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Der Duft von Sandelholz von Foley, Gaelen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2016
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Der Duft von Sandelholz

Ist es ein Trugbild des Nachtgartens? Kaum hat Lady Lily ihren geheimen Wunsch zu den Sternen geflüstert, hört sie eine Männerstimme neben sich. Aber ein Trugbild, das sie umarmt? Und das nach indischem Sandelholz duftet wie ... Derek Knight! Schockiert erkennt Lily den verwegenen Major, den sie auf dem Kostümball im Herrenhaus sah. Obgleich sie eine Maske trug, verbrannte die Glut seiner Blicke sie fast - doch kann er wirklich vom Himmel gesandt sein? Schließlich muss sie reich heiraten, um den Familiensitz vor dem Ruin zu retten. Ein berüchtigter Verführer passt da gar nicht, denkt Lily noch - bevor sie sich verzückt küssen lässt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733766559
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1322 kBytes
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Der Duft von Sandelholz

1. KAPITEL

England 1818

Diese Damen sind zu bedauern! Ihr Schicksal ist besiegelt, nicht wahr? Was sollen sie jetzt nur tun?"

"Ich denke, sie sollten das alte Haus verkaufen, obwohl es ja wirklich nur noch eine Ruine ist."

"Aber es ist ihr Zuhause - es gibt keinen anderen Ort, an den sie gehen könnten."

"Ja, ja, die Folgen von Kartenspiel und Trunk, meine Liebe."

"Dafür aber können die Damen nichts. Ach, es ist so traurig, den Niedergang einer einst so großen Familie mit anzusehen." Das Geflüster kam von einer Kirchenbank zwei oder drei Reihen hinter ihr. Nur langsam durchdrang der leise Wortwechsel Lily Balfours Trauer, lenkte ihre Aufmerksamkeit weg von der Leere in ihrem Herzen, von dem einschläfernden Trommeln des Regens auf den hohen Fenstern der kleinen Dorfkirche und von der monotonen Grabrede, die Großvaters nicht mehr ganz junger Erbe hielt, der neue Lord Balfour. Ihrer Seite der Familie war er vollkommen unbekannt.

Lilys Blick hinter dem schwarzen Halbschleier ihres kleinen Hutes veränderte sich durch das fortgesetzte Flüstern, er war nicht mehr von Verzweiflung bestimmt, sondern von Unmut, die von Empörung abgewechselt wurde.

Was hatte es damit auf sich?, fragte sie sich und lauschte verärgert. Jemand redete über ihre Familie und zwar noch während der Beerdigung ihres Großvaters?

Solche Klatschmäuler!

Sie versuchte sich zu erinnern, welche ihrer Nachbarinnen sich in die Reihen hinter ihr gesetzt hatten, aber sie vermochte keinen klaren Gedanken zu fassen. Sie hatte die letzten zwei

Tage wie in einem Nebel verbracht, wie betäubt von Sorge und Erschöpfung, nachdem sie sich monatelang um ihren sterbenden Großvater gekümmert hatte.

So viele Jahre lang war ihr Viscount Balfour geradezu übermenschlich erschienen, wie ein Held, der sein Ende kommen sah. Gezwungen zu sein, zuzusehen, wie er mit jedem Tag ein kranker alter Mann wurde, in seiner Nähe zu sein, als er starb - das war beinahe mehr gewesen, als sie ertragen konnte.

Aber jetzt war er von den Lebenden gegangen und hatte seinen Frieden gefunden, davon war sie überzeugt. In diesem Moment, sein Erbe hatte die Trauerrede noch nicht beendet, nahmen die Frauen ihr Gespräch über das Schicksal der Familie wieder auf. Diesmal hielt Lily den Kopf ein wenig schräg und hörte aufmerksam zu.

"Vielleicht wird der neue Lord Balfour ihnen ein wenig helfen. Er scheint ein gutes Herz zu haben", meinte die eine der beiden Matronen mitfühlend, aber die andere schnaubte nur verächtlich.

"Das würde Lady Clarissa niemals zulassen. Die beiden Zweige der Familien haben seit Jahren kein freundliches Wort mehr miteinander gewechselt. Ich dachte, das wäre allgemein bekannt."

"Nun, er kann sie nicht verhungern lassen. Ach, das ist alles so traurig", klagte ihre Begleiterin leise. "Zuerst stirbt Master Langdon in Indien, dann der Neffe in diesem schrecklichen Duell. Vielleicht ist doch etwas dran an dem alten Fluch der Balfours."

"Unsinn. Es ist ihre eigene Schuld, wenn sie so stolz sind. Wären sie nicht so hochnäsig, würden sie erkennen, dass die Lösung ihrer Schwierigkeiten direkt vor ihrer Nase liegt."

"Welche Lösung? Was meinen Sie?"

Ja, was meinte sie?, fragte sich auch Lily.

"Eine der Balfour-Frauen könnte immer noch eine gute Partie machen", erklärte die Resolutere der beiden Damen flüsternd. "Nun, vielleicht nicht die älteste Cousine", räumte sie ein. "Miss Pamela ist fast vierzig und recht seltsam. Aber die jüngere, Lily. Makellose Erziehung, und sie hat das Aussehen ihrer Mutter geerbt. Ich denke, ein wenig Gold vom Heiratsmarkt könnte die Lage im Handumdrehen entscheidend verbessern."

Lily spürte, wie sie bei diesen Worten erbleichte. Ihr ganzer

Körper spannte sich an, verkrampfte sich bei diesem Vorschlag, und sie ballte die Finger, mit denen sie ihr Taschentuch hielt, zur Faust. Nein!

"Ab

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