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Der Flug des Feuervogels Roman von Heine, Ernst W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.01.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Der Flug des Feuervogels

'Ein praller Schmöker für alle, die alles wollen' urteilte der SWR über 'Der Flug des Feuervogels' von E.W. Heine - jetzt als eBook bei dotbooks. Rothenburg ob der Tauber, Ende des 14. Jahrhunderts. Der Schrecken kehrt zurück in jene Stadt, die gerade meinte, aufatmen zu können: Bürgermeister Heinrich Toppler hat sich mit dem reichen Juden Josua Süßkind verbündet, um die erdrückende Steuerschuld von der Stadt zu heben. Doch nun gehen immer wieder Häuser in Flammen auf. Sind es tragisches Unfälle - oder ist es die Rache des Adels, der die Bürgerlichen in ihre Schranken weisen will? In dieser Zeit voller Machtgier, Hass und Aberglauben, in der die Schweine in den Straßen freier sind als mancher Mensch, verliebt sich Topplers Sohn in die Tochter Süßkinds. Doch ihre unschuldigen Gefühle drohen für Attila und Judith zur tödlichen Gefahr zu werden ... Ein ebenso deftiges wie überbordendes Zeitgemälde, sprachgewaltig erzählt von E.W. Heine, Autor des Bestsellers 'Das Halsband der Taube' 'Spannend, saftig, hitverdächtig.' Welt am Sonntag Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der Flug des Feuervogels' von E.W. Heine. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. E.W. Heine, geboren 1940 in Berlin, studierte Architektur und Stadtplanung. Er verbrachte viele Jahre in Südafrika, wo er ein Architekturbüro unterhielt und verschiedene internationale Projekte realisierte. Parallel dazu widmete sich E.W. Heine seiner anderen Leidenschaft, dem Schreiben: Aus seiner Feder stammen unter anderem Drehbücher, Sachbücher, historische Romane und die makabren Kille-Kille-Geschichten, die Kultstatus erreichten. E.W. Heine lebt heute in Bayern. Zu E.W. Heines bekanntesten Werken gehört die Trilogie, in der er sich mit den großen Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum auseinandersetzt: 'Das Halsband der Taube', 'Der Flug des Feuervogels' und 'Die Raben von Carcassonne'. Außerdem veröffentlichte er bei dotbooks den Roman 'Papavera - Der Ring des Kreuzritters'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 479
    Erscheinungsdatum: 05.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958244320
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1935 kBytes
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Der Flug des Feuervogels

Kapitel 1

Nacht über dem Taubertal. Der Himmel mondlos und schwer von Wolken. Nebelschwaden wallen über sumpfige Wiesen, streifen lautlos um Korbweiden, um Ulmen und Pappeln. In den Gräben schmatzt und gurgelt die Nässe. Bisweilen stöhnen die Äste eines alten Baumes unter der Last der Jahre. Drohendes Dunkel, Einsamkeit. Und mitten darin wie eine Insel im Ozean: die Stadt hinter der hohen Mauer, bewacht vom Türmer und Nachtwächter, behütet von Gott und den Heiligen.

Im Kloster der Franziskaner hatten die Mönche ihre mitternächtlichen Laudes beendet: Media in vita in morte sumus, mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben.

Der letzte Kerzenschimmer hinter den Fensterkreuzen war längst erloschen. Nun leuchteten nur noch die ewigen Lichter über den Altären, brennende Botschaft des Auferstandenen an seine Jünger: Pax vobiscum.

Ein Hornsignal!

Ein Hornsignal hoch oben vom Turm zerriss die Stille, gellte wie ein Aufschrei über die Dächer und Zinnen, über Kamine und Mauerkronen, schwoll an wie in höchster Todesangst, erstarb, erhob sich aufs Neue.

Ein zweites Signal vom Osttor!

Zappelig wie Fische an der Angelleine begannen die Glocken im Frauenkloster zu bimmeln. Und dann erwachten wie der Sturmwind die großen Glocken von Sankt Jakob:

Feuer, Feuer, Feuer.

Schreckensbleich, nur mit dem Nötigsten bekleidet, stürzten die Menschen auf die Straßen.

Flüche, Kinderweinen, Hundegebell, Befehle, Rufe: Feuer! Feuer in der Stadt, das war wie die Pest, wie der Teufel im Leib, Höllenfeuer!

Vor dem Feind bot die Stadtmauer Schutz. Die Kornspeicher bewahrten vor Hungersnot. Den Flammen aber waren sie ausgeliefert wie die Wolken dem Sturm.

Heiliger Florian, hilf, hilf uns in der Not! Sankt Jakob steh uns bei! Gütige Mutter Gottes, voll der Gnade, rette unsere Stadt!

Die Menge drängte dem Rödertor zu, wo der Himmel blutrot aufleuchtete, als ginge mitten in der Nacht die Sonne auf. Das Prasseln der Flammen in dem trockenen Gebälk wurde lauter, als sich die Menschen dem Unglücksort näherten. Funken wirbelten durch die Luft, glühende Schneeflocken, toll gewordenes Gestirn vor nachtschwarzem Himmel.

"Das Haus zum Bären brennt!"

In langen Ketten flogen die ledernen Eimer herbei. Schwarzer Rauch mischte sich zischend mit weißem Dampf. Da war keiner, der abseits stand. Schwitzend schaufelten die Knechte nassen Sand in die Glut. Sogar Dreschflegel waren im Einsatz. Hier brannte nicht ein Haus; hier brannte die Stadt. Ein Gebäude aus einem Guß war die Stadt. Giebel an Giebel, Waben in einem Bienenstock. Wehe, wenn der brannte!

Weiber und Männer, Greise und Knaben, alle löschten, so gut es ging. Selbst der alte Priester, der herbeigeeilt war, um seinen Segen zu spenden, hatte sich in die Eimerkette eingereiht, wohl wissend, dass Löschwasser jetzt wichtiger war als Weihwasser.

"Seht nur! Seht!", rief eine Frau und zeigte in die schwelende Asche. Und nun sahen es alle, den fast völlig verbrannten Körper eines Menschen. Wie gekrümmte Vogelkrallen ragten die Rippen aus dem verkohlten Fleisch des Brustkorbs. Kopf und Gliedmaßen fehlten. Der herbeigeholte Priester erteilte dem Toten den letzten Segen: per aspera ad immortalitatem, aus dem Elend in die Unsterblichkeit, als ein Junge meinte: "Der hat ja einen Schwanz." Und richtig, an dem verkohlten Korpus befand sich, für alle sichtbar, ein Schwanz.

Erschreckt schlugen die Herbeigelaufenen ein Kreuz.

"Ein Teufel! Heilige Mutter Gottes, ein Teufel!"

Eine verbrannte Ausgeburt der Hölle. Was hatte das zu bedeuten? Hatte die Hölle ihre Pforten geöffnet, um die Stadt zu verschlingen, so wie Sodom und Gomorrha von den Flammen verschlungen worden waren?

Uriel in urbe. Cave malum! Weihwasser wurde verspritzt. Miserere mei, Herr, erbarme dich.

Unfähig davonzulaufen, gelähmt wie Mäuse beim Anblick der Schlange, fielen die Umstehenden auf die Knie.

Uriel i

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