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Der Himmel über dem Outback Roman von Haran, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Himmel über dem Outback

Phillip Island/ Australien, 1886: Für Maggie ist Patrick Shanahan die Liebe ihres Lebens. Als Patrick ihr einen Heiratsantrag macht, scheint ihr Glück perfekt. Aber die Realität holt sie ein, als die Frischvermählten nach Melbourne zurückkehren. Denn während Maggies Familie arm ist, ist die von Patrick sehr vermögend und einflussreich und Patricks Vater ist entsetzt über die vermeintliche Mitgiftjägerin. Er erwirkt eine Annullierung der Ehe, indem er die Liebenden gegeneinander ausspielt. Zutiefst traurig verlässt Maggie Melbourne - nicht ahnend, dass sie ein Kind erwartet ... Elizabeth Haran wurde in Simbabwe/Afrika geboren. Später zog ihre Familie nach England und wanderte von dort nach Australien aus. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem Küstenvorort von Adelaide in Südaustralien. Sie hat zwei erwachsene Söhne. Ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte sie mit Anfang dreißig; zuvor arbeitete sie als Model, besaß eine Gärtnerei und betreute lernbehinderte Kinder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 495
    Erscheinungsdatum: 31.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572083
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Beneath a Crimson Moon
    Größe: 916 kBytes
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Der Himmel über dem Outback

1

Victoria - 1886

Am sandigen Ufer von Summerland Beach auf Phillip Island hielt Patrick Shanahan die Hände von Maggie Cassidy nahezu flehentlich umklammert. In seinen haselnussbraunen Augen spiegelten sich sanft die Farben des Sonnenuntergangs, sein Blick war ernst, voller Liebe und Sehnsucht. Doch die Entschiedenheit, die er mit einem Mal an den Tag legte, verwirrte Maggie.

Die beiden hatten einen wunderbaren Tag zusammen verbracht, sie hatten viel gescherzt und gelacht, unberührte Strände erkundet und auf saftigen, grasgrünen Weiden gepicknickt, umgeben von Schafen und Ziegen. Gegen Abend hatte das junge Paar das Gästehaus im Dorf Newhaven zusammen mit anderen Urlaubern auf Phillip Island in einem Pferdewagen verlassen, um auf Summerland Beach das abendliche Ritual der Zwergpinguine zu verfolgen, die nach einem Tag auf hoher See zu ihren Höhlenbauten dort zurückkehrten. Sie hatten einige Minuten lang zugeschaut, wie die kleinen Tiere buchstäblich aus der Brandung emporschossen und über den Sand watschelten, bevor Patrick Maggie ein Stück von den anderen Touristen weggezogen hatte. Hier, so dicht beisammen, fühlte es sich an, als wären sie in einer eigenen Welt eingeschlossen. Den salzigen Duft des Seetangs, den fischigen Geruch der Pinguine und das halbe Dutzend der von den kleinen Kreaturen verzückten Menschen in der Nähe nahmen die beiden kaum noch wahr.

Der Tag war sommerlich warm gewesen, jetzt aber hatte Maggie einen Wollschal um ihre schlanken Schultern gehüllt, um sich vor dem beißenden Wind zu schützen, der von den stürmischen Gewässern der Bass Strait herüberwehte. Die Windstöße hoben den Saum ihres Kleides wie ein Segel und zauberten ein frisches Rot auf ihre Wangen.

"Patrick, was ist los?", wollte sie wissen.

"Willst du mich heiraten, Maggie?", gab er statt einer Antwort ernst zurück.

"Dich heiraten? Das ist doch verrückt!" Sie traute ihren Augen nicht, als Patrick direkt darauf vor ihr auf die Knie fiel. "Patrick! Was machst du denn da? Das ist nicht lustig!", rief sie, fassungslos, dass er hier gerade um ihre Hand anhielt.

Als Patrick jedoch nicht lachte und seine Hände um ihre zu zittern begannen, wusste Maggie, dass es ihm ernst war. Sah er denn nicht die volle Tragweite seines Vorschlags?

"Ich möchte, dass du meine Frau wirst, Maggie. Ich liebe dich von ganzem Herzen. Bitte sag ja. Ich sterbe, wenn du es nicht tust", flehte er dramatisch.

"Patrick ... das ist verrückt", wiederholte Maggie, während die Gedanken durch ihren Kopf rasten. Natürlich fühlte es sich so an, als hätten sich ihre Herzen ein Leben lang gekannt, aber in Wirklichkeit waren es gerade einmal drei Wochen. Die Idee, einander jetzt schon die Ehe zu versprechen, war nichts als Wahnsinn.

Maggie und Patrick hatten sich im Gästehaus Shangri-La kennengelernt, einem charmanten, weißen Holzhaus mit Blick auf das Meer, wo sie unabhängig voneinander Sommerfrische machten. Sie hatten sich sofort zueinander hingezogen gefühlt. Und Missus Freebairn, die Eigentümerin des Gästehauses, hatte ihren Teil dazu beigetragen, die Flammen ihrer Romanze zu schüren. Tagsüber schickte sie die beiden mit einem Picknickkorb voller Leckereien zu schönen, abgelegenen Plätzen auf der Insel. Abends platzierte sie sie gemeinsam in einer gemütlichen Ecke des Speisesaals zu einem Candle-Light-Dinner und spielte auf ihrem Grammophon romantische Melodien ab. Sie nutzte jede Gelegenheit, ihre Gäste daran zu erinnern, dass schon so manche im Shangri-La begonnene Romanze in einer Ehe gemündet hatte. "Bis jetzt sind es sechzehn", erklärte sie stolz.

Und so hatten Maggie und Patrick drei Wochen lang kaum einen Moment getrennt verbracht - bis auf die wenigen Stunden, in denen sie schliefen. In Maggies Augen stellte der großgewachsene Patrick mit seinen breiten Schultern und den dunklen Haaren jeden anderen jungen Mann in den Schatten. Der Blick aus seinen zärtlichen

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