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Der Fluch des Intip Churin Historischer Roman nach alten spanischen Quellen von Frank, Gerd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2014
  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (ePUB)
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Der Fluch des Intip Churin

Als Huayna Capac, der Herrscher der Inkas, sein Ende nahen sieht und sein Vermächtnis ordnen will, stellt er fest, dass dies sehr schwierig sein wird, denn Atawallpa, sein unehelich geborener Sohn, ist offenbar nicht gewillt, den Thron Huascar, dem Halbbruder, zu überlassen. Zur selben Zeit dringen die spanischen Konquistadoren unter Führung des berühmt-berüchtigten Francisco Pizarro nach Südamerika vor, um Peru, das sagenhafte 'El Dorado', zu finden. Abenteuerlust und unbändige Goldgier sind dessen Triebfedern und raubend und mordend dringt die spanische Rotte immer weiter nach Süden vor. Als es zur entscheidenden Machtprobe zwischen den beiden Männern kommt, wird der letzte Inkaherrscher gefangen genommen und hingerichtet, obwohl das geforderte Lösegeld in riesigen Mengen bezahlt worden ist. Das kulturell auf einer sehr hohen Stufe stehende Inkareich zerbricht unter den Schwertstreichen der spanischen Eroberer, die andererseits schließlich selbst dem 'Fluch des Intip Churin' zum Opfer fallen. Anhand der zarten Liebesgeschichte zwischen Cora Vayara und Manco Llautuc, die sich wie ein roter Faden durch die Handlung des Buches zieht, wird das Schicksal des letzten Herrschers der Inkas geschildert und verdeutlicht. Als sich die Visionen Atawallpas auf schreckliche Art und Weise erfüllen, müssen die spanischen Konquistadoren einsehen, dass ihnen das Gold der Inkas letztendlich kein Glück gebracht hat...

Gerd Frank, 1944 in Regensburg geboren, in Landshut und München aufgewachsen, war zunächst als Beamter im Gehobenen Nichttechnischen Verwaltungsdienst tätig, bis er Germanistik, Geschichte und Romanistik in München studierte. Heute ist er pensionierter Oberstudienrat, in zweiter Ehe verheiratet und hat sechs Kinder. Seit Jahren schon beschäftigt er sich intensiv mit Literatur und Geschichte Mittel- und Südamerikas, des Vorderen Orients sowie des Fernen Ostens. Zahlreiche Kurzgeschichten und Zeitungsartikel sowie zehn Bücher, darunter auch Übersetzungen aus dem Spanischen und Französischen, wurden bisher veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863462178
    Verlag: Kuebler Verlag
    Größe: 1128 kBytes
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Der Fluch des Intip Churin

2. Kapitel

Das Inti-Raymi-Fest

Langsam ging der Tag zu Ende. Die Stadt Quito schickte sich an, zur Ruhe zu gehen. Vereinzelte Lichter erhellten den düsteren Nachthimmel, irgendwie schien drohendes Unheil in der Luft zu liegen. Acht Tage waren seit der Beerdigung des Sapan Apu vergangen. Die Lage in Quito war angespannt. Unruhe und Verunsicherung hatten die Menschen erfasst, was nicht zuletzt auf die Anwesenheit des Militärs zurückzuführen war, das sich in den umliegenden Hügeln niedergelassen hatte. Seltsame Gerüchte machten die Runde. Einige wollten wissen, dass sich Atahuallpa nach dem Beschluss seines Vaters über die Thronfolge Huáscars selbst das Leben genommen habe. Andere meinten, er habe die Stadt verlassen, um in den Provinzen Krieger anzuwerben, mit denen er die Hauptstadt einnehmen wolle. Man erzählte sich auch, dass der Aca Vallpa , der oberste Heerführer, und Vaylla Visa , der Hohepriester, in Erfüllung ihres Auftrages, Huayna Cápacs letzten Willen durchzusetzen, getötet worden seien. Letzten Endes war all dieses Gerede aber nicht dazu angetan, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Im Gegenteil: Furcht vor unmittelbar bevorstehenden, unheilvollen Ereignissen breitete sich aus.

In irgendeinem Teil des Palastes, wo bereits seit acht Tagen und Nächten Wachpersonal Posten bezogen hatte, trafen zwei vornehme Inkas zusammen. In sie hatte der verstorbene Herrscher sein größtes Vertrauen gesetzt. Respekt vor der Religion und dem Brauchtum befähigten sie vor allen anderen für ihre hohen Ämter. Auch das Volk erhoffte sich, wenn überhaupt, dann Dank ihres Einsatzes die Wiederherstellung geordneter Verhältnisse.

Diese beiden Männer waren der Aca Vallpa und der Vaylla Visa , die ihre Nervosität und Unruhe nur mühsam voreinander verbergen konnten. Die gegenwärtige Situation bedrückte auch sie. Rege gestikulierend durchquerten sie einen nach dem anderen der verwaisten Räume, bis sie schließlich im Saal der aucha machos , der früheren Mitglieder des Großen Rates, ankamen.

"Jetzt reicht es!", rief der Aca Vallpa aus und hielt seinen Zorn nicht mehr länger zurück. "Acht Tage haben wir nun dieses Gebäude nicht mehr verlassen, nichts mehr gegessen und nichts mehr getrunken! Das ist selbst für einen gesunden und starken Mann zu viel des Guten!"

"Du hast Recht!", bekräftigte der Villac Umu . "Aber du musst auch bedenken, dass die Natur stärker ist als der Mensch! Atahuallpa wird seine freiwillig in Anspruch genommene Zuflucht verlassen, wenn ihn Hunger und Durst dazu treiben."

"Acht Tage Ungewissheit", meinte Tú;pac Varka, der alte runa quipoc inca , der oberste Quipuverwalter des Reiches. "Wir wissen noch immer nicht, ob er uns als Freunde oder Feinde betrachtet, ob wir unserem Auftrag friedlich nachkommen können oder ob uns Aufstand oder gar Bürgerkrieg erwarten..."

"Ihr müsst Geduld haben", forderte der Vaylla Visa . "Wenn der geeignete Augenblick gekommen ist, werden wir es wissen."

Dann herrschte wieder bedrückendes Schweigen. Die hohen Beamten zogen sich in ihr Gemach zurück und nahmen sich vor, die Stellung auch weiterhin zu halten. Plötzlich drangen Laute von außen an ihre Ohren. Da kam jemand gelaufen, der allerdings bemüht war, das gerä

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