text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Glücksbringer von Wilding, Lynne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2019
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Glücksbringer

Drei Generationen, drei Schicksale und ein Schmuckstück, das sie für immer verbindet. Als Goldschmied Liam Westaway 1901 eine wunderschöne Topasbrosche für seine große Liebe Corinne o Mara entwirft, ahnt er nicht, wie dramatisch diese Brosche sein Leben verändern wird. Denn Liams Mutter, eine temperamentvolle Frau mit Zigeunerblut in ihren Adern, belegt die Brosche mit einem ganz besonderen Zauber: wer diese Brosche trägt, wird die wahre Liebe finden. Aber Corinnes Vater verhindert die geplante Liebesheirat, lässt William entführen und nach Australien deportieren. Notgedrungen baut sich William dort ein neues Leben auf - Corinne jedoch kann er nicht vergessen. Die Brosche verkauft er schließlich schweren Herzens und über die Jahrzehnte hinweg wird sie durch viele Familien und Generationen weitergegeben, bis sie eines Tages einer ganz besonderen Frau geschenkt wird: Liams Enkelin Linda... Lynne Wilding ist in Australien längst als die Königin der großen Australien-Sagas bekannt und erhielt viele Preise für ihre Romane. Lynne Wilding lebt mit ihrer Familie in Arncliff bei Sydney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 20.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783967970067
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2663 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Glücksbringer

3

D ie drei Männer drückten sich in den Schatten des Mietstalls. Es war erst kurz vor fünf am Nachmittag, trotzdem dunkelte es bereits. Es waren raue, wilde Gesellen, mit dicken Jacken, Mützen und Schals zum Schutz vor der winterlichen Kälte, ihre Füße steckten in kräftigen Arbeitsstiefeln. Zwei von ihnen umklammerten wuchtige Knüppel. Ihr Anführer, ein hoch gewachsener Typ mit schütterem, grau meliertem Haar, schlug fröstelnd den Kragen seiner Jacke hoch und blies sich in die Hände, um die Kälte zu verscheuchen.

"Wenn er nicht bald kommt, Jack, steige ich aus der Sache aus. Mir frieren so langsam die Eier ab", grummelte der Kleinste von ihnen.

"Mann, halt die Klappe, Bobby. Immerhin haben wir die Kohle für unsere Arbeit schon im Voraus eingesackt."

"Wenn ihr mich fragt, sitzt bei dem Earl 'ne Schraube locker", wandte Hugh ein, der Dritte im Bunde.

"Pssst! Ich höre Schritte", warnte Jack seine Kumpane. Er blinzelte angestrengt in die Dunkelheit und gewahrte die breitschultrige Silhouette eines Mannes, der in ihre Richtung kam. "Hey, Mann, Sie sind nicht zufällig Liam Westaway?", rief er der schemenhaften Gestalt zu.

"Doch, der bin ich."

Nachdem das geklärt war, bauten die Männer sich strategisch geschickt auf, ihre Körperhaltung angespannt, augenblicklich bereit, ihren unrühmlichen Auftrag zu erfüllen. Sie beobachteten, wie Liam näher kam.

"Ach, das trifft sich gut", sagte Jack und setzte feixend hinzu: "Wir sollen Ihnen nämlich eine Nachricht beibringen." Er nickte seinen Kumpeln zu. "Los, schnappt ihn euch."

Mit einem oder auch zwei Gegnern hätte Liam es vermutlich spielend aufnehmen können, aber gegen drei hatte er keine Chance. Die wüste Schlägerei war nach nicht einmal fünf Minuten vorbei, und die drei Ganoven blickten schwer atmend auf den Mann, der hingestreckt auf dem Straßenpflaster lag. Sein Gesicht war eine einzige blutende Masse und bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Einer seiner Arme schien unnatürlich verdreht, da Jack ihm mit dem Holzknüppel den Knochen gespalten hatte.

Hugh zog einen Gegenstand aus seiner Jackentasche. Eine scharfe Messerklinge blitzte im Dämmerlicht auf, das aus dem Mietstall fiel. "Los, kommt, wir bringen ihn um die Ecke, okay?"

"Nein", explodierte Jack. "Das war nicht abgemacht. Wir sollen ihn nach Dublin bringen und dort auf ein Schiff verfrachten. Ich weiß zufällig, dass die Marie Antoinette morgen Nacht mit der Flut die Segel setzt."

"Auuu Scheiße, Dublin ist verdammt weit weg", blökte Bobby und spuckte missfällig auf die Straße. "Reine Zeitverschwendung."

Jack grinste verschlagen. "Aber es bringt uns ein paar zusätzliche Mäuse ein, Jungs. Unser Auftraggeber will nämlich nicht, dass er stirbt. Nur so als Hinweis: Er soll das hier mitnehmen." Er zog ein in Stoff gehülltes Päckchen aus seiner Jackentasche und wickelte es aus. Die Topasbrosche blitzte im schwachen Lichtschein auf.

"Mann, eh, her mit dem Klunker."

Hugh schnappte danach, doch Jack stieß ihn zurück, woraufhin er rücklings taumelnd zu Boden ging. "Hände weg, Sportsfreund. Die ist für Liam."

"Und wozu?", erkundigte sich Bobby und kratzte sich die rauen Bartstoppeln.

"Die Brosche ist eine Warnung für den Burschen da. Damit er kapiert, dass er sich nie wieder in Kilbricken blicken lassen soll. Und wenn doch, lässt der Earl ihn eiskalt abmurksen." Jack half Hugh auf. "Los, weg hier, wir haben eine lange Nacht vor uns, und ich will noch vor Mondaufgang auf der Straße sein." Er starrte sekundenlang auf den bewusstlosen Liam. "Hast du an den Äther gedacht?" Die Frage galt Bobby, der zustimmend nickte. "Gut. Wir müssen ihn ruhigstellen, bis er an Bord ist."

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen