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Der Club der Schwimmerinnen Roman von May, Katie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Der Club der Schwimmerinnen

"Herrliches Feel-good-Buch mit Tiefgang!" Grazia Wenn das Leben hohe Wellen schlägt, lerne schwimmen. Zum Baden am Whitstable Beach braucht man wahre Leidenschaft fürs Meer und absolute Pünktlichkeit. Denn nur bei Flut ist das Wasser tief genug, um dort zu schwimmen. Deb und Maisie sind grundverschieden, doch diese Eigenschaften einen sie. Nachdem beider Leben aus dem Takt geraten sind, trotzen sie Regen, Wind und Dunkelheit, um beim Schwimmen Kraft zu schöpfen. Schnell finden sie weitere Anhängerinnen. Der Club der Schwimmerinnen ist geboren. Aber dann soll Whitstable Beach für die Öffentlichkeit gesperrt werden, und sie müssen sich etwas einfallen lassen, um ihren geliebten Strand zu retten. "Ein echter Lesespaß für Strand und Pool." Kieler Magazin Katie May schreibt Romane und Memoirs und lehrt Kreatives Schreiben an der Canterbury Christ Church University. Zusammen mit ihrem Mann, ihrem Sohn und zwei Katzen lebt sie in Whitstable. Dort findet man sie meist am Strand oder - wie sollte es anders sein - beim Schwimmen im Meer. In ihrer Freizeit liest und kocht sie gern und trinkt Martini, gerührt, nicht geschüttelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 03.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678308
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: The Whitstable High Tide Swimming Club
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Der Club der Schwimmerinnen

1. TEIL

An der Küste von Whitstable zu schwimmen, ist nicht einfach. Bei Ebbe zieht sich das Meer so weit zurück, dass es praktisch verschwindet und einem das Wasser kaum noch bis an die Knöchel reicht. Die Einheimischen sagen scherzhaft, man könne dann ganz bequem bis zur Insel Sheppey durchs Watt wandern. Ich weiß nicht, ob das stimmt, und müsste durch jede Menge Schlick waten, um es herauszufinden.

Nicht dass ich etwas gegen die Ebbe hätte, denn dann findet man seltene und wunderbare Dinge am Meeresboden. Falls man aber schwimmen möchte, muss man auf die Flut warten, wenn das Wasser den halben Strand bedeckt und plötzlich tief und verlockend ist. Das passiert nur zweimal binnen vierundzwanzig Stunden. Verpasst man das Hochwasser um nur eine Stunde, streift man beim Kraulen den Meeresboden mit den Knien.

Nein, um in Whitstable zu schwimmen - richtig zu schwimmen, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren -, braucht man einen Tidenkalender und muss sich mit geradezu militärischer Disziplin nach ihm richten. Badeschuhe können auch nicht schaden, denn es ist ziemlich schmerzhaft, barfuß über den Kiesstrand zu gehen. Und selbst zum perfekten Zeitpunkt erblickt man trübes, schlammhaltiges Wasser, während man die klaren, glitzernden Wellen des Atlantiks vergeblich sucht.

Nimmt man jedoch all das in Kauf - die Tide, den Kies, das Schlammwasser -, belohnt einen das Meer vor Whitstable. Es ist nicht so kalt wie der Atlantik, und es gibt keine Wellen, die über einem zusammenkrachen und einem den Atem verschlagen, bis man keuchend Wasser und Seetang spuckt. Im Hochsommer ist das Meer warm und still wie Badewasser, und die Möglichkeit, eine Tasse Tee (oder ein Glas Wein) nach dem Schwimmen zu trinken, ist nicht weit entfernt. Gleich um die Ecke befindet sich eine Seenotrettungsstation, was überaus beruhigend ist. Aber das Beste ist, dass man so erfrischt und gestärkt aus dem Wasser steigt, als hätte man das Geheimnis des Lebens entschlüsselt. Vielleicht benötigt man eine besondere Wahrnehmungskraft, damit man den Zauber von Whitstable Beach genießen kann, für diejenigen jedoch, die damit gesegnet sind, gibt es kaum etwas Schöneres.

Als Deb bemerkte, dass Maisie zwei Wochen lang jeden Tag zum Schwimmen an den West Beach kam, wusste sie also, dass sie eine Seelenverwandte gefunden hatte. Okay, diese Frau trug einen Ganzkörper-Neoprenanzug, Badeschuhe, eine Schwimmbrille und eine Bademütze in Neon-Orange, was bei diesem Wetter ziemlich übertrieben war. Wenn es darum ging, sich für ein Bad im Meer zu rüsten, war Deb eher der Wirf-dir-einen-Bikini-über-und-binde-dir-die-Haare-zurück-falls-du-ein-Haarband-findest-Typ. Lieber humpelte sie über den Kies, als sich mit Beschaffung, Transport und Pflege spezieller Schuhe aufzuhalten. Früher hätte Deb aufgrund dieses Unterschieds Frauen wie Maisie gemieden, da diese ihr ein wenig zu vornehm erschienen. Noch bis vor Kurzem hatte sie sich mit spitzen Bemerkungen über die "London-Touris" und ihre Markenklamotten lustig gemacht.

Inzwischen hatte sie jedoch begonnen, die Dinge anders zu sehen. Ein paar Tage lang hatte sie beobachtet, wie Maisie mit immer gleicher Routine ihr Bad absolvierte, und diese Präzision schien dafür zu sprechen, dass sie eine seriöse, verantwortungsbewusste Person war, also eine Frau, deren Nähe Deb von nun an suchen sollte. Also los, Mädel, sagte sie sich, mach schon! Geh und schüttel ihr die Hand!

Und das tat sie dann auch. Als sie um acht Uhr an einem Mittwochmorgen im Juni mit ihren zehn Minuten Brustschwimmen (Kopf über Wasser) fertig war und sich abtrocknete, sah sie Maisie aus dem Meer steigen, je einen Fuß an die Pobacken ziehen, um die Oberschenkelmuskulatur zu dehnen, und dann über den Strand auf ihre Sachen zugehen. Das war Debs Chance. Sie versteckte ihre Zigarettenschachtel unter dem leichten Strandtuch, das sie sich übergeworfen hatte, schlüpfte in ihre Flip-Flops, ging

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