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Der Erzchinese oder wie ein törichter schlesischer Landedelmann am preußischen Hof ein großer Herr wurde Roman von Klewitz, Andreas von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2013
  • Verlag: Edition día
eBook (ePUB)
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Der Erzchinese oder wie ein törichter schlesischer Landedelmann am preußischen Hof ein großer Herr wurde

Die Erzählung, ein Schelmenroman alter Schule, beginnt in Schlesien in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In ihrem Mittelpunkt steht der Gutsbesitzersohn Ulrich von Kuckwitz, ein Junge mit Down-Syndrom, der nach dem frühen Tod seines Vaters in die Welt gestoßen wird. Begleitet von einem Freund, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Sie führt ihn zunächst nach Breslau, nach dem Tod der Mutter schließlich nach Potsdam, wo er bei einer Tante unterkommt. Aber Potsdam ist eine unwirtliche Stadt. Militär beherrscht die Straßen, und über allem thront der König, der Große, der, näher betrachtet, Kuckwitz eher klein und giftig erscheint. Schließlich betritt ein Okkultist die Szene. Dieser, ein alter Offizier und Vertrauter des Thronfolgers, verhilft dem mittellosen Helden doch noch zu seinem Glück und macht ihn über Nacht zu einem mächtigen und vermögenden Mann. Die Handlung ist frei erfunden, lediglich der geschichtliche Rahmen und - in Ansätzen - einige Personen sind der Wirklichkeit entnommen. Widergespiegelt wird die Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg, als in Schlesien noch die katholische Vorzeit spürbar war, in Preußen hingegen sich die friderizianische Epoche bereits ihrem Ende zuneigte und der Geisterseherei und Mätressenwirtschaft Friedrich Wilhelms II. den Weg ebnete. Von Andreas von Klewitz außerdem in der Edition diá: Café Vaterland Roman zweier Brüder ISBN 9783860345238 Das Lied des Polpyhem Bildnis eines Massenmörders. Roman ISBN 9783860345177

1960 in Wiesbaden geboren, Studium der Slawistik und Ost- und Südosteuropäischen Geschichte in Berlin (M. A.), freischaffender Autor, Journalist und Übersetzer, Gestalter von mehreren Filmen und Büchern zu zeitgeschichtlichen und kulturellen Themen, darunter zum Widerstand in NS-Deutschland, zum Holocaust und zu alliierten Kriegsverbrecherprozessen. 2004 Veröffentlichung des ersten Romans 'Das Lied des Polyphem' im Berliner Parthas Verlag. 2005 zweiter Roman, 'Der Erzchinese', ebenfalls bei Parthas erschienen. 2009 Stipendiat des Hawthornden International Retreat for Writers in Schottland, 2010 von der Londoner Society for Curious Thougt als Stipendiat nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 11.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783860345184
    Verlag: Edition día
    Größe: 1192 kBytes
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Der Erzchinese oder wie ein törichter schlesischer Landedelmann am preußischen Hof ein großer Herr wurde

Mein Name ist Kuckwitz. Ulrich von Kuckwitz. Ich bin geboren am 17. Jänner 1767, einem kalten und stürmischen Wintertag, da hat Gott mir Leben eingehaucht und mich mein seltsames Dasein beginnen lassen. Von diesem Dasein will ich erzählen. Es ist eine Geschichte, die manch einem wunderbar, vielleicht gar unglaublich vorkommen mag, die dennoch nicht minder wahr ist und daher nicht im Dunkel der Vergangenheit verschwinden darf. Es ist meine Geschichte.
Meine Heimat, das war das Dorf Kuckwitz im Schlesischen, irgendwo zwischen Strehlen und Neiße, in fein hügeligem Lande mit Feldern, Wiesen und Wald, da wohnte ich lange Zeit, und zwar im Schloss, so nannte man das damals, Schloss Darbenegg. Es war dies der Besitz meines Vaters, eines ehrlichen und aufrichtigen Beamten, der nach der großen siebenjährigen Schwärze wieder Staatsdiener wurde unter neuer Krone und neuem Schwert.
Meine Mutter war eine wohlgezogene Mamsell, sie stammte aus dem Schwäbischen, den Namen habe ich vergessen. Sie kam vom Neckar, sagte mir später der Probst Salchius, unser Pfarrer. Nun, so also erblickte ich das Licht der Welt an diesem schicksalhaften Januartag, Mutter hatte beinahe nach Salchius verlangen müssen, so groß waren die Schmerzen, dass sie dachte, sie müsse nach dem heiligen Sakrament rufen. Aber Gott sei Dank blieb sie uns erhalten und zog mich in liebevoller Obhut heran. Nach Gott verlangte es der Mutter überhaupt lange Zeit nicht mehr, auch dann nicht, als sie sah, dass ich, ihr einziges Kind, nicht war wie die anderen Kinder im Dorfe, sondern Eigenarten besaß, befremdliche Eigenarten. Mein Haar war pechrabenschwarz, Mutter war blond, Vater unter seinem Dienstperückchen kahl, meine Glieder waren kurz und gedrungen wie mein Körperbau, und die Augen, auch wenn sie im schönsten Blau leuchteten, zur Nase hin von einer hässlichen Falte überflügelt. Eigentlich weiß ich nicht, ob sie wirklich hässlich waren, vielleicht waren sie nur etwas eng, aber das sollte mir in meinem Leben einmal noch zum gehörigen Vorteil gereichen.

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