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Der Bergdoktor - Folge 1894 Schicksal am Bergseil von Kufsteiner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Bergdoktor - Folge 1894

Fest entschlossen, Gero Zillberger durch ihre Ausdauer zu beeindrucken und gleichzeitig sein Herz zu gewinnen, startet Steffi an diesem schönen Herbsttag den gemeinsamen Aufstieg zum Jochgrat. Sie ist sehr aufgeregt, aber keinesfalls will sie sich das Gero gegenüber anmerken lassen. Hoffentlich wird ihr nicht schwindelig am Fels! Schließlich ist sie - im Gegensatz zu Gero - eine blutige Anfängerin, aber das hat sie ihm aus gutem Grund verschwiegen. Niemals hätte er sie sonst zu dieser anspruchsvollen Tour mitgenommen. Tatsächlich kommen sie gut voran, Gero hat sie schon mehrmals für ihre Geschicklichkeit gelobt. Doch als Steffi jetzt einen kurzen Blick nach unten wirft, wo der Wildbach schäumend durch die Klamm braust, wird ihr plötzlich schwindelig. Entsetzt reißt sie am Seil - dann hört sie Geros Schrei!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 14.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732554881
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 863 kBytes
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Der Bergdoktor - Folge 1894

"Da ist sie wieder, die Steffi." Paul Dehner stieß seinen Freund Gero an. "Als wir vor zwei Tagen unser Treffen vom Bergsteiger-Verein auf der Glockenalm hatten, war sie übrigens auch da, angeblich rein zufällig. Und zwar allein, genau wie heute. Vergangene Woche, bei deinem Vortrag auf der Achenwaldhütte über unsere Dolomiten-Tour, sahen wir genau dasselbe Bild, nämlich Steffi im feschen Dirndl, ziemlich bescheiden auf einem Stuhl im Hintergrund. Aber sie hörte dir aufmerksam zu. Ich würde fast sagen, sie hing an deinen Lippen, wie es so treffend heißt. Und was folgern wir daraus? Steffi taucht überall auf, wo du bist. Das kann kein Zufall sein."

"Und wenn schon", warf Gero Zillberger ein. "Vielleicht langweilt sie sich daheim. In der Waldpension ihrer Eltern ist abends bestimmt nicht viel los."

"Was soll denn auch in dieser stillen Klause abgehen?", feixte Paul. "Sicher keine Hüttenparty."

"Stimmt genau. Es läuft gar nichts, Paul", erwiderte Gero. "Die Gäste hocken umeinander und genießen das komplette Wellness-Programm mit Zirbenduft und Wildrosenöl. Entspannung pur! Manchmal gibt es wahrscheinlich ein bisschen gepflegte Hausmusik. Der Bachler-Egid versteht sich aufs Zitherspielen. Steffis Mutter kennt eine Menge Lieder und Gstanzln, heißt es. Er spielt, sie singt. Und Steffi serviert vermutlich hausgemachten Apfelmost, Früchtetee und Dinkelkekse. Der eine oder andere Gast gönnt sich eventuell auch ein Glasl Wein oder einen Schluck Bier, alles garantiert Bio. Mehr passiert in der Pension Tannenwinkel net. Soviel ich weiß, ist eh nur Platz für zehn oder zwölf Gäste. Es sind durchweg Naturliebhaber und gestresste Leute, denen das Großstadtleben zum Hals heraushängt."

"Und es ist wirklich alles rein Bio?" Paul grinste. "Äpfel, Birnen und Zwetschgen von der eigenen Streuobstwiese und so weiter?"

Gero nickte. "Klar, und die Kräuter für den Tee sind natürlich selbst gepflückt und in der Sonne getrocknet. Na ja, ich weiß es net genau, aber ich bin ziemlich sicher, dass es so ist. Doch ich will net so derb über die Waldpension lästern. Im Gegenteil, so ein Idyll in absolut ruhiger Lage ist für manche Leute der reinste Jungbrunnen. Man kann durchatmen, die Seele baumeln lassen und auch mal das Handy ausschalten. Soviel ich weiß, sind die Gästezimmer in der Pension immer das ganze Jahr über ausgebucht."

"Euer Hof ist doch net weit entfernt vom Tannenwinkel", warf Paul ein. "Warst du denn noch nie dort?"

"Im Haus der Familie Bachler? Nein. Es hat sich irgendwie nicht ergeben", antwortete Gero. Er sah jetzt nachdenklich aus. "Ich weiß net warum, aber meine Eltern und die Bachlers hatten sich anscheinend nie sehr viel zu sagen. Das hat auf mich abgefärbt. Es gab und gibt keine Feindschaft oder irgendeinen Streit, das ganz gewiss net. Aber von Freundschaft kann man auch net reden. Eher von einer gewissen Distanz. Wenn man sich sieht, sagt man höflich Grüß Gott, fügt vielleicht ein paar Worte übers Wetter hinzu - und hernach geht jeder seiner Wege."

Paul grinste erneut. "Wie auch immer. Es muss dir doch aufgefallen sein, dass die Steffi dich net aus den Augen lässt."

"Keine Ahnung."

"Tu doch net so unschuldig! Sie schaut dich doch schon wieder an. Aber wenn du den Blick zurückgibst, wird sie ganz züchtig die Augen niederschlagen. Hübsch ist sie ja wirklich, eine richtige Waldfee. Wie es sich für ein Madel gehört, das zwischen Tannen und Beerensträuchern aufgewachsen ist. Du hast garantiert jede Menge Chancen bei ihr."

"Ist mir egal. Chancen hab ich eh genug. Paul, lass mich in Ruhe! Dein Gefasel ist einfach nur albern."

"Findest du?" Paul lachte. "Du willst es nicht hören, dass dir die Mädels nachrennen. Aber es ist so. Nur eine hat dich bisher abserviert, und das war Marisa. Ausgerechnet sie, die wie eine Gämse klettern kann und mit dir sogar ziemlich schwere Touren locker geschafft hat ..."

"Richtig, das hat gepasst. Aber

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