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Der Duft von weißem Burgunder Roman von Mah, Ann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2020
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
8,99 €
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Der Duft von weißem Burgunder

Idyllische Landschaften, Picknicks in der Spätsommersonne -
willkommen im malerischen Burgund, wo ein altes Weingut ein dramatisches Geheimnis birgt ... Jetzt für kurze Zeit zum Kennenlernpreis! - eine befristete Preisaktion des Verlages
Um sich auf die berüchtigte Meister-Sommelier-Prüfung vorzubereiten, kehrt Kate, eine Amerikanerin mit französischen Wurzeln, zurück auf das Weingut ihrer Familie im Burgund. Dort verbrachte sie als Studentin die schönste Zeit ihres Lebens - doch ließ sie dort auch ihre große Liebe Jean-Luc zurück. Als sie ihm gleich nach ihrer Ankunft wiederbegegnet, wird klar, dass ihre Gefühle von einst nicht erloschen sind. Um sich abzulenken, bietet Kate ihre Hilfe beim Aufräumen der alten Kellergewölbe an - und findet Hinweise auf eine ihr bislang unbekannte Tante, Hélène, und deren dramatisches Schicksal während der deutschen Besatzungszeit.

Ann Mah ist Food- und Reisejournalistin und schreibt regelmäßig Artikel für das Reiseressort der New York Times. Sie erhielt ein Stipendium der New Yorker James Beard Foundation zur Förderung der Kochkunst und studierte in Bologna. Außerdem besitzt sie eine Auszeichnung des Wine and Spirits Education Trust, der größten Weinschulungsinstitution der Welt. Ann Mah lebt und arbeitet in Washington, D. C., und Paris.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641254926
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Lost Vintage
    Größe: 2095 kBytes
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Der Duft von weißem Burgunder

1. Kapitel

Meursault, Burgund

September

Ich hätte es niemals zugegeben, aber eigentlich hatte ich mir geschworen, nie mehr an diesen Ort zurückzukehren. Ich hatte sehr wohl unzählige Male von ihm geträumt, von den geschwungenen Hängen mit den knorrigen Reben, von der Sonne, die in der Hitze nur als weißer Streifen am Himmel zu erkennen war, von dem flirrenden Licht und den Schattenflecken. Doch die Träume gingen stets schlecht aus. Schwere Wolken verdunkelten den Himmel, raue Winde wirbelten Blätter auf, die sich leise Geheimnisse zuflüsterten. Jedes Mal schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Mein Herz pochte beunruhigend, und in meinem Hals saß ein Kloß, der sich auch nicht vertreiben ließ, wenn ich kaltes Wasser trank.

Und dennoch war ich nun hier. Dies war mein erster Morgen im Burgund. Von meinem Zimmerfenster aus sahen die Weinreben genauso aus, wie ich sie in Erinnerung hatte. Wie es sich für den Spätsommer gehörte, hingen sie voll von üppigen, fast reifen Trauben. In zwei oder drei Wochen begann die vendange , die jährliche Weinernte, und ich würde zu den Erntehelfern gehören, die die Trauben in alter burgundischer Tradition von Hand schnitten. Bis dahin sahen wir zu, wie die Früchte reiften und immer süßer wurden, die Chardonnay-Trauben eine hellgrüne Farbe annahmen und die des Pinot Noir ein tiefes Schwarz.

Ich zuckte zusammen, als es an der Tür klopfte. "Kate?", rief Heather. "Bist du wach?"

"Guten Morgen!", gab ich zur Antwort, und sie trat ins Zimmer.

Ihr Lächeln war noch genau so, wie ich es aus der Collegezeit in Erinnerung hatte - fröhlich strahlende Augen umgeben von Lachfalten und kleine ebenmäßige Zähne.

"Ich habe dir einen Kaffee mitgebracht." Sie reichte mir eine Tasse und strich sich die dunklen Locken aus dem Gesicht. "Hast du gut geschlafen?"

"Wie eine Tote." Nachdem ich fast vierundzwanzig Stunden von San Francisco nach Frankreich unterwegs gewesen war, war ich eingeschlafen, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt hatte.

"Fühlst du dich hier oben auch wohl? Ich fürchte, das Zimmer ist ein bisschen spartanisch eingerichtet."

Heather blickte sich um - ein schmales, mit frischen Laken bezogenes Bett, ein Garderobenständer aus Bugholz, der als Kleiderschrankersatz diente, sowie ein verschrammter Schreibtisch vor dem Fenster würden für die kommenden Wochen meine Zuhause sein.

"Alles in Ordnung", versicherte ich ihr, obwohl sie recht hatte. Trotz des Straußes feuerroter Dahlien auf dem Kaminsims und der glänzenden honigfarbenen Dielen wirkte das Dachzimmer mit dem nackten Fenster und den ausgeblichenen Tapeten, die sich von den Wänden lösten, irgendwie trostlos. "Ich glaube, dieses Zimmer hat schon in meiner Kindheit so ausgesehen."

"Ach ja, du hast ja früher mit deiner Mutter hier gewohnt. Das hatte ich ganz vergessen. Das Zimmer steht leer, seit dein Großvater gestorben ist. Wie lange ist das jetzt her? Zwanzig Jahre? Aber sei unbesorgt, es gibt keine Geister, das sage ich den Kindern auch immer." Sie zwinkerte mir zu, und ich lachte. "Wie dem auch sei, im Keller finden wir bestimmt noch ein paar Möbel. Einen Nachttisch habe ich da unten neulich schon entdeckt."

"Ihr seid so nett", brach es spontan aus mir heraus. "Ich kann euch gar nicht genug dafür danken, dass ich bei euch wohnen darf."

Heather und ich hatten uns seit Jahren nicht gesehen, doch als ich sie vor drei Wochen per E-Mail fragte, ob ich bei der Weinlese mithelfen dürfe, schrieb sie umgehend zurück: Komm, sobald du magst. Die vendange beginnt irgendwann Mitte September - bis dahin könntest du mir bei einem anderen Projekt helfen .

Jetzt winkte sie ab. "Sei nicht albern, du gehörst zur Familie! Du weißt doch, dass du hier immer willkommen bist. Und wie gesagt, wir wollten schon ewig den Keller entrümpeln. Der ..." Sie zögerte, und ihr Blick fuhr zum Fenster. "De

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