text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Duke, der mich verführte von MARVELLE, DELILAH (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2012
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
5,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Duke, der mich verführte

London, 1829. 'Setzen Sie sich für die Freilassung meines Vaters ein - und ich gehöre Ihnen!' Der Preis, den die schöne Lady Justine an den berüchtigten Duke of Bradford bereit ist zu zahlen, kommt einem Skandal gleich! Denn es heißt, dass dem Duke kein noch so erotisches Spiel fremd ist, dass seine Sucht nach Befriedigung ihresgleichen sucht ... Umso größer ist Justines Erstaunen, als Radcliff ihr Angebot ablehnt und ihr stattdessen ein Heiratsversprechen abringt. Kann die Ehe mit dem notorischen Verführer gut gehen? Voll sinnlicher Leidenschaft, aber immer mit Justines Furcht im Herzen, dass Radcliff ihr größtes Geheimnis errät?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 11.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864941740
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 580 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Duke, der mich verführte

1. Skandal

Ohne Anstandsdame ist man so gut wie verloren. Merke: Eine gute Anstandsdame ist zur Vernunft erkoren.

aus: Wie man einen Skandal vermeidet

Fünf Wochen später, abends

N achdem Mr Kern, der Kutscher, ihr aus dem Wagen geholfen hatte, blieb Justine auf dem kleinen Vorplatz stehen und schaute zu dem imposanten viergeschossigen Haus hinauf. Fast alle Fenster waren dunkel, nur auf einer Seite schien vereinzelt spärliches Licht hinaus in die Nacht.

Eine ungute Vorahnung erfasste sie. Trotz zahlloser Briefe, in denen sie den Duke um wenigstens eine Audienz vor der eigentlichen Hochzeit ersucht hatte, war jede ihrer Bitten von ihm mit einem entschiedenen "Nein, nicht vor dem vereinbarten Termin" erwidert worden. Mehrmals bei ihm vorstellig geworden zu sein, hatte ebenso wenig gebracht. Er weigerte sich schlichtweg, sie zu sehen - was sie in nicht geringem Maße beunruhigte. War er doch entstellter, als er sie hatte vermuten lassen?

Und als wäre dieser Gedanke nicht schon erschreckend genug, schien es auch noch Probleme mit der Freilassung ihres Vaters zu geben. Dabei war es zur Hochzeit kaum mehr eine Woche hin. Der Anwalt des Dukes hatte ihr zwar wiederholt versichert, dass alles ganz geordnet seinen Gang gehe, aber Justine wollte mehr als beschwichtigende Worte.

Mr Kern, der nicht von ihrer Seite gewichen war, räusperte sich diskret. Vermutlich wartete er darauf, endlich für seine Dienste der vergangenen Wochen entlohnt zu werden. Er warf einen Blick auf ihr Retikül. "Mylady." Er zeigte darauf. "Ich dachte, Sie wollten nur einen Besuch in aller Freundschaft machen."

Justine blickte hinab auf ihre kleine, mit Bändern zusammengeschnürte Tasche, die sie am Handgelenk trug. Wie der Kopf eines Maulwurfs aus einem Erdhügel ragte oben der Rosenholzkolben der Pistole ihres Vaters heraus.

Sie schützte ein entschuldigendes Lachen vor. "Das soll es in der Tat sein, Mr Kern. Ich dachte nur, es könne nicht schaden, die Dienstboten ein wenig einzuschüchtern. Wobei mir einfällt ..." Sie kramte in ihrem Retikül und zog das Elfenbeinhorn mit dem Schießpulver hervor.

Mr Kern regte sich nicht, er sah sie nur an.

Nach mehreren erfolglosen Anläufen, das Behältnis zu entkorken, seufzte Justine hörbar enerviert, grub ihre Fingernägel unter den Rand und versuchte es mit Gewalt. Der Korken schnellte heraus.

Mr Kern sprang rasch beiseite, als eine gewaltige Schießpulverwolke aufwirbelte, die sich Justine auf Gesicht, Umhang und Kleid legte. Eine körnige, schwefelige Substanz stieg ihr in die Nase. Justine würgte und ließ das Pulverhorn fallen. Scheppernd landete es auf den Pflastersteinen. Hektisch klopfte sie sich Gesicht und Kleider ab. Ausgerechnet jetzt ...

Jäh hielt sie inne, als sie das Pulverhorn kopfüber auf dem Boden liegen sah. Oh nein, auch das noch. Sie hob es auf, schüttelte es prüfend und stöhnte angesichts des spärlichen Rests, der darin verblieben war. Wie schnell sie doch wie all die anderen Londoner Damen geworden war. Zu nichts zu gebrauchen, absolut nutzlos, nicht einmal dazu in der Lage, eine Pistole zu laden. Ihr Vater wäre entsetzt gewesen über so viel Unfähigkeit.

Gereizt drückte sie dem Kutscher das Horn in die Hand. "Hier, Mr Kern. Reines Elfenbein und mehr wert, als ich Ihnen schuldig bin. Damit sind Sie offiziell von Ihren Pflichten entbunden. Ich danke Ihnen."

"Haben Sie vielen Dank." Er tippte sich kurz an seine Kappe und ging zurück zur Droschke, wobei er seinen wunderlichen Lohn eingehend musterte.

Wenn doch nur die Wärter in Marshalsea ebenso leicht zufriedenzustellen wären!

Tief seufzend betrachtete Justine die Pistole. Sie könnte auch einfach so tun, als wäre sie geladen. Dann bekäme sie zumindest weniger Scherereien, sollte die Obrigkeit hinzugerufen werden, denn wie bedrohlich war schon eine ungeladene Pistole? Mit einem leisen Klicke

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen