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Der Bergpfarrer 63 - Heimatroman Ewiger Streit im Wachnertal von Waidacher, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.10.2015
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Der Bergpfarrer 63 - Heimatroman

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch mehrere Spielfilme im ZDF mit Millionen Zuschauern daraus hervor. Der Traktor bog von der Landstraße auf den Wirtschaftsweg zur Jenneralm ein. Alois Burghauser drosselte dabei die Geschwindigkeit, denn der Weg beschrieb enge Kurven, rechts ging es steil die Bergwiese hinunter. Während der Bauer langsam hinauffuhr, sah er von oben einen anderen Traktor herunterfahren. Loisl Miene verfinsterte sich, als er den Lenker des anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugs erkannte - Vinzenz Wildinger! Sie waren höchstens noch knapp hundert Meter getrennt, und der Weg wurde hier besonders schmal. Eigentlich hätte der, welcher von unten heraufgefahren kam, anhalten und den anderen passieren lassen müssen, doch der Bergbauer dachte überhaupt nicht daran, sondern fuhr unverdrossen weiter. Vinzenz hatte ebenfalls den Traktor seines Nachbarn und Intimfeindes erkannt. Er sah, daß Loisl nicht anhalten würde. Na, wart', Bursche, dachte er, dir werd' ich schon zeigen, wo's lang geht! Der vollbeladene Hänger hinter ihm kam bedrohlich ins Wanken, als der Wildingerbauer die Kurve mit viel zu hoher Geschwindigkeit nahm. Im letzten Moment verlangsamte er die Fahrt und blieb knapp kaum mehr als zwanzig Zentimeter, vor dem anderen Gefährt stehen. 'Ach, da schau her, der Wildinger', höhnte Alois Burghauser. 'Bist zu blöd zum Traktorfahren, was?' Er schüttelte den Kopf. 'Es ist net zu glauben, was für Deppen heutzutag' einen Führerschein haben. Bestimmt hast den Prüfer bestochen, gell? Sonst würd'st doch heut' noch zu Fuß laufen und über deine eig'ne Beine stolpern, blöd wie's bist!' Vinzenz schäumte vor Wut, aber noch beherrschte er sich.

Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. 'Der Bergpfarrer' wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie 'Irrlicht' und 'Gaslicht' erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959792967
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 606 kBytes
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Der Bergpfarrer 63 - Heimatroman

Der Traktor bog von der Landstraße auf den Wirtschaftsweg zur Jenneralm ein. Alois Burghauser drosselte dabei die Geschwindigkeit, denn der Weg beschrieb enge Kurven, rechts ging es steil die Bergwiese hinunter. Während der Bauer langsam hinauffuhr, sah er von oben einen anderen Traktor herunterfahren. Loisl Miene verfinsterte sich, als er den Lenker des anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugs erkannte - Vinzenz Wildinger!
Sie waren höchstens noch knapp hundert Meter getrennt, und der Weg wurde hier besonders schmal. Eigentlich hätte der, welcher von unten heraufgefahren kam, anhalten und den anderen passieren lassen müssen, doch der Bergbauer dachte überhaupt nicht daran, sondern fuhr unverdrossen weiter. Vinzenz hatte ebenfalls den Traktor seines Nachbarn und Intimfeindes erkannt. Er sah, daß Loisl nicht anhalten würde. Na, wart', Bursche, dachte er, dir werd' ich schon zeigen, wo's lang geht! Der vollbeladene Hänger hinter ihm kam bedrohlich ins Wanken, als der Wildingerbauer die Kurve mit viel zu hoher Geschwindigkeit nahm. Im letzten Moment verlangsamte er die Fahrt und blieb knapp kaum mehr als zwanzig Zentimeter, vor dem anderen Gefährt stehen. "Ach, da schau her, der Wildinger", höhnte Alois Burghauser. "Bist zu blöd zum Traktorfahren, was?" Er schüttelte den Kopf. "Es ist net zu glauben, was für Deppen heutzutag' einen Führerschein haben. Bestimmt hast den Prüfer bestochen, gell? Sonst würd'st doch heut' noch zu Fuß laufen und über deine eig'ne Beine stolpern, blöd wie's bist!" Vinzenz schäumte vor Wut, aber noch beherrschte er sich. Die zwei Bauern waren im ungefähren gleichen Alter, etwas über fünzig Jahre. Während der Burghauser groß und stämmig in dem Führerhaus seines Traktors sitzenblieb, war Vinzenz kleiner, aber von drahtiger Figur, erbost herab gesprungen und stapfte auf den Nachbarn zu. "Du weißt genau, daß du derjenige bist, der anzuhalten hat", sagte er mit unterdrückter Erregung. "Aber du hast dich ja noch nie an die Spielregeln gehalten. Also, ich will keinen Ärger. Setz' ein Stück zurück und laß mich vorbei." Alois Burghauser lehnte sich gemütlich zurück und grinste frech. "Soweit kommt noch, daß man Deppen Vorfahrt gewähren muß", grinste er hämisch vor sich hin. "Treib's net zu weit!" mahnte der andere ihn, eine dicke Zornesfalte auf der Stirn. "Ich kann auch anders!" Sein Nachbar brach in schallendes Gelächter aus. "Du? Ausgerechnet du? Gib acht, Bürschchen, daß ich dich net umpust', wie der Wind eine Bohnenstange, du Zwerg." Das war zuviel. Mit einer Bewegung sprang der Wildingerbauer zur Tür des Führerhauses empor, öffnete sie und riß den Burghauser von seinem Sitz. Dabei war es ihm egal, daß der Kopf gegen das große Rad schlug, als sie beide herunterstürzten und über die Bergwiese rollten. Eng umschlungen, als seien sie ein Liebes-paar, das übermütig herumtollt, ging es nach unten. Allerdings waren Die beiden alles andere, als ein Liebespaar. Der Haß, der zwischen den Bauernfamilien herrschte, ging auf einen uralten Streit zurück, von dem heute niemand mehr zu sagen wußte, wie er eigentlich entstanden war. Seit Generationen bekriegten sich die beiden Parteien, und mal trug diese, mal jene Sieg davon. Heute sah es so aus, als würde Vinzenz der Gewinner sein. Er hatte seinen Gegner im Schwitzkasten und schien gegen die Schläge, die immer wieder auf seinen Rücken und die Schulter trommelten, immun zu sein. "Hör' auf, du bringst mich ja um!" keuchte Alois Burghauser. Eigentlich war er dem Kontrahenten an Stärke und Körperkraft überlegen, aber Vinzenz war auch kein Schwächling. Erbarmungslos drückte er Loisl die Luft ab, so daß der schon rote Sterne vor seinen Augen sah. "Das ist das Beste, was man machen könnt'", rief er. "Dann wär' endlich Frieden im Wachnertal." "Ist ja schon gut", keuchte de

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