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Der Bergpfarrer 48 - Heimatroman Das erste Busserl? von Waidacher, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.07.2015
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
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Der Bergpfarrer 48 - Heimatroman

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch mehrere Spielfilme im ZDF mit Millionen Zuschauern daraus hervor. 'Wolfgang, wach' auf!' Kathie Ambacher hatte ihren Bruder an der Schulter gepackt und rüttelte ihn. Allerdings vergeblich. Er lag in seinem Bett und schnarchte, wie ein Bär im Winterschlaf. 'Wolfgang!' rief das junge Madel laut und eindringlich. 'Jetzt steh' endlich auf. Der Vater hat schon nach dir gefragt.' Endlich regte sich der Schlafende. Sein Kopf fuhr hoch, und er rieb sich die Augen. 'Wie spät ist's denn?' fragte der Bauernsohn, während er sich ausgiebig reckte und gähnte. 'Gleich fünf. Du solltest wirklich schau'n, daß du hinunter kommst. Du weißt doch, wie leicht der Vater grantig wird. Gib ihm doch net immer wieder einen Grund.' Der Bursche warf die Decke von sich und schwang die Beine aus dem Bett. 'Der regt sich auch wieder ab', meinte er leichthin und verschwand im Bad, draußen auf dem Flur. Kathie sah ihm kopfschüttelnd nach und eilte dann in die Küche hinunter. Sie deckte den Tisch für das Frühstück. Kurz darauf hörte sie polternde Schritte auf der Diele. 'Ist der Kerl immer noch net aufgestanden?' rief ihr Vater ärgerlich, noch bevor er die Küchentür geöffnet hatte. 'Doch, doch. Wolfgang ist im Bad. Er wird gleich da sein', beruhigte sie ihn. Joseph Ambacher funkelte sie an. Der Bauer war von gedrungener Statur, das Gesicht von Wind und Wetter gegerbt und das Haupthaar wurde immer weniger. 'Brauchst' ihn gar net in Schutz nehmen, diesen nichtsnutzigen Kerl', raunzte er seine Tochter an. 'Er soll sich mehr um seine Arbeit kümmern und weniger im Wirtshaus herumlungern.'

Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. 'Der Bergpfarrer' wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie 'Irrlicht' und 'Gaslicht' erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 07.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959790161
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 596 kBytes
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Der Bergpfarrer 48 - Heimatroman

"Wolfgang, wach' auf!"

Kathie Ambacher hatte ihren Bruder an der Schulter gepackt und rüttelte ihn. Allerdings vergeblich. Er lag in seinem Bett und schnarchte, wie ein Bär im Winterschlaf.

"Wolfgang!" rief das junge Madel laut und eindringlich. "Jetzt steh' endlich auf. Der Vater hat schon nach dir gefragt."

Endlich regte sich der Schlafende. Sein Kopf fuhr hoch, und er rieb sich die Augen.

"Wie spät ist's denn?" fragte der Bauernsohn, während er sich ausgiebig reckte und gähnte.

"Gleich fünf. Du solltest wirklich schau'n, daß du hinunter kommst. Du weißt doch, wie leicht der Vater grantig wird. Gib ihm doch net immer wieder einen Grund."

Der Bursche warf die Decke von sich und schwang die Beine aus dem Bett.

"Der regt sich auch wieder ab", meinte er leichthin und verschwand im Bad, draußen auf dem Flur.

Kathie sah ihm kopfschüttelnd nach und eilte dann in die Küche hinunter. Sie deckte den Tisch für das Frühstück. Kurz darauf hörte sie polternde Schritte auf der Diele.

"Ist der Kerl immer noch net aufgestanden?" rief ihr Vater ärgerlich, noch bevor er die Küchentür geöffnet hatte.

"Doch, doch. Wolfgang ist im Bad. Er wird gleich da sein", beruhigte sie ihn.

Joseph Ambacher funkelte sie an. Der Bauer war von gedrungener Statur, das Gesicht von Wind und Wetter gegerbt und das Haupthaar wurde immer weniger.

"Brauchst' ihn gar net in Schutz nehmen, diesen nichtsnutzigen Kerl", raunzte er seine Tochter an. "Er soll sich mehr um seine Arbeit kümmern und weniger im Wirtshaus herumlungern."

"Das wirst' mir kaum verbieten können", ließ sich Wolfgang Ambacher vernehmen.

Er war, ohne daß sie es bemerkt hätten, die Treppe heruntergekommmen und stand in der Küchentür.

"Ich geh' so oft ins Wirtshaus, wie ich will. Schließlich ist's ja der einzige Trost, den man hier hat."

Er ignorierte den warnenden Blick, den seine Schwester ihm zuwarf.

"Und wenn's dir net paßt, dann geh' ich, und zwar für immer!" setzte er noch eins drauf.

Der Ambacherbauer machte den Eindruck, als wolle er sich jeden Augenblick auf seinen Sohn stürzen, um ihn für diese freche Bemerkung mit einer Tracht Prügel zu strafen. Doch dann lockerten sich die Fäuste, und mit einer unwirschen Bewegung schob der Alte seinen Stuhl zurecht und setzte sich.

Wolfgang setzte sich ebenfalls und grinste stillvergnügt in sich hinein. Seine Drohung, fortzugehen, hatte wieder einmal gewirkt. So schnell würde ihn sein Vater nicht mehr zurechtweisen.

Vielleicht war es nicht richtig, ihm damit zu drohen, aber es schien ihm die einzige Möglichkeit zu sein, das Leben auf dem Berghof einigermaßen erträglich zu machen, wenn er sich derart gegen den alten Tyrannen zur Wehr setzte.

Das Frühstück verlief schweigend, und Joseph Ambacher beendete es schnell. Ohne ein weiteres Wort gesagt zu haben, stand er auf und ging hinaus. Wenig später hörten die Geschwister den Traktor vom Hof fahren.

"Hat das wirklich sein müssen?" fragte Kathie ihren Bruder.

Der Vorwurf in ihrer Stimme war nicht zu überhören.

"Ja", antwortete Wolfgang nachdrücklich, "das hat sein müssen. Vater muß endlich einsehen, daß er so net mit mir umspringen kann. Immerhin mach' ich hier meine Arbeit auf dem Hof, und da wird er mir das bissel Vergnügen net verbieten können."

Er stopfte sich den letzten Bissen Brot in den Mund.

"Gut, es ist wirklich ein bissel spät geworden, gestern abend", räumte er ein. "Aber es kommt ja net immer vor, daß ich verschlaf."

Der Bauernsohn trank seinen Kaffee aus und ging an seine Arbeit. Kathie räumte den Tisch ab und machte sich daran, das Geschirr vom Frühstück abzuwaschen.

Natürlich hat Wolfgang recht, überlegte sie. Er arbeitete wirklich hart, wie sie auch, und da war es nicht mehr als recht, wenn er sich zum Ausgleich mit seinen Spezis auf eine Maß traf. Früher ist Vater do

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