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Der Bergdoktor - Folge 1803 Geschenkte Zeit von Kufsteiner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Bergdoktor - Folge 1803

Der Bergdoktor findet keine Worte. Wie soll er Anna und Marvin Krummholz nur beibringen, dass ihre gemeinsame Zukunft in Gefahr ist?

Jahrelang hat das junge Ehepaar vergeblich auf Nachwuchs gehofft. Nun scheint ihr größter Wunsch endlich in Erfüllung zu gehen. Doch eine schwere Erkrankung bedroht das Leben der jungen Bäuerin.

Annas Kräfte sind erschöpft. Sie glaubt, dass sie den nächsten Winter nicht mehr erleben wird. Verzweifelt bittet sie Dr. Burger um Hilfe. Sie braucht Zeit, um ihr Kind zur Welt zu bringen. Nur dieser Gedanke hält sie noch aufrecht. Doch keine Therapie schlägt an ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 16.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732526154
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 526 kBytes
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Der Bergdoktor - Folge 1803

"Ja, ist das denn die Möglichkeit?"

Der Ruf gellte quer durch den Garten und ließ Anna zusammenzucken. Sie blinzelte verwirrt in das Sonnenlicht und brauchte einige Atemzüge, um sich zu orientieren.

Sie war auf der Bank eingeschlafen! Dabei hatte sie die Wäsche aufhängen wollen, damit die Sachen noch etwas von der warmen Frühlingssonne abbekamen. Doch dann war sie plötzlich so müde gewesen, dass sie sich kurz ausruhen wollte.

Sie musste eingenickt sein!

Nun pflügte ihre Schwiegermutter durch die Kräuterbeete heran und stemmte die Hände auf die Hüften. Hedwig bedachte sie mit einem Blick, den sie sonst vermutlich für ein Insekt übrighatte, das auf ihrem selbstgebackenen Kuchen saß.

"Unsereins müht sich ab, und du schläfst am helllichten Tag", stieß sie vorwurfsvoll hervor. "Schämst du dich gar net?"

"Es tut mir leid. Ich wollte nur eine Pause machen."

"Ja, so hat das auch ausgesehen."

"Ich wollte wirklich net schlafen."

"Hast du aber. Über eine Stunde. Als ich vorhin hergeschaut habe, hast du schon tief und fest geschlafen." Hedwig schüttelte missbilligend den ergrauten Kopf. "Deine Müdigkeit wäre verständlich, wenn du endlich schwanger wärst, aber so ist es net. Du scheust nur die Arbeit!"

Anna schluckte. Nein, sie war nicht schwanger. Auch in diesem Monat waren Marvin und sie wieder enttäuscht worden. Dabei wünschten sie sich so sehr ein Baby. Sie presste die Lippen so fest zusammen, dass es wehtat.

Ihre Schwiegermutter warf die Hände in die Luft.

"Fünf Jahre Ehe und immer noch kein Nachwuchs! Das ist doch net normal. Wir brauchen einen Erben, der den Hof später weiterführt. Es ist deine Aufgabe, dafür zu sorgen, aber die Jahre ziehen vorbei, ohne dass ich endlich ein Enkelkind bekomme. Wie soll das denn mal weitergehen?"

Anna wollte kontern, dass das nur ihren Mann und sie etwas anging, aber ihre Kehle war wie zugeschnürt. Ihre Kinderlosigkeit war eine Wunde, die in ihrem Herzen schwelte. Sie hätte so gern ein Baby gehabt, und sie wusste, wie sehr sich ihr Mann Kinder wünschte. Am liebsten eine halbe Fußballmannschaft. Aber es passierte einfach nicht.

Ihre Schwiegermutter funkelte sie an. Zu was bist du eigentlich nutze?, schien sie stumm zu fragen.

Und auch auf diese Frage hatte Anna keine Antwort. Sie schlang die Arme um sich selbst und wünschte sich, der Boden würde sich unter ihr auftun und sie verschlingen.

Der Krummholz-Hof lag auf einer Anhöhe über St. Christoph. Er war seit über einhundertfünfzig Jahren im Besitz der Familie ihres Mannes. Sie hatten das Land beackert und sich etwas aufgebaut. Nun ruhte die Zukunft des Hofes auf den Schultern von Marvin und Anna, was ihrer Schwiegermutter gar nicht gefiel.

Hedwig streckte ihre Hände vor. Sie waren rau und schwielig von der Landarbeit - und von den Putzmitteln, mit denen das Melkgeschirr mehrmals täglich gesäubert werden musste, damit die Milch die gesetzlichen Reinheitsvorgaben erfüllte.

"So müssen die Hände einer Bäuerin aussehen", sagte sie und schaute vielsagend auf Annas Hände hinab, die weich und gepflegt waren und deren Nägel glänzten.

Hedwig hatte die Geschicke des Hofes nach dem frühen Tod ihres Mannes viele Jahre lang allein geleitet. Das hatte sie so hart und unbeugsam gemacht wie die Weiden drunten am Mühlbach, deren verwittertes Holz man zwar biegen, aber nicht brechen konnte.

Das Leben und der raue Wind auf den Feldern hatten Furchen in ihr Gesicht gegraben, und ihr dunkler Haarknoten wurde von grauen Strähnen durchzogen. Sie hatte sich eine weiße Schürze über ihr blaues Frühlingskleid gebunden und trug Gesundheitsschuhe, weil sie oft geschwollene und schmerzende Füße hatte.

Anna fühlte sich unbehaglich unter dem Blick der Schwiegermutter und stand auf. Sie beugte sich über den Wäschekorb, um das erste feuchte Hemd herauszunehmen und aufzuhängen, aber Hedwig drängte sie zur Seit

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