. Sie spürte auch, dass er sie unverhohlen musterte. Das tat er meistens, wenn sie vorüberging.

Es machte ihm Spaß, sie mit seinen gezielten Blicken zu ärgern. Er schien ganz genau zu wissen, wie sehr sie sich darüber aufregte. Und auch heute ging seine Rechnung auf.

Obwohl es sehr kalt war und der Wind von Nordost wehte, wurde es Saskia inwendig ganz heiß vor Zorn. Sie stolperte und wäre fast in den Schnee gefallen, aber in letzter Sekunde fand sie die Balance wieder.

Sein triumphierendes Grinsen verstärkte sich, als sie wütend zu ihm hinüberschaute. Zwar nur ganz kurz, aber genau das hatte er gewollt.

Rasch zog Saskia ihre Mütze so tief ins Gesicht, dass der Strickrand fast ihre Augen bedeckte. So konnte sie ihn wenigstens nur noch schemenhaft erkennen, als sie durch den Schnee weiterstapfte.

Frech und unverschämt, dieser Bursche! Ein Angeber, der sich wer weiß was darauf einbildete, dass er Diplom-Agrarwirt war. Das hatten andere auch geschafft, vielleicht sogar mit einem besseren Abschluss als er.

Saskia war, zum Beispiel, mächtig stolz auf ihren Bruder Lukas, der eine Ausbildung zum Bio-Agrarwirt hinter sich hatte und trotz seiner erst neunundzwanzig Jahren bereits mehrere landwirtschaftliche Praktikanten ausgebildet hatte.

Das Tor zum Kernbacher-Hof stand weit offen und gab den Blick auf das große Bauernhaus mit den geschnitzten Balkonen frei. Im Sommer blühten hier prächtige, feuerrote Geranien. Jetzt zierten verschneite Latschenkiefernzweige die Blumenkästen.

Rechts und links am Eingang standen zwei große, kugelrund zurechtgestutzte Buchsbaumsträucher, die Schnee und Frost bereits seit Jahren trotzten. Jedes Jahr im Frühling tauchten sie unbeschadet und herrlich grün wieder unter ihren Schneehauben hervor.

Eins musste man den Leuten vom Kernbacher-Hof lassen: Sie konnten gut mit Pflanzen aller Art umgehen, seien es nun die unzähligen Sommerblumen oder die verschiedenen Stauden und Obstbäume.

Mit dem Obst hatten es die Kernbachers ganz besonders. Auf ihrem alljährlichen Hoffest im Herbst verkauften sie Äpfel, Beeren und Zwetschgen so günstig, dass sogar Kunden aus Innsbruck vorbeikamen und bei dieser Gelegenheit einen richtig schönen, goldenen Herbsttag in St. Christoph verbrachten.

Aber nun regierte der Januar, und die Kälte kroch all denen unters Dach, die nicht schon in der Früh kräftig einheizten. Wer einen Kachelofen besaß, durfte sich freuen, denn die wohlige Wärme verbreitete sich gleichmäßig bis zum späten Abend.

Der Dreikönigstag am sechsten Januar war - wie stets - mit den üblichen festlichen Bräuchen auf sehr traditionelle Weise verstrichen.

Nun nahm der Winter seinen Lauf. Wald und Wiesen präsentierten sich schon seit den Adventstagen in glitzerndem Weiß. Pünktlich zum Jahreswechsel hatte es Neuschnee gegeben, wunderbar weichen, leichten Pulverschnee. Und es sollte noch mehr schneien, das verhieß jedenfalls der Wetterbericht.

Die Wintersportler jubelten, während die Bergbauern aus den entfernten Weilern, die es durch den Schnee nur mühsam ins Tal hinunterschafften, die Tage bis zum Frühjahr zählten.

Freilich hatten sie noch eine ganze Zeit lang zu zählen, denn der Winter ließ sich auf keine Kompromisse ein und blieb so lange, wie es ihm gefiel. Bis Mitte März musste man sich darauf gefasst machen, dass jeder noch so milde Tauwind vom frostigen Hauch abgeschmettert wurde. Die warmen Jacken hatten noch lange Saison.

Aber war der Winter nicht auch ein Meister, der glitzernde Kunstwerke schuf? Majestätisch grüßten die Berge in ihrer frostigen Pracht ins Tal hinab, allen voran der Feldkopf, der auf seinem Gletscher eine zusätzliche, eisige Schneemütze trug.

Der idyllische Fußweg vom Schwender-Moos hinunter ins Dorf führte nah am Hof der Familie Kernbacher vorbei.

Saskia reckte den Kopf in di

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