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Der Flug des Jagdfalken Historischer Roman von Weichold, Dietrich (eBook)

  • Verlag: Silberburg-Verlag
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Der Flug des Jagdfalken

Schloss Hohenentringen, 1428. Als Georg von Ehingen hier geboren wird, ahnt niemand, dass er mit seinen Taten in die Geschichte eingehen wird. In Innsbruck, Freiburg und Rottenburg durchlebt er die harte Erziehung zum Ritter. Das hohe Ideal des Ritters als Beschützer der Christenheit im Kampf gegen die 'Ungläubigen' wird von nun an zu seinem Lebensziel. Deshalb begibt er sich auf Reisen und lernt zunächst an den europäischen Höfen die Bräuche und Vergnügungen des Adels kennen, Musik, Tanz und neueste Kleidermoden, die beliebte Beizjagd mit Falken und auch die erotischen Avancen mancher Hofdamen. Doch das ist nicht seine Welt - ihn zieht es hinaus, um sich in mutigen Kämpfen zu beweisen. Bei der Verteidigung der Insel Rhodos gegen türkische Angriffe spielt Georg eine wichtige Rolle. Er unternimmt gefährliche Seefahrten und eine abenteuerliche Pilgerreise ins Heilige Land, wo er von Wegelagerern entführt wird. Seinem Lebensziel kommt er näher, als er am Kriegszug gegen Granada teilnimmt, die letzte maurische Bastion auf der iberischen Halbinsel. Der Höhepunkt von Georgs Ritterdasein ist schließlich der riskante Zweikampf um Ceuta - sein Sieg über einen heidnischen Kontrahenten entscheidet die Schlacht zugunsten von Portugal, wodurch die Stadt bis heute ein europäischer Brückenkopf an der nordafrikanischen Küste geblieben ist. Dietrich Weichold, geboren (1944) und aufgewachsen in Herrenberg, studierte in Tübingen Germanistik und Anglistik. Er unterrichtete Deutsch, Englisch und Spanisch an Gymnasien in Tübingen und Rottenburg und lehrte fünf Jahre an der Deutschen Schule in Madrid. Seit seiner Pensionierung hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter mehrere Regionalkrimis. Er lebt mit seiner Frau in Ammerbuch-Entringen und hat von dort eine gute Sicht auf Schloss Hohenentringen, die Geburtsstätte des Georg von Ehingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842517745
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 1279 kBytes
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Der Flug des Jagdfalken

I.

Hohenentringen 1434-1435

Am Berg unter Hohenentringen, der wie ein Sporn aus dem Schönbuchtrauf nach Westen ragt, wird mit Äxten und Sägen gearbeitet. Die Axtschläge hallen durch den frühen Oktobermorgen. In rhythmischem Hin und Her frisst sich eine Säge durch harte Buchenstämme. Dann und wann erschallt ein Warnruf, bevor ein Baum fällt. Mit dumpfem Aufprall trifft der Stamm den Boden, der Baum rutscht ein paar Meter den Steilhang hinab, bis sich seine Krone im Buschwerk verfängt.

Die Bauern kennen die Gefahr. Vorsichtig treten sie heran, hacken die dünnen Äste ab und ziehen sie auf die Seite, ehe sie die starke Krone zersägen.

Brennholz für die fünf Burgherren. Oben im Wald wäre das leichter zu schlagen. Doch der Berg soll gerodet werden, blank und trotzig soll er wieder aussehen wie in alten Zeiten. Brennholz schlagen und gleichzeitig die Wehrhaftigkeit des Schlosses verbessern. Die Männer sehen diese Erschwernis ihrer Arbeit nicht ein. Hohenentringen ist noch nie eingenommen worden, schon lange hat es in der näheren Umgebung keinen Krieg mehr gegeben, es scheint Frieden im Land zu herrschen, und sollten doch einmal Feinde anrücken, würden sie das Schloss niemals von unten angreifen. Dazu ist der Berg viel zu steil. Denkbar wäre ein Angriff allenfalls von den Feldern her, die auf der Höhe hinter der Burg liegen. Dort könnte man ein ganzes Heer aufstellen.

Hohenentringen ist schon lang nicht mehr die wehrhafte Burg vergangener Jahrhunderte, trotz Halsgraben und Zugbrücke. Feindlichen Kanonen, wie sie immer mehr eingesetzt werden, würde der Torturm keine Stunde standhalten. Und so hat sich, was den Menschen im Tal noch als Burg erscheinen mag, längst zu einem großen Anwesen gewandelt, das sich von einem großen Bauernhof nur dadurch unterscheidet, dass die Insassen ihre Felder nicht selbst bestellen. Das macht die Dienstbarkeit, die fronpflichtigen Bauern des Dorfs.

Als Festung ist Hohenentringen so unnütz wie die Burg Müneck über dem Nachbardorf Breitenholz, die schon lange aufgegeben wurde und als Steinbruch dient.

Warum also den Hang roden? Wenn es die Herren selbst machen müssten, würden sie es sicher bleiben lassen. Die paar Bauern, die sich am Hang abplagen müssen, sehen den einzigen Lichtblick bei ihrer Fron darin, dass sie das Holz nicht weit transportieren müssen. Es hinaufzuschaffen ist zwar eine Schinderei. Aber das sind sie gewohnt, denn die Hänge des Schönbuchs sind überall steil. Und wenn sie angewiesen werden, das Brennholz für die Burg in abgelegenen Waldstücken zu schlagen, kostet es sie oft mehrere Tage. Dann frisst schon der Weg viel kostbare Zeit, in der sie sich lieber auf ihren Feldern um ihr Auskommen kümmern würden. Dem Anschein nach tun sie nun zwar geduldig, was man ihnen befohlen hat, aber sie murren.

Der Älteste von ihnen, ein hagerer Mann Mitte dreißig, richtet sich stöhnend auf und legt einen Handrücken auf sein schmerzendes Kreuz, während er sich mit der anderen auf den Stiel seiner Axt stützt. Dabei schaut er auf das Dorf hinunter, von dem sie kurz vor Sonnenaufgang heraufgekommen sind. Der spitze Helm des Kirchturms ragt aus dem Nebel, die Häuser oberhalb der Kirche kann man erahnen, sonst liegt das ganze Tal noch unter einer dichten grauen Decke.

Er steht am Rand der gerodeten Fläche, wo sie als Erstes ein paar Haselnuss- und Holunderbüsche umgesägt haben. Auf einmal sieht er ein Kind neben sich, einen schlanken Jungen von fünf, sechs Jahren, braune Augen, honigblondes gewelltes Haar. Der Junge schaut ihm ins Gesicht, dann auf die Axt und den umgelegten Haselnussstrauch. Dann sieht er ihn wieder an, als wollte er etwas fragen und traute sich nicht.

"Was willst du?"

"Einen Stecken", sagt der Junge und zeigt mit ausgebreiteten Armen an, wie lang er se

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