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Der Bergdoktor - Folge 1773 Auf diesem Hof liegt ein Fluch von Kufsteiner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Der Bergdoktor - Folge 1773

Seit Generationen scheint auf dem Kaltenfels-Hof ein Fluch zu liegen. Zwar gehörten die jeweiligen Hausherrn in der Vergangenheit stets zu den reichsten im Dorf, doch das Glück wohnte nie unter dem mächtigen Schindeldach. Immer wieder wurden die Hofbewohner von Bränden, Überschwemmungen, Lawinen und sogar Seuchen heimgesucht. Von Erpressung, Diebstahl und Betrug ist die Rede und davon, dass dieses Unheil kein Ende nehmen wird, bis die ganze Familie Wallner ausgerottet ist. Der Letzte wird wohl Leon Wallner sein, denn auch wenn der Zweiunddreißigjährige ein wirklich attraktives Mannsbild ist, so machen doch die Madeln einen weiten Bogen um den verfluchten Hof ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 21.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732516636
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 662 kBytes
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Der Bergdoktor - Folge 1773

"Danke, dass Sie für mich Zeit haben, Herr Doktor", sagte Leon Wallner und schloss die Tür hinter sich. "Das ist keine Selbstverständlichkeit an einem Sonnabend-Vormittag. Soviel ich weiß, haben Sie ja auch an diesem Wochenende keinen Notdienst."

"Nein." Dr. Burger klappte eine Mappe mit Patientenunterlagen zu, die auf seinem Schreibtisch lag. "Seitdem der Notdienst zur Zufriedenheit der rundum ansässigen Ärzte und der Patienten geregelt ist, kann ich mir wenigstens hin und wieder etwas vornehmen. Trotzdem bin ich immer darauf gefasst, dass mich irgendjemand auch dann braucht, wenn ich eigentlich gar nicht da bin. Nun, ich bin da, wie du ja siehst, Leon. Und ich habe Zeit, denn meine Frau und die Kinder amüsieren sich heute Vormittag beim Einkaufen in Schwaz."

"Einkäufe, aha. Im Allgemeinen sind Männer davon net allzu begeistert", warf Leon ein.

"Stimmt", lachte der Bergdoktor. "Dabei würde ich nur stören, wie meine älteste Tochter Tessa meinte. Papa, du kaufst immer nur so praktisches Zeug - das musste ich mir heute am Frühstückstisch anhören. Also hab ich mich entschlossen, lieber daheimzubleiben und in der Praxis ein paar Papiere durchzusehen. Was kann ich für dich tun, Leon?"

"Medizinisch gesehen, das hier", erwiderte der junge Bauer vom Kaltenfels-Hof und präsentierte dem Doktor seine linke Hand, an der zwei Finger mit einem provisorischen Verband umwickelt waren. "Aber es ist nix Tragisches, nur eine Risswunde. Eigentlich bin ich hier, weil ich mit Ihnen ein bisschen ausführlicher reden möchte. Unter der Sprechstunde geht das ja net, und ich will Sie auch net am Abend belästigen."

"Du hast mir also etwas zu sagen", fasste Dr. Burger zusammen. "Gut, Leon. Das freut mich. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass du alles unter den Tisch kehren willst. Aber du bist der Hoferbe, und was bei euch geschieht oder geschehen ist, betrifft dich unmittelbar."

"Sie bringen es auf den Punkt, Herr Doktor."

"Im Laufe der Jahre hat sich ein sehr schweres Packerl auf deine Seele gelegt", ergänzte Martin Burger. "Da hat sich so einiges angesammelt. Es tut mir sehr leid für dich, dass dich all diese Dinge härter gemacht haben, als du es von Natur aus bist."

"Ohne eine gewisse Härte wäre ich net weit gekommen. Mir hat niemand angesehen, dass ich gelitten hab. Ich hab lieber geschwiegen, als jemandem zu sagen, wie mir in Wahrheit zumute war", gestand Leon. "Aber inzwischen kann ich so net mehr weitermachen. Zu Ihnen hab ich Vertrauen, Herr Doktor." Er beugte sich ein Stückchen nach vorne. "Ich bin Ihnen unglaublich dankbar, dass Sie meiner Mutter so großartig geholfen haben. Es ist sieben Jahre her, aber ich weiß es noch wie heut. Sie war am Ende ihrer Kräfte und wollte am liebsten gar net mehr da sein. Wenn ich mich doch in Luft auflösen könnte, sagte sie immer wieder. Mit Ihrer Hilfe und den Medikamenten konnte sie ihren verzweifelten Zustand überwinden und einen Entschluss fassen, der genau der richtige war."

"Das stimmt", bestätigte Dr. Burger. "Sie ist jetzt zwar nicht mehr bei euch auf dem Hof, aber du weißt, dass es ihr in Kärnten gut geht."

"Sie fühlt sich sehr wohl. Zusammen mit ihrer Schwester hat sie ein kleines Café eröffnet. Meine Mutter ist mit ihren sechsundfünfzig Jahren noch viel zu jung, um die Hände in den Schoß zu legen. Sie steckt voller Pläne. Ich besuche sie von Zeit zu Zeit in Villach, oder sie kommt auf ein paar Tage nach Schwaz ins Hotel am Markt. In St. Christoph ist sie seit der Trennung von meinem Vater nicht mehr gewesen."

"Das ist verständlich. Sie weiß selbst am besten, was für sie gut ist", nickte der Doktor. "Man kann sich nicht in eine Ehe einmischen, und ich werd mich hüten, mich als Richter über deinen Vater aufzuspielen. Aber er hat deine Mutter über Jahre hinweg betrogen und sich nicht um ihren Schmerz gekümmert. Dass sie ihn verlassen hat, ist nur recht und billig."

"Bevor Nelli gesto

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