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Der Bergpfarrer 67 - Heimatroman Sie war nur eine Magd von Waidacher, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2015
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Der Bergpfarrer 67 - Heimatroman

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch mehrere Spielfilme im ZDF mit Millionen Zuschauern daraus hervor. 'Sissi, komm und hilf mir mal bei den Bettlaken', rief Resl Wendler. Der Wind fegte derart über die Bergwiese hinter dem Obermoserhof, daß der Magd die Wäsche von der Leine zu reißen drohte. Elisabeth, ihre zwanzigjährige Tochter, war gerade damit beschäftigt, die Kaninchen zu füttern, die in einem Stall hinter dem Bauernhaus ihren Platz hatten. Sie legte die restlichen Kohlblätter und Möhren beiseite, verriegelte die Tür und lief zur Wiese hinüber. Dort waren Leinen gespannt, die an langen Pflöcken befestigt waren, die man in den Boden gerammt hatte. Ihre Mutter versuchte verzweifelt, ein großes Laken zusammenzulegen, das der kräftige Wind immer wieder auseinanderwehte. Sissi lachte, als sie ihre Mutter erblickte. Sie sah aus, als schwenke sie eine große weiße Fahne. 'Lach' net. Hilf mir lieber.'

Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. 'Der Bergpfarrer' wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie 'Irrlicht' und 'Gaslicht' erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 17.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959795753
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 412 kBytes
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Der Bergpfarrer 67 - Heimatroman

"Sissi, komm und hilf mir mal bei den Bettlaken", rief Resl Wendler.

Der Wind fegte derart über die Bergwiese hinter dem Obermoserhof, daß der Magd die Wäsche von der Leine zu reißen drohte.

Elisabeth, ihre zwanzigjährige Tochter, war gerade damit beschäftigt, die Kaninchen zu füttern, die in einem Stall hinter dem Bauernhaus ihren Platz hatten. Sie legte die restlichen Kohlblätter und Möhren beiseite, verriegelte die Tür und lief zur Wiese hinüber.

Dort waren Leinen gespannt, die an langen Pflöcken befestigt waren, die man in den Boden gerammt hatte. Ihre Mutter versuchte verzweifelt, ein großes Laken zusammenzulegen, das der kräftige Wind immer wieder auseinanderwehte. Sissi lachte, als sie ihre Mutter erblickte. Sie sah aus, als schwenke sie eine große weiße Fahne.

"Lach' net. Hilf mir lieber."

Zusammen gelang es ihnen, das Wäschestück zu bändigen. Über dem Kogler brauten sich drohend dunkle Wolken zusammen.

"Wird Zeit, daß die Wäsche abkommt. Es zieht ein Wetter herauf."

Das junge Madel machte ein eher skeptisches Gesicht.

"Glaub' ich net. Der Wind treibt's eher fort."

"Mir soll's recht sein", meinte die Mutter. "Ist ohnehin noch genug zu tun. Da fehlte es noch, daß die Wäsche wieder naß wird."

Sie befühlte ein paar Stücke, die noch nicht ganz trocken waren. Dann schaute sie ihre Tochter fragend an.

"Glaubst' wirklich, wir können's noch hängen lassen?"

"Aber ja, Mutter", nickte Sissi. "Schau, da drüben wird's schon wieder hell."

Resl blickte zu den majestätischen Bergen hinauf. Sissi schien recht zu haben. Die Wolken segelten in südliche Richtung ab.

"Außerdem können wir gar kein schlechtes Wetter gebrauchen", fuhr das Madel fort. "Wo doch der Toni morgen nach Haus' kommt."

"Erinner' mich bloß net daran", seufzte die Magd. "Da steht uns noch eine Menge Arbeit bevor."

Sissi hörte den Einwand gar nicht. In Gedanken war sie schon bei Toni Obermoser, dem Sohn des Bauern, der nun endlich, nachdem er über zwei Jahre in der Fremde war, zurückkehren sollte.

Eine unendlich lange Zeit, schien es, war er fortgewesen, und sie hatte die Trennung nur verkraften können, weil sie sich seiner Liebe sicher war. Immer wieder hatten sie diese Liebe in ihren Briefen beschworen. Jeden einzelnen hütete Sissi wie einen kostbaren Schatz.

Und wenn er endlich wieder daheim war, dann sollte ihr größter Wunsch in Erfüllung gehen - Toni würde bei den Eltern um ihre Hand anhalten.

Sie kannten sich, seit sie Kinder waren. Vor über dreißig Jahren waren Franz und Resl Wendler auf den Obermoserhof gekommen. Hier war auch Sissi geboren und aufgewachsen, und hier hatte sie eine Stelle als zweite Magd nach ihrer Mutter bekommen.

Mit dem kleinen Anton hatte sie in der Sandkiste gespielt, zusammen waren sie in die Schule gegangen, und gemeinsam waren sie getauft und gefirmt worden.

Lange Zeit wuchsen sie wie Bruder und Schwester auf. Doch als sie älter wurden, da wurden auch die Blicke anders, mit denen sie sich ansahen. Scheu war der erste Kuß droben auf dem Heuboden, und ein Geheimnis blieb ihre Liebe bis zum heutigen Tag.

Briefe schrieben sie sich heimlich nach Tonis Fortgang. Eine Freundin drunten im Dorf übernahm die Rolle der Liebesbotin, denn an ihre Adresse richtete der Bauernsohn seine Post, die nicht für die Eltern bestimmt war.

Für zwei Jahre war Anton Obermoser zur Bundeswehr gegangen. Nach der Grundausbildung wurde er in einer NATO-Einheit in Holland stationiert und schließlich ein Vierteljahr später nach Kanada befehligt, wo er eine Ausbildung als Helikopterpilot machte.

Die Entfernung ließ es nicht zu, daß er, selbst wenn er Urlaub hatte, nach Hause kam. Dafür waren die Briefe, die sie sich schrieben, voller Liebe und Wärme, und in allen stand das Versprechen, Sissi nach seiner Heimkehr zum Traualtar zu führen.

Oft träumte das Madel von diesem Tag. Aber es wußt

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