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Der Duft von Pinienkernen Roman von Bold, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Der Duft von Pinienkernen

Rezept für eine große Freundschaft Was macht die Beziehung zwischen besten Freundinnen aus? Und wieviel kann eine Freundschaft aushalten? Die junge Halbitalienerin Greta ist sich dessen selbst nicht mehr so sicher, seitdem ihre beste Freundin Katrin ihr die Freundschaft gekündigt hat. Greta flüchtet daraufhin von München nach Italien. Auf einer kulinarischen Reise von Venedig bis nach Apulien beginnt sie zu verstehen, wie gutes Essen gebrochene Herzen heilen kann. Emily Bold wurde 1980 in Mittelfranken geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebt. Sie schreibt Romane für Erwachsene und Jugendliche und blickt mittlerweile auf dreiundzwanzig deutschsprachige sowie acht englischsprachige Bücher und Novellen zurück, die den Lesern viele romantische Stunden, und Emily Bold eine begeisterte Leserschaft beschert haben. Über das Schreiben sagt sie: "Schreiben ist für mich Entspannung, Passion und Leidenschaft. Mit meinen eigenen Worten neue Welten und Charaktere zu erschaffen ist einfach nur wundervoll."

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 13.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843716123
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2558kBytes
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Der Duft von Pinienkernen

2

Fünf Wochen zuvor

"Bitte sehr. Guten Appetit." Greta servierte den dampfenden Teller Spaghetti Vongole und nickte dem Gast zu.

Sehr merkwürdig, dieser Typ mit seiner engen Krawatte und den tiefliegenden Augen, die alles zu sehen schienen. Merkwürdig, weil er in dieser Woche schon zum dritten Mal hier aß, aber weder Greta noch Katrin ihn je zuvor hier gesehen hatten. Nicht, dass sie kein Interesse an einem neuen Stammkunden hatten, aber ihr Gefühl sagte Greta, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmte. Der kam nicht nur zum Essen her.

Betont lässig kehrte sie an die Bar zurück, strich sich das dunkle Haar auf den Rücken und beobachtete unauffällig, was der Gast tat.

Er stocherte mit dem Besteck in den Nudeln herum, untersuchte die frischen Muscheln und schnupperte an der Soße, als wäre er ein Trüffelschwein in einem Wald im Piemont.

"Was macht der da?" Katrin duckte sich hinter Greta und spähte ihr neugierig über die Schulter. Katrins blonde Locken kitzelten Greta, und sie funkelte sie warnend aus ihren dunklen Augen an.

"Keine Ahnung. Dasselbe Spiel wie gestern. Er bestellt sich mindestens drei Gerichte, stochert dann darin herum und isst so gut wie nichts davon."

Wie nebenbei griff sich Greta das Geschirrtuch und polierte das Besteck, um sich zumindest den Anschein von Beschäftigung zu geben - ganz im Gegensatz zu Katrin, die nun ungeniert zusah, was der Gast tat.

Katrin rümpfte die Nase. "Gesundheitsamt!", prophezeite sie. "So führt sich doch nur jemand vom Gesundheitsamt auf." Sie wischte sich die Hände an der Kochschürze ab und warf dem Kerl stechende Blicke zu.

Gerade nahm er erneut die Speisekarte in die Hand und blätterte durch die Seiten.

"Er hat die Tortellini noch nicht mal angerührt - und von den Vongole höchstens zwei Gabeln probiert", schimpfte Greta. "Wenn er jetzt noch was bestellt, erkläre ich ihm mal, dass wir hier nicht nur zur Dekoration kochen!"

Katrin griff beschwichtigend nach Gretas Hand. "Kann es sein, dass dein italienisches Temperament gerade mit dir durchgeht?" Sie grinste. "Wir wollen doch keinen Behörden-Futzi verärgern, der im schlechtesten Fall befugt ist, uns den Laden dichtzumachen, oder?"

Greta schüttelte den Kopf und machte einen Schmollmund. "Der ist doch von keinem Amt!" Sie neigte den Kopf in seine Richtung. "Um diese Uhrzeit findest du in ganz München keinen Beamten mehr bei der Arbeit. Und außerdem", sie legte die polierten Besteckteile in die entsprechenden Fächer und nahm neue aus der Spülmaschine, "glaube ich nicht, dass einer vom Gesundheitsamt hier drei Tage hintereinander herkommt. Das macht doch keinen Sinn."

"Macht denn irgendwas an dem Sinn?", fragte Katrin und knabberte an ihrer Lippe herum. Das tat sie immer, wenn sie nervös war. "Warum fragst du ihn nicht mal, was er mit unserem leckeren Essen da so macht?", schlug sie kaum hörbar vor.

Greta lachte. "Frag du ihn doch."

"Nein, auf keinen Fall. Mein Platz ist in der Küche. Und da geh ich jetzt auch wieder hin."

"Du lässt mich mit dem Kerl allein?" Greta versuchte, ein erschüttertes Gesicht zu machen.

"Du bist nicht allein. Alle Tische sind besetzt. Und übrigens", Katrin zwinkerte ihr amüsiert zu, "ist es kein Wunder, dass wir nicht weiter expandieren können, wenn unsere Gäste über ihren leeren Gläsern verdursten müssen. Du solltest also vielleicht ..."

"Verschwinde in die Küche, du Sklaventreiberin!", schimpfte Greta und schlug mit dem Geschirrtuch nach ihrer Freundin, verfehlte sie aber.

Den Seitenhieb mit der Expansion hatte sie aber dennoch bemerkt. Wie sollte sie auch nicht, schließlich trällerte Katrin dieses Lied beinahe täglich. Doch darum ging es jetzt nicht.

Sie lugte wieder zu dem merkwürdigen Gast hinüber. Einen Tag würde sie diesem Kerl noch geben. Vielleicht war er ja auch nur auf der Durchreise. Aber sollte er diese Nummer morgen wieder abziehe

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