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Der Bergpfarrer 172 - Heimatroman Nachhilfe in Sachen Liebe von Waidacher, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2017
  • Verlag: Kelter
eBook (ePUB)
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Der Bergpfarrer 172 - Heimatroman

Mit dem Bergpfarrer Sebastian Trenker hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit gut 13 Jahren, hat sich in ihren Themen dynamisch weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch bereits zwei Spielfilme im ZDF mit je etwa 6 Millionen Zuschauern daraus hervor. 'Und wie meinst', soll ich das jetzt unserem Herrn Vater erklären?' Florian Martens, ein großer, schlanker junger Mann, der gerade vor zwei Wochen seinen achtundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatte, sah seinen fünf Jahre älteren Bruder Andreas fragend und beinahe flehend an. Der hob nur die Schultern. 'Frag mich mal was Leichteres, Brüderchen. Ich bin allerdings heilfroh, daß ich jetzt nicht in deiner Haut stecke. Vater wird ganz und gar nicht begeistert sein, daß du durchs Examen gefallen bist.' 'Ach, was du nicht sagst!' Florian zwang sich ein Lächeln ab. 'Ob du's glaubst oder net - das ist mir selbst längst klar!' Die Brüder saßen sich im großen Wohnzimmer von Andreas' gegenüber. Andreas war erst vor kurzem hier eingezogen, und im Gegensatz zu den anderen Zimmern war der Wohnraum bereits komplett eingerichtet. Drei Ledersofas umrahmten den großen Glastisch. In dem großen Wandschrank, auf den Florian blickte, wenn er an seinem Bruder vorbeisah, waren neben einer Menge Fachbücher auch ein großer Fernseher und eine teure Musikanlage untergebracht. An den Wänden hingen gerahmte Bilder, und die Halogen-Deckenlampe spendete helles Licht. Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. 'Der Bergpfarrer' wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie 'Irrlicht' und 'Gaslicht' erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 21.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740923549
    Verlag: Kelter
    Größe: 231 kBytes
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Der Bergpfarrer 172 - Heimatroman

"Und wie meinst', soll ich das jetzt unserem Herrn Vater erklären?"

Florian Martens, ein großer, schlanker junger Mann, der gerade vor zwei Wochen seinen achtundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatte, sah seinen fünf Jahre älteren Bruder Andreas fragend und beinahe flehend an.

Der hob nur die Schultern. "Frag mich mal was Leichteres, Brüderchen. Ich bin allerdings heilfroh, daß ich jetzt nicht in deiner Haut stecke. Vater wird ganz und gar nicht begeistert sein, daß du durchs Examen gefallen bist."

"Ach, was du nicht sagst!" Florian zwang sich ein Lächeln ab. "Ob du's glaubst oder net - das ist mir selbst längst klar!"

Die Brüder saßen sich im großen Wohnzimmer von Andreas' gegenüber. Andreas war erst vor kurzem hier eingezogen, und im Gegensatz zu den anderen Zimmern war der Wohnraum bereits komplett eingerichtet. Drei Ledersofas umrahmten den großen Glastisch. In dem großen Wandschrank, auf den Florian blickte, wenn er an seinem Bruder vorbeisah, waren neben einer Menge Fachbücher auch ein großer Fernseher und eine teure Musikanlage untergebracht. An den Wänden hingen gerahmte Bilder, und die Halogen-Deckenlampe spendete helles Licht.

Andreas Martens stieß ein leises, beinahe lautloses Seufzen aus. Er sah seinem Bruder sehr ähnlich, wenngleich er sich gänzlich anders kleidete. Während Florian Jeans, Hemd und Lederjacke bevorzugte, trug sein Bruder stets maßgeschneiderte Anzüge.

"Wie hast' es auch bloß soweit kommen lassen können?" fragte Andreas verständnislos. "Ich mein', einerseits kann ich dich ja schon irgendwie verstehen. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, daß es erheblich Spannenderes gibt als Jura zu studieren. Aber andererseits hättest ja wenigstens ein bisserl was tun können. Das wäre doch, weiß Gott, net zuviel verlangt gewesen. Und mit dem nötigen Fleiß kann man alles schaffen, das kannst' mir glauben, denn ich sprech' da aus eigener Erfahrung. Glaub nur net, daß mir das Studium großen Spaß bereitet hat. Nur hab' ich mich halt zusammengerissen und hab' gebüffelt. Aber du hattest ja mal wieder nix Besseres zu tun als auf der faulen Haut zu liegen und dich mit den Madeln zu vergnügen."

"Ja, ja", stöhnte Florian. "Die Predigt kannst' dir getrost sparen. Die bekomm ich nachher noch ausgiebig von unserem Herrn Vater zu hören."

"Worauf du dich verlassen kannst."

"Sag mir mal lieber, was ich jetzt machen soll. Der Professor hat mir eine Nachprüfung angeboten."

Andreas blickte überrascht auf. "Und das sagst' erst jetzt?" fragte er erstaunt. "Aber dann ist doch alles in bester Ordnung, Brüderchen!"

"Du hast gut reden. Aber ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich die Prüfung bestehen soll. All das, was ich versäumt habe nachzuholen, würde mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Die Prüfung findet aber direkt nach den Semesterferien statt. Also schon in zwei Monaten! Allein schaff ich's nie und nimmer, mich innerhalb von acht Wochen auf die Prüfung vorzubereiten. Ausgeschlossen!"

Hoffnungsvoll sah Florian seinen Bruder an.

Doch der hob sofort abwehrend die Hände. "O nein, mein Lieber. Schau mich jetzt bloß net mit deinem treuen Hundeblick an! Ich kann dir bei der Sache auf gar keinen Fall helfen. Selbst wenn ich wollte. Denk daran, daß ich das Examen auch nur mit Ach und Krach bestanden habe. Außerdem bin ich gerade erst zu Hause ausgezogen, wie du weißt. Die Wohnung muß noch richtig eingerichtet werden, und in der Kanzlei... Also, da kann ich unmöglich zwei Monate lang für dich den Nachhilfelehrer spielen!"

"Schon gut, schon gut." Seufzend erhob sich Florian. "War ja nur ein Gedanke", sagte er, bevor er die Wohnung seines Bruders verließ. Richtig überzeugt klang das jedoch ganz und gar nicht.

Draußen stieg der Florian in seinen schnittigen Sportwagen, schnallte sich an und startete den Motor. Gedankenverloren brauste er davon. Jetzt konnte er sich erst einmal das Donnerwetter seines Vaters anhöre

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