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Der Friedhofsänger 2: Der Keller Horror-Mystery-Reihe von Stenmans, Daniel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.11.2014
  • Verlag: mainebook Verlag
eBook (ePUB)
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Der Friedhofsänger 2: Der Keller

Der Friedhofsänger ist eine Horror-Mystery-Reihe. Jede Nacht zieht der Friedhofsänger, so nennen ihn die Leute, weil er so schaurige Geschichten zu erzählen weiß, durch die Straßen von Kevelaer, eine Kleinstadt am unteren Niederrhein, immer auf der Suche nach neuen Zuhörern ... BAND 2 DER KELLER: Anna und Paul Rieth tragen ein schweres Schicksal. Ihre neugeborene Tochter Lisa ist im Kindbett verstorben. Anna drohte daran zu zerbrechen und wollte sich sogar das Leben nehmen. Nach scheinbar erfolgreicher Therapie versuchen die beiden in dem niederrheinischen Kevelaer ein neues Leben zu beginnen. Sie kaufen das Haus der alleinstehenden, reizenden Witwe Gertrud Kamps. Doch die erhoffte Ruhe will sich nicht einstellen. Unheimliche Dinge geschehen, die das junge Paar an den Rand des Wahnsinns treiben. Anna glaubt, dass ihre tote Tochter aus dem Jenseits mit ihr Kontakt aufnehmen will und sich in Gefahr befindet. Paul glaubt das natürlich nicht und befürchtet, dass seine Frau den Verstand verliert und nun vollends an dem Verlust ihrer Tochter zugrundegeht. Doch in dem Haus geht wirklich etwas um; ein Dämon, der ein grausames Spiel treibt und Blut sehen will. Gertruds Blut. Denn so harmlos die alte Dame auch scheinen mag, ist sie nicht ...

Daniel Stenmans wurde 1979 in Goch (Nordrhein-Westfalen) geboren und wohnt in Kevelaer. Er hat diverse Theaterstücke veröffentlicht (u.a. 'Es muss ja nicht immer Shakespeare sein', 'Haltet den... Hasen', 'Holland in Not') und, gemeinsam mit Michael Hübbeker, die interaktiven Mystery-Hörbücher 'Die Femeiche' und 'Die schwarze Kirche' (Ueberreuter Verlag). 'Der Friedhofsänger' ist seine erste E-Book-Reihe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 150
    Erscheinungsdatum: 20.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944124568
    Verlag: mainebook Verlag
    Serie: Der Friedhofsänger Bd.2
    Größe: 626 kBytes
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Der Friedhofsänger 2: Der Keller

1

Gertrud Kamps stand im Wohnzimmer ihres zwar schon recht alten, aber doch immer noch sehr schmucken Hauses und starrte leeren Blickes auf eine Wollmaus, die sachte über den Boden segelte. Gertruds Augen verfolgten zwar ihren sanften Flug übers Parkett, sahen jedoch ... etwas anderes. In ihren Gedanken befand sie sich in dem Wohnzimmer des kleinen Hauses auf Keylar, doch nicht im Jetzt. Ihre Gedanken beschäftigten sich mit etwas, das hier in diesem Wohnzimmer stattgefunden hatte, was aber schon etliche Jahre zurücklag.

Fast 45 Jahre zurück...

Gertruds Blick wanderte zu der Couch. Vor ihrem geistigen Auge sah sie sich dort sitzen. Ihr Haar war bei weitem nicht so grau wie jetzt, sondern besaß diese kaum zu definierende Farbmischung aus braun und blond. Gertrud selbst nannte ihre damalige Haarfarbe immer Straßenköterblond. Sie saß auf jener Couch, die sie jetzt voller Wehmut, Schmerz und Trauer betrachtete und hielt ein kleines Baby in den Armen. Ihre Bluse war aufgeknöpft und die linke Brust hatte sie aus dem Körbchen ihres BHs hervorgeholt. Das Baby saugte an ihrer Brustwarze und sah zufrieden aus. Meistens hielt es die Augen geschlossen. Manchmal jedoch zwinkerte es zwischen den zuckenden, kleinen Lidern hervor und blickte Gertrud mit strahlend blauen Augen an; Augen, die es von Georg, seinem Vater, hatte, dessen Augen ebenso blau strahlten.

Zumindest dann, wenn es ihm gut ging.

Doch mittlerweile ging es Georg nur selten gut.

"Hast du Hunger, Schätzchen, ja? Ja... Komm her, Baby. Meine kleine Lisa... Das ist gut, was? Du hast aber einen Hunger..."

Lisa lächelte, als hatte sie genau verstanden, was ihre Mama zu ihr gesagt hatte. Glucksende Geräusche drangen aus ihrer Kehle. Gertrud lächelte zurück und streichelte ihrem Baby sanft übers Köpfchen. Sie spürte einen Kloß im Hals. Sie hatte das warme Gefühl, vor Glück weinen zu müssen. Doch dieser Moment des Glücks war nicht von langer Dauer.

Hinter ihr wurde die Tür zum Flur aufgerissen. Gertrud drehte den Kopf und sah ihren Mann Georg im Türrahmen stehen. Hinter ihm erkannte sie die offenstehende Tür zum Keller. Die Kellertür befand sich unter der Treppe zum Obergeschoss und verbarg eine enge, knarzende Holztreppe, die in einen dunklen, stickigen Keller hinabführte. In seinen Händen hielt Georg ein schmutzbeflecktes Tuch. Er blickte auf seine Hände, die er mit diesem Tuch reinigen wollte. Ein Versuch, der nicht sehr erfolgversprechend war. Offenbar hatte er seine Arbeit im Keller - er hatte vor, ein paar neue Leitungen zu verlegen - beendet oder legte vielleicht eine Pause ein.

"Gertrud, ich brauch unbedingt...", begann Georg. Er sah auf und verstummte. Seine Augen nahmen einen leeren Ausdruck an.

"Hallo, Liebling...", flüsterte sie. "Nicht so laut, bitte... Lisa ist gerade eingeschlafen!"

Georg sagte zunächst nichts.

Schweigend machte er zwei große Schritte ins Wohnzimmer hinein, während seine rechte Hand unablässig versuchte, seine linke mit dem schmutzigen Tuch sauber zu rubbeln. Mit leerem Blick sah er auf seine Frau hinab. Seine Zähne rieben aufeinander, sodass seine Kiefermuskeln arbeiteten.

"Gertrud...", sagte er, mit einer Stimme so kalt wie Eiswasser. Erschrocken blickte sie auf. "Willst du mir verraten, was du da machst?"

"Ich... Was soll ich schon machen... ich... ich geb' unserer kleinen Lisa die Brust! Sie hat Hunger ..."

Mit einer schnellen Bewegung warf Georg die Tür zum Flur plötzlich ins Schloss, dass es nur so krachte. Irgendwo fiel etwas herab und zerschellte auf dem Boden. Er fuchtelte wild mit den Armen, als wolle er einen Schwarm Mücken vertreiben und stieß einen unkontrollierten, scheinbar völlig motivationslosen Schrei aus. "Wie oft soll ic

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