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Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County Zeitlose Kurzgeschichten von Twain, Mark (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2015
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County

In dieser Auswahl der besten Mark Twain Kurzgeschichten zeigt der Altmeister immer wieder, dass der Wilde Westen abseits aller Klischees auch eine sehr komische Seite hat. Twain, der als Vater der amerikanischen Literatur' bezeichnet wird, erzählt hier über Greenhorns und Aufschneider, Leichenbestatter und Kannibalismus. Er erklärt, wie man eine Erkältung kuriert und warum Lügen eine Kunst ist und fällt in seinem berühmten Aufsatz ein vernichtendes Urteil über die ?furchtbare deutsche Sprache?, die sich angeblich jeglichem gesunden Menschverstand widersetzt. Mark Twain besitzt einen scharfen, intelligenten aber auch liebevollen Blick für die Eigentümlichkeiten seiner Mitmenschen. Sein trockener Humor und seine süffisante Sprache machen die Geschichten so zu dem was sie sind: komisch, kurzweilig, zeitlos. Samuel Langhorne Clemens wurde 1835 in Florida geboren und wuchs dort bis zu seinem 18. Lebensjahr auf. Er arbeitete zunächst als Schriftsetzer, Schiffslotse und Goldgräber bis er unter dem Pseudonym Mark Twain seine schriftstellerische Karriere begann. Mit der 1865 entstandenen Geschichte The Celebrated Jumping Frog of Calaveras County geriet er zum ersten Mal in das Rampenlicht der Öffentlichkeit, seine Werke über die Freunde Tom Sawyer und Huckleberry Finn machten ihn schließlich zu einem bekannten und erfolgreichen Autoren. Mark Twain starb 1910 als weltweit anerkannter und mit Preisen und Ehrentiteln versehener Autor. Kurz vor seinem Tod soll er gesagt haben: 'Ich bin ein alter Mann und habe viel Schreckliches erlebt. Aber das meiste ist nie passiert.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 20.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804851
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 934 kBytes
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Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County

DER GEFEIERTE SPRINGFROSCH VON
CALAVERAS COUNTY

Aufgrund des Wunsches eines Freundes, der mir aus dem Osten geschrieben hatte, wandte ich mich an den gutmütigen, schwatzhaften alten Simon Wheeler und erkundigte mich auftragsgemäß nach dem Freund meines Freundes, Leonidas W. Smiley; das Ergebnis möchte ich hier niederlegen. Ich habe einen geheimen Verdacht, daß Leonidas W. Smiley ein reiner Mythos ist; daß mein Freund eine solche Person nie kannte; und daß er lediglich davon ausging, daß, sollte ich den alten Wheeler dazu befragen, dieser an den berüchtigten Jim Smiley denken und sich in der Folge daran machen würde, mich mit einigen weitschweifigsten Erinnerungen zu Tode zu langweilen, die nicht nur langwierig und öde sondern auch völlig nutzlos für mich sein würden. Sollte das sein Plan gewesen sein, so hatte er Erfolg.

Ich fand Simon Wheeler in der heruntergekommenen Taverne der verfallenen Bergarbeitersiedlung Angel's Camp gemütlich neben dem Ofen der Bar dösend vor, und mir fiel auf, daß er glatzköpfig und dick und seine ruhige Erscheinung von angenehmer Freundlichkeit und Einfachheit geprägt war. Er erhob sich und begrüßte mich. Ich erklärte ihm, daß ein Freund mich darum gebeten hatte, einige Ermittlungen bezüglich eines alten, schwer vermißten Freundes aus Kindheitstagen namens Leonidas W. Smiley anzustellen, mittlerweile bekannt als Reverend Leonidas W. Smiley, eines Priesters, von dem er gehört habe, daß er irgendwann im Angel's Camp ansässig gewesen sei. Ich fügte hinzu, daß ich mich ihm, Mr. Wheeler, sollte er mir hierzu Auskunft geben können, ausgesprochen verpflichtet fühlen würde.

Simon Wheeler drängte mich in eine ruhige Ecke und versperrte mir mit seinem Stuhl den Fluchtweg, setzte sich und spulte den monotonen Monolog ab, der diesem Abschnitt folgt. Er lächelte kein einziges Mal, noch runzelte er die Stirn, seine Stimme blieb stets demselben freundlichen leisen Ton treu, den schon der erste Satz aufgewiesen hatte, und nicht einmal ließ er die geringste Spur von Begeisterung erkennen; doch die ganze nicht enden wollende Geschichte war durchsetzt mit einer beeindruckenden Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit, die mir bewies, daß er an der Erzählung so gar nichts Lustiges oder Lächerliches finden konnte, daß er sie vielmehr als wirklich wichtiges Ereignis und die beiden Helden als Männer der transzendentalsten, genialsten Finesse betrachtete.

"Reverend Leonidas W. - hmmmm ... Reverend Le ... Moment, es gab da mal einen, der hieß aber Jim Smiley, das war im Winter '49 - oder vielleicht auch im Frühjahr '50 -, ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber weshalb ich glaube, daß es irgendwann um diese Zeit herum gewesen sein muß, ist, weil ich mich deutlich erinnere, daß die große Rutsche noch nicht fertig war, als er das Camp erreichte; aber egal, er war jedenfalls der seltsamste Kerl, immer am Wetten, egal um was es ging, wenn er nur einen fand, der auf das Gegenteil wettete; und wenn er keinen fand, dann nahm er eben die Gegenposition ein. Wie es dem anderen paßte, so paßte es auch ihm - wenn er nur eine Wette abschließen konnte, dann war er schon zufrieden. Aber er hatte dennoch Glück, und zwar außergewöhnlich viel davon; er gewann fast immer. Er war stets bereit, ein Risiko einzugehen; es gab wohl nicht eine einzige Sache, auf die er nicht zu wetten gewillt war, und er schlug sich einfach auf die Seite, die der andere nicht haben wollte, wie ich schon sagte. Gab es zum Beispiel ein Pferderennen, dann war er am Ende entweder reich oder bankrott; bei jedem Hunderennen schloß er Wetten ab; selbst ein Katzenrennen hätte ihm gereicht; jedes Hühnerrennen kam ihm recht; ach was: Wenn zwei Vögel auf einem Zaun saßen, dann wettete er mit jedem, der sich darauf einließ, welcher der beiden zuerst losfliegen würde; bei unseren Camp-Zusammentreffen wettete er meist auf Parso

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