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Der Duft der großen weiten Welt von Hauffe, Irmela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der Duft der großen weiten Welt

Wo finde ich ihn, den Duft der großen weiten Welt? Kann man ihn überhaupt riechen? Haben Sie eine Ahnung, wie es in Marrakesch riecht? Hätte der Geruch in einem Reiseführer gestanden, wäre ich vielleicht nicht dorthin gefahren. Aber in welchem Reiseführer werden schon solche Nichtigkeiten erwähnt?! Gerüche beschäftigen mich seit meiner Kindheit. Aber sie haben sich in meinem Umfeld im Laufe der Jahrzehnte verändert. Ich habe herausgefunden, dass es typische Gerüche eines Landstrichs, einer Stadt oder einer Insel gibt. Von vielen Städten meiner Reisen bin ich überrascht, weil ich mir einen anderen Geruch für diese Region vorgestellt habe, als er in Wirklichkeit ist. Vielleicht schaffe ich es eines Tages mit verbundenen Augen anhand des Geruches herauszufinden, in welcher Stadt ich mich gerade befinde?! Das wäre mal eine Herausforderung! Irmela Hauffe ist 1954 in Duisburg geboren. Sie hat Chemie und Textilgestaltung/Kunst für das höhere Lehramt studiert. Als freischaffende Künstlerin ist sie Mitglied des Dormagener Organisationsteams für Kunstausstellungen D'Art. Irmela Hauffe hat viele Jahre an der Rezeption einer Seniorenresidenz gearbeitet. Jetzt ist sie tätig als Betreuerin an einer Ganztagsschule. Ihr erstes veröffentlichtes Buch heißt: "Ruhestand- Ab morgen habe ich Zeit" und ist 2016 erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 28.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744858021
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 4811 kBytes
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Der Duft der großen weiten Welt

Waynesburg, Pennsylvania, USA

"Hier sind irgendwo Marienkäfer." "Was ist los?", fragt mich meine Kusine. "Ich kann sie riechen." "Wen?" "Die Marienkäfer." Und tatsächlich. Da krabbeln die ersten Käfer in den Ecken. "Ich rieche nichts. Wonach riechen sie denn?" "Sie riechen bitter und unangenehm. Sie stinken." Natürlich rieche ich den Käfer nicht, wenn er sich alleine in einem Raum befindet. Da bedarf es schon ein paar mehr Krabbelkäfern. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese kleinen Tierchen einmal ekelig finden würde. Als Kind habe ich sie gerne auf meine kleinen Fingerchen gesetzt und ihnen zugeschaut, wenn sie meinen Arm hinauf liefen. Aber jetzt? Undenkbar!

Im Frühjahr des letzten Jahres plante ich einen 14-tägigen Urlaub in Pennsylvania, USA. Meine Kusine hatte mich zu sich eingeladen. Aus beruflichen Gründen waren sie und ihr Mann für ein paar Jahre in die Universitätsstadt Waynesburg gezogen. Dort bewohnten sie vor den Toren der Stadt ein hübsches, typisch amerikanisches Häuschen mit überdachter, holzverschnörkelter Veranda, auf der ein Schaukelstuhl leicht im Wind hin und her wippte. Dieses Haus hätte in jedem Westernfilm eine Hauptrolle bekommen können, so idyllisch sah es aus. Vor den Toren der Stadt bedeutet in den USA etwa eine Stunde Autofahrt. Um das Haus herum gab es saftige Weiden, auf denen zahlreiche Kühe und Ochsen zu sehen waren. Es roch nach frischem, kühlen Gras, Kuhfladen und ersten Frühlingsblumen. In der Ferne grasten zwei Pferde. All diese Tiere gehörten zum Inventar des Hauses. Die Landschaft war hügelig und weitläufig, wobei sich Wiesen und Wälder abwechselten. Eigentlich sah es aus wie im Sauerland, nur dass die Ortsnamen fremd klangen. Obwohl mir ein Städtename bekannt vorkam: Washington. Da wollte ich ja sowieso mal hin. Die Obamas sehen. Ich hätte nie gedacht, dass meine Kusine so nah bei Washington lebt. Als ich sie darauf ansprach, sagte sie nur: "Nicht D.C." Mist!

Nun ja, hier war es ja auch schön. Aber einsam. Sehr einsam. Der nächste Nachbar wohnte etliche Kilometer weiter den Hügel hinunter. Wenn man Glück hatte, kam im schneereichen Winter einmal am Tag ein Schneeschieber vorbei. Wenn nicht, dann wurde es schwierig mit den täglichen Einkäufen. Ohne Jeep mit Ketten ging dann gar nichts mehr.

Und was sich außerdem zum Sauerland unterschied: es gab hier keine gekennzeichneten Spazier- und Wanderwege. Entweder man lief am Straßenrand oder querfeldein durch die Walachei. Amerikaner gehen wohl nicht spazieren, sie fahren lieber mit dem Auto. Meine Kusine erzählte mir, dass sie beim Gassi gehen mit ihrem Hund von vorbeifahrenden Autofahrern angesprochen wurde, ob sie Hilfe brauche, weil sie in der Wildnis zu Fuß unterwegs wäre. Ob es hier doch Gefahren gibt, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind?

Ich bin aber im Frühjahr gekommen. Ein frischer Wind weht mir um die Nase. Ganz allmählich nehmen die Wiesen eine grüne Farbe an, auch wenn es täglich noch kalte Schneeflocken schneit. Aber in der Mittagssonne taut die leichte Schneedecke und wärmt die ersten Knospen der Narzissen, Primeln und Schneeglöckchen. Ganz vorsichtig schicken diese zarten Knospen ihre Düfte übers Land, so als wollten sie den Frühling herbei sehnen. Ich bin neugierig auf das Haus. Die Außenwände des Holzhauses sind hellgrau gestrichen, die Fensterläden sind weiß und passen sehr gut in diese ländliche Gegend. Die benachbarte Garage ist fast genauso groß wie das eigentliche Wohnhaus, was bei Amerikanern selbstverständlich ist, da sie alle sehr große Autos fahren oder sogar zwei. Da ist eine Garage in XXL Standard. Wenn das Wohnhaus außen schon so hübsch aussieht, wie wird es dann drinnen aussehen? Meine Kusine ist schon immer ein Freund von schöner Deko gewesen. Alles, was auf dem Fenstersims, im Vorgarten oder auf der Veranda zu sehen ist, ist handmade. Auswanderer aus Deutschland dekorieren ihr neues Zuhause gerne mit typisch deutschen Dingen, wa

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