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Der Bergpfarrer 393 - Heimatroman Die Ruhe vor dem Sturm von Waidacher, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.04.2016
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Der Bergpfarrer 393 - Heimatroman

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch mehrere Spielfilme im ZDF mit Millionen Zuschauern daraus hervor. Der Altknecht vom Birknerhof klopfte an die Tür der Kammer, in der sein junger Kollege schlief. 'Tobias, aufsteh'n!' Xaver Gerlach wartete eine halbe Minute ab, ehe er erneut anklopfte, diesmal härter, lauter. 'Bist' schwerhörig?', rief er ungeduldig. 'Jetzt aber raus aus den Federn, die Küh' warten!' 'Ja, ich komm ja gleich', antwortete Tobias Bachmann endlich. Xaver wartete noch einen Moment, bis er es hinter der Tür rumoren hörte - ein sicheres Zeichen dafür, dass der junge Knecht tatsächlich aufgestanden war - dann schlurfte er nach draußen.

Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. 'Der Bergpfarrer' wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie 'Irrlicht' und 'Gaslicht' erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 19.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740902520
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 589 kBytes
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Der Bergpfarrer 393 - Heimatroman

Der Altknecht vom Birknerhof klopfte an die Tür der Kammer, in der sein junger Kollege schlief. "Tobias, aufsteh'n!" Xaver Gerlach wartete eine halbe Minute ab, ehe er erneut anklopfte, diesmal härter, lauter. "Bist' schwerhörig?", rief er ungeduldig. "Jetzt aber raus aus den Federn, die Küh' warten!"

"Ja, ich komm ja gleich", antwortete Tobias Bachmann endlich.

Xaver wartete noch einen Moment, bis er es hinter der Tür rumoren hörte - ein sicheres Zeichen dafür, dass der junge Knecht tatsächlich aufgestanden war - dann schlurfte er nach draußen.

Dunst hing noch über dem Gesindehaus, in den frühen Stunden des anbrechenden Tages hatte es überraschender Weise ein heftiges Gewitter gegeben, riesige Pfützen auf dem Hof zeugten noch davon. Jetzt war die Feuchtigkeit noch deutlich zu spüren, und erst langsam setzen sich die Sonnenstrahlen gegen den Nebel durch, der über diesem Teil des Wachnertales lag.

Der Birknerhof stand an der Wetterscheide, während es hier regnete, herrschte in St. Johann und zum 'Höllenbruch' hin strahlender Sonnenschein, oder umgekehrt.

Xaver schob die Tür zum Stall auf, die Kühe muhten, ihre Euter waren prallgefüllt, und warteten darauf, gemolken zu werden.

Tobias kam endlich auch herein, er sah übernächtigt aus.

"Was ist denn mit dir los?", fragte der ältere Kollege.

Der junge Knecht winkte ab. "Hab die halbe Nacht kein Auge zugetan", antwortete er. "Erst am Morgen bin ich eingeschlafen."

Xaver blickte ihn an. "Bist deswegen noch mal mit dem Motorradel los?", wollte er wissen.

Tobias schrak zusammen. Hatte Xaver ihn etwa beobachtet? Und wenn ja, was wusste er?

"Hm", brummte er. "Danach hab ich mich wieder hingelegt, und dann ging's." Was Besseres war ihm auf die Schnelle nicht eingefallen.

Der Altknecht gab sich mit dieser Antwort zufrieden und schloss die Melkschläuche an. Schweigend arbeiteten die beiden Männer nebeneinander. Sie waren ein eingespieltes Team, jeder Handgriff saß.

Indes war Tobias Bachmann an diesem Morgen doch nicht so ganz bei der Sache - das schlechte Gewissen plagte ihn. War er zu weit gegangen? Er redete sich ein, dass er es für Katja getan hätte, damit dieser Kerl endlich wieder von hier, und damit aus ihrem Leben, verschwinden würde.

Doch im Nachhinein fragte er sich, ob er wirklich die Konsequenzen seines Handelns bedacht hatte?

Brandstiftung, darauf stand Gefängnis!

Angstvoll und mit klopfendem Herzen hatte der junge Knecht nach seinem nächtlichen Ausflug im Bett gelegen und darauf gewartet, dass die Feuersirene erklingen würde. Als der Alarm ausblieb, war Tobias dann irgendwann doch eingeschlafen. Der Lindnerhof war unbewohnt und lag ein Stück von der Bergstraße entfernt.

Wer also hätte das Feuer entdecken sollen?

Während Tobias die Milchbehälter zur Hofeinfahrt schob, fütterte Xaver die Kühe. Dabei machte er sich so seine Gedanken. Er hatte nicht schlafen können und war gegen Morgen aufgestanden und hatte das Fenster öffnen wollen, um frische Luft hereinzulassen. Überrascht hatte er dabei gesehen, wie Tobias sein Motorrad über den Hof schob, ganz so, als ob niemand mitbekommen sollte, dass er davonfuhr. Erst nachdem er ein Stück die Bergstraße hinunter war, musste er die Maschine angelassen haben, denn es war kein Motorengeräusch zu hören gewesen.

Was mochte er vorhaben? Wohin wollte er? Dass der junge Knecht keine heimliche Liebschaft hatte, davon war Xaver Gerlach überzeugt. Zum einen wusste er, dass Tobias in Katja verliebt war, die Tochter ihres Bauern, also schied ein anderes Madel wohl aus. Und selbst, wenn - dann wäre es für ein Stelldichein viel zu spät gewesen. Nein, der Bursche hatte etwas vor, von dem niemand etwas wissen sollte, davon war der Altknecht überzeugt. Doch was?

Xaver hatte noch lange am Fenster gestanden und darüber nachgegrübelt, was diese nächtliche Aktion seines jungen Kollegen zu bedeuten hatte, und

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